# taz.de -- Playlist des Hamburger Kultursenators: Neu ist nicht gleich besser
       
       > Hamburgs SPD-Kultursenator legt seine Lieblingslieder vor, sein
       > Bundes-Amtskollege Wolfram Weimer entdeckt vergangenes ostdeutsches
       > Unrecht.
       
 (IMG) Bild: Ist das Lied „Museumsladen“ ein zarter Hinweis auf die Restitutionsdebatte?
       
       Er sei „vielleicht kein Resident-DJ in Hamburgs Clubs, dafür aber ein
       verlässlicher Resident in der deutschen Kulturpolitik“, so verkündete es
       Ende der Vorwoche, zugegeben, [1][der Newsletter seiner eigenen Behörde].
       Tatsächlich lässt Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda auch
       Kolleg:innen jenseits der Landesgrenze gerne mal alt aussehen in Sachen
       performativer Popkulturkompetenz. Was, nochmal zugegeben, keine wirklich
       hoch hängende Latte ist.
       
       Allemal besser als der von Markus Söder ist jedenfalls der Musikgeschmack
       des Sozialdemokraten. Das können mündige Wähler:innen selbst überprüfen,
       denn Brosda hat seine persönliche Playlist fürs ausgehende Jahr
       veröffentlicht. Die wird eröffnet von [2][Pulp] mit „Grown Ups“, also
       klassenbewusstem Brit-Pop für, nun, Erwachsene. Dass die Single vom
       jüngsten Album ganz schön an die späten 90er erinnert, ist kein Makel; dass
       neu nicht besser heißt, wissen wohl gerade SPD-Follower.
       
       Neben Taylor Swift akustisch und Bruce Springsteen elektrisch finden sich
       unter den 36 Tracks auch Erdmöbel mit einem Titel, der Fragen aufwerfen
       muss: Was ist „Museumsladen“, wenn kein Restitutionsdebattenkommentar, drei
       Jahre nach der [3][Benin-Bronzen-Rückgabevereinbarung]?
       
       ## Mehr Geld für Enteignungsforschung
       
       Ob sie auch etwas zurückgeben sollten und auf welchen Wegen manches Objekt
       überhaupt ins eigene Depot gelangte: Das können öffentliche und private
       Kultureinrichtungen und Sammlungen in Zukunft etwas besser unterstützt
       beforschen. [4][Mit 800.000 Euro zusätzlich] fördert das Deutsche Zentrum
       Kulturgutverluste im kommenden Jahr solche Recherchen – wenn sie sich,
       apropos Erdmöbel, auf die Phase der sowjetischen Besatzungszone und der DDR
       richten.
       
       Zwischen 1945 und 1990 wurden demnach zahlreiche Privateigentümer:innen,
       Sammler:innen und Kunsthändler:innen sowie Republikflüchtlinge und
       politische Häftlinge enteignet oder gezwungen, Werke zu verkaufen, auch um
       Devisen für den klammen Staat einzuspielen. Damit werde „ein weniger
       bekanntes Kapitel der deutschen Geschichte“ ausgeleuchtet, so am Freitag
       der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer.
       
       14 Dec 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.hamburg.de/newsletter/1126842/HTML
 (DIR) [2] /Neues-Pulp-Album-nach-24-Jahren/!6094941
 (DIR) [3] /Restituierte-Benin-Bronzen/!5907410
 (DIR) [4] https://kulturgutverluste.de/pressemeldung/neue-foerderung-fuer-forschung-zu-kulturgutverlusten-der-sowjetischen-besatzungszone
       
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 (DIR) Alexander Diehl
       
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