# taz.de -- Zehntausende ohne Strom und Wärme: Den Schaden haben die Linken
       
       > Anschläge wie die auf das Stromnetz in Berlin werden niemanden vom
       > Klimaschutz überzeugen, im Gegenteil. Sie sind eine Steilvorlage für die
       > Rechten.
       
 (IMG) Bild: Mit Handylicht durch den Bahnhof Wannsee: Berlinerin am Tag des Stromausfalls
       
       Wenn wirklich „Linksextremisten“ hinter dem [1][Anschlag auf die
       Stromversorgung in Teilen Berlins] stecken sollten, haben sie ihrem eigenen
       Anliegen geschadet. Solche Aktionen befeuern nur Ablehnung und
       Diskreditierung der Linken.
       
       Wegen des Anschlags sind wahrscheinlich bis Donnerstag zehntausende
       Berliner mitten im Winter ohne Strom und Heizung. Man muss schon sehr
       verblendet sein, um anzunehmen, dass das den Klimaschutz voranbringt. Im
       Gegenteil: Solche Aktionen tragen dazu bei, dass zahlreiche Menschen sich
       durch den Kampf gegen die Erderwärmung bedroht fühlen. Viele werden eben
       nicht differenzieren zwischen friedlichen Aktivisten und zerstörungswütigen
       Heißspornen. Am Montag musste die [2][Linkspartei] schon Kritik
       zurückweisen, sie habe sich bisher kaum zu dem Anschlag geäußert.
       
       Solche Aktionen sind auch eine Steilvorlage für Rechte, die Angst vor
       Linksextremismus schüren, um von der viel größeren Gefahr durch
       Rechtsextremismus abzulenken. Und: Selbst wer Gewalt gegen Sachen gutheißt,
       muss einräumen, dass Angriffe auf die Infrastruktur zu große
       Kollateralschäden haben. Dem [3][Bekennerschreiben] zufolge wollte die
       „Vulkangruppe“ nur ein Gaskraftwerk, nicht private Haushalte vom Netz
       nehmen. Es kam bekanntlich ganz anders.
       
       Und es waren nicht nur Wohlhabende betroffen. Arme mussten in Turnhallen
       schlafen, die Reichen könnten sich sogar eine Suite im Hotel Adlon leisten.
       Ökonomisch Benachteiligte leiden unter dem S-Bahn-Ausfall infolge des
       Blackouts, Wohlhabende können weiter mit ihren großen Autos fahren.
       
       Auch frühere Anschläge hatten viele getroffen, die Linksextremisten wohl
       als „Unschuldige“ sehen würden: Der [4][Brand von Hochspannungsleitungen in
       der Nähe des Tesla-Werks] in Brandenburg im März 2024 ließ ebenso in
       tausenden Privathaushalten den Strom ausfallen. Unter dem [5][Angriff auf
       eine Kabelleitung am Berliner S-Bahnhof Ostkreuz] im Mai 2011 litten
       unzählige Menschen ohne Auto.
       
       All das ist derart offensichtlich, dass sich die Frage stellt: Sind
       Linksextremisten tatsächlich so einfältig – oder sind sie gar nicht für
       diese Anschläge verantwortlich?
       
       6 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Brandanschlag-auf-Stromnetz-in-Berlin/!6142611
 (DIR) [2] https://de.nachrichten.yahoo.com/linken-chef-van-aken-distanziert-100331894.html?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuZ29vZ2xlLmNvbS8&guce_referrer_sig=AQAAABsdTBZh4iA86f_f8zW9JaPFKsh7-mpkP8UUBU36r24KQRJdnysePPktsc8rFGnVfwkdJmaK0D5r5At-SnR6cxffyXw3hOIEx4-SwtoKVQMbINzFq_7OOnS64kb2SrgwCtC76Ca-p1jcbGRsWUfi5fmPfP9XgbDAqfxxksQ8Wba6
 (DIR) [3] https://de.indymedia.org/node/565575
 (DIR) [4] /Brandanschlag-auf-Strommast/!5996905
 (DIR) [5] /BRANDANSCHLAG/!5120005
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jost Maurin
       
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