# taz.de -- Koalitionskrise in Brandenburg: SPD zweifelt an Regierungsfähigkeit des BSW
> Die Chancen für eine Zukunft der bundesweit einzigen Rot-lila-Koalition
> in Brandenburg schwinden. SPD-Generalsekretär Fischer nennt mehrere
> Gründe.
(IMG) Bild: Kurt Fischer, Generalsekretär der SPD Brandenburg, im Juni 2025
dpa | Die Brandenburger SPD hat nach dem wochenlangen Streit im BSW große
Zweifel an der Verlässlichkeit des Koalitionspartners. „Es lässt auf jeden
Fall erhebliche Zweifel an seiner Regierungsfähigkeit aufkommen“, sagte
SPD-Generalsekretär Kurt Fischer am Sonntag dem Nordkurier.
Der SPD-Generalsekretär hatte vom BSW eine klare Zusicherung gefordert,
dass alle 14 Abgeordneten der Landtagsfraktion hinter der Koalition und der
Regierung stehen. B[1][SW-Landesgeschäftsführer Stefan Roth lehnt ein
solches Bekenntnis aber ab] und hält die Arbeit der Fraktion für
verlässlich. „Wir werden auf die Forderung der SPD nicht eingehen“, teilte
Roth der Deutschen Presse-Agentur mit.
Der BSW-Abgeordnete Sven Hornauf, der mehrfach für AfD-Anträge und damit
gegen die Koalitionslinie stimmte, hat sich bereits gegen die Koalition
positioniert. Nach dem Austritt der Abgeordneten Jouleen Gruhn und André
von Ossowski aus dem BSW will die Mehrheit der Fraktion nicht mehr mit
ihnen zusammenarbeiten. Beide stehen nach eigenen Angaben zur Koalition.
## Hoffnung auf Wechsel der Ausgetretenen
Für die SPD seien „erhebliche Zweifel aufgekommen, ob diese gemeinsame
Mehrheit aus SPD und BSW im Landtag noch besteht“, sagte Fischer. „Die
Signale von Herrn Roth und Herrn Hornauf der letzten Tage beruhigen uns
ganz und gar nicht darin, dass wir mit dem BSW die notwendige Stabilität
und Verlässlichkeit im Regierungshandeln für Brandenburg garantieren
können.“ Er wolle aber die Beratung der BSW-Fraktion am Dienstag abwarten.
Der SPD-Generalsekretär, der auch Landtagsabgeordneter ist, zeigte sich
offen für einen möglichen Wechsel der ausgetretenen Abgeordneten. „Wir
sorgen für Stabilität und Verlässlichkeit für Brandenburg“, sagte Fischer.
„Wer bereit ist, genau daran mitzuwirken und die sozialdemokratischen
Grundsätze respektieren kann, ist uns gerne ein Partner.“ Falls Gruhn und
von Ossowski die BSW-Fraktion verlassen würden, könnten sie fraktionslos
weitermachen und SPD oder CDU unterstützen oder in eine der anderen
Fraktionen wechseln. Beides ist bisher aber Spekulation.
4 Jan 2026
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