# taz.de -- Koalition in Brandenburg: BSW will SPD kein Koalitionsbekenntnis abgeben
> In Brandenburg wackelt die einzige bundesweite Rot-Lila-Koalition. Die
> SPD möchte eine Zusicherung zur Koalitionstreue. Das BSW reagiert.
(IMG) Bild: Koalitionsbekenntnis abgelehnt: Bleibt es zwischen Brandenburgs Ministerpräsident (SPD) und seinem Stellvertreter (Bsw) weiterhin herzlich?
dpa | Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) lehnt ein von der SPD gefordertes
Treuebekenntnis zur gemeinsamen Koalition ab. „Wir werden auf die Forderung
der SPD nicht eingehen“, sagte Landesgeschäftsführer Stefan Roth der
Deutschen Presse-Agentur. „Da spreche ich auch für die Mehrheit der
BSW-Fraktion.“ Die BSW-Fraktion im Landtag habe sich seit einem Jahr als
verlässlich gezeigt, sagte Roth. Das BSW lehne eine Vorbedingung für einen
geplanten Koalitionsausschuss ab.
SPD und BSW regieren seit Dezember 2024 in der einzigen bundesweiten
Koalition dieser Art. Der Austritt mehrerer Abgeordneter aus dem BSW
stürzte BSW-Landtagsfraktion und Koalition im November in die Krise. Zwei
Abgeordnete traten wieder ein, zwei bleiben beim Austritt. Die Parteispitze
und die Fraktionsmehrheit fordern, dass sie ihre Mandate abgeben. Die SPD
verlangt vom BSW die Zusicherung, dass alle 14 BSW-Abgeordneten voll und
ganz hinter der Regierung und dem Koalitionsvertrag stehen.
## BSW: Fraktion steht zur Koalition
Der BSW-Landesgeschäftsführer hält ein solches Bekenntnis nicht für
notwendig: „Dass die BSW-Fraktion zur Koalition steht, hat sie seit mehr
als einem Jahr im Landtag gezeigt“, sagte Roth. „Hier hat das BSW in mehr
als einem Jahr belegt, dass wir selbstverständlich ein politisch
eigenständiger Akteur sind, der sich aber verlässlich und professionell
verhält.“ Er nannte den Doppelhaushalt als ein Beispiel.
SPD-Generalsekretär Kurt Fischer hatte BSW-Landeschefin Friederike Benda
vor dem Jahreswechsel mit Blick auf deren Wunsch nach einem
Koalitionsausschuss geschrieben: Die SPD brauche „nach den letzten durchaus
turbulenten Wochen“ eine klare Zusicherung, dass die gesamte
BSW-Landtagsfraktion hinter der Koalition stehe. Der BSW-Abgeordnete Sven
Hornauf sagte aber bereits, dass er das gewünschte Bekenntnis ablehnt.
Hornauf stimmte schon mehrfach für Anträge der AfD-Fraktion. Die SPD
tolerierte das bisher.
## Vorwand für Koalitionsbruch?
Das BSW wirft der SPD vor, sie erwecke den Eindruck, als suche sie einen
Grund für einen Bruch der Koalition. „Dass Sven Hornauf nicht in jedem Fall
mit den Koalitionsfraktionen stimmt, ist nichts Neues“, sagte Roth. „Bisher
hat dies die Koalitionsmehrheit nicht gefährdet, sondern vielmehr
diszipliniert. Wenn die SPD an dieser Frage um Sven Hornauf nun plötzlich
die Weiterarbeit in der Koalition festmacht, vermittelt das den Eindruck,
dass ein Vorwand für den Bruch gesucht wird.“
Die Forderung der SPD als Vorbedingung für einen Koalitionsausschuss „kann
von uns deshalb nicht ernst genommen werden“, sagte Roth. „Sie steht ihr im
Übrigen auch nicht zu, da dies im Koalitionsvertrag anders geregelt ist.“
Laut Koalitionsvertrag tagt das Gremium mindestens einmal im Vierteljahr
oder wenn einer der Partner es für notwendig hält. Die Frage solle im
Ausschuss geklärt werden.
3 Jan 2026
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