# taz.de -- Foodimporte aus Australien: Früher Foster’s, heute Flat White
> Was kann man kulinarisch von einem Land erwarten, dessen Nationalgericht
> streichbare Hefe auf Toast ist? Nun – ein bisschen hat Australien zu
> bieten.
(IMG) Bild: Der Flat White aus Australien hat es zumindest in die Hipstercafés der Großstädte geschafft
Als ich in den 1990ern mit dem Biertrinken begann, gehörten [1][dunkelblaue
Dosen] mit einem großen roten F zu den Sorten, die ich in jedem Kiosk fand.
Es handelte sich um Foster’s, Werbeslogan: „Australian for Beer“, und es
muss eine zeitlich begrenzte Exportoffensive gewesen sein, denn ich habe
Foster’s mittlerweile schon lange nicht mehr gesehen.
Die Dosen blieben für eine lange Zeit das einzige aus Australien stammende
Essen oder Trinken, das mir in Deutschland unterkam, sieht man mal von
[2][der obligatorischen australischen Shiraz-Flasche] im
Supermarktweinregal ab. Auch der Satz: „Heute gehen wir mal zum Australier,
ist immer so lecker da“, gehört nicht zum deutschen Standardrepertoire.
Selbst in Berlin habe ich keine australischen Restaurants oder Cafés
gefunden, und die wenigen, die das Internet kennt, haben längst wieder
dichtgemacht.
All das sagt eventuell etwas über die Qualitäten australischen Essens aus.
Doch was soll man auch von einem Land halten, dessen [3][Nationalgericht
Vegemite on Toast ist], also quasi streichfähige Hefe? Andere beliebte und
originär australische Snacks wie die Chiko Roll (eine Art frittierte
Frühlingsrolle mit Hühnchen) klingen ebenfalls nicht so, als hätte der Rest
der Welt viel verpasst.
## Golden Gaytime dürfte es gern auch in Deutschland geben
Das trifft schon eher auf einige australische Süßigkeiten zu, etwa
Lamingtons, kleine Biskuitwürfel mit Schokoladenüberzug, in Kokosstreuseln
gebadet. Oder die Eissorte mit dem großartigen Namen Golden Gaytime, sie
ist geformt wie ein Magnum-Eis, hat innen eine extra Toffeeschicht und ist
außen mit Kekskrümeln bedeckt. Die dürfte es von mir aus gern mal auch in
Deutschland geben. Genau wie übrigens auch all das, was als Bushfood
bezeichnet wird: Rezepte und Zutaten, die die Aboriginal People schon seit
Jahrtausenden nutzen und die in Australien gerade endlich auch den Einzug
in die gehobene Restaurantküche finden.
Ein Getränk hat es indes bereits vom anderen Ende der Welt zu uns geschafft
oder zumindest in die Hipstercafés der Großstädte, und wieder fängt es mit
F an: Gemeint ist der Flat White, eine [4][der unzähligen
Kaffee-Milch-Schaum-Variationen dieses Planeten]. Dazu isst man am besten
ein Stück Pavlova, eine kleine geile Schweinerei aus Baisermasse,
Sahnecreme und Früchten, die seit einigen Jahren ebenfalls [5][im]
[6][Trend] liegt.
Die Erfindung von Flat White und Pavlova [7][beansprucht allerdings
Australiens Nachbar Neuseeland] [8][ebenso] [9][für sich] – also
aufgepasst, da kann man sich im Urlaub schnell unbeliebt machen! Das klappt
übrigens auch, wenn man Foster’s als australisches Nationalbier bezeichnet.
Denn, so habe ich bei der Recherche für diesen Text gelernt, in Australien
trinkt kaum jemand Foster’s. Die erfolgreichsten Marken heißen Great
Northern, Carlton Dry und XXXX Gold. Na dann: Cheers, Mate!
19 Jan 2026
## LINKS
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(DIR) [3] https://www.youtube.com/watch?v=XfR9iY5y94s&t=72s
(DIR) [4] /Die-Kunst-des-Kaffeemachens/!5988002
(DIR) [5] https://www.vogue.com/article/pavlova-revival-summer
(DIR) [6] https://www.sueddeutsche.de/stil/sommerkueche-fruechte-gebaeck-torte-dessert-beeren-1.6116033
(DIR) [7] /Die-Wahrheit/!5082412
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## AUTOREN
(DIR) Michael Brake
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