# taz.de -- Kritikerin des Mullah-Regimes: Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi in Iran festgenommen
       
       > Der Tod eines iranischen Anwalts erschüttert Aktivisten in dem Land. Nun
       > werden Menschenrechtler festgenommen, darunter Narges Mohammadi.
       
 (IMG) Bild: Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi 2024 nach der letzten Entlassung aus dem Gefängnis
       
       dpa/taz | In Iran haben Sicherheitskräfte die Friedensnobelpreisträgerin
       Narges Mohammadi und weitere Aktivistinnen Berichten zufolge festgenommen.
       Neben Mohammadi seien auch andere bekannte Regimekritikerinnen wie die
       politische Aktivistin Sepideh Gholian in Gewahrsam genommen worden, hieß es
       in einer Mitteilung, die auf dem X-Konto der Friedensnobelpreisträgerin
       veröffentlicht wurde, sowie von iranischen Menschenrechtlern.
       
       Den Angaben zufolge hatten sich die Aktivistinnen bei einer Zeremonie für
       den vor wenigen Tagen verstorbenen Anwalt Chosrow Alikordi versammelt. Der
       Tod des Verteidigers, der auch politische Gefangene vertrat, hat große
       Bestürzung unter iranischen Menschenrechtsaktivisten ausgelöst. Es gab
       zugleich Spekulationen über die Umstände seines Todes. Die iranische Justiz
       erklärte in den Staatsmedien, er sei am Arbeitsplatz an einem Herzinfarkt
       gestorben.
       
       Narges Mohammadi [1][wurde 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet].
       Sie erhielt ihn für ihren Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen und
       gegen die Todesstrafe im Iran sowie für ihren Einsatz für Menschenrechte
       und Freiheit. Persönlich annehmen konnte Mohammadi den Preis nicht, da sie
       zu dem Zeitpunkt in ihrem Heimatland im Knast saß. Im Vorfeld der
       Preisverleihung wurde ihr das Telefonierrecht entzogen.
       
       In ihrer von ihren Kindern bei der Verleihung des Preises in Oslo unter
       stehenden Ovationen verlesenen Rede [2][hatte sie unter dem Eindruck der
       iranischen „Frau, Leben, Freiheit“-Proteste erklärt]: „Westliche
       Regierungen sollten die Demokratie und Menschenrechte nicht aufschieben,
       indem sie Strategien verfolgen, die auf die Fortsetzung der Herrschaft der
       Islamischen Republik abzielen.“
       
       Mohammadi befand sich seit November 2021 [3][im berüchtigten Teheraner
       Evin-Gefängnis] in Haft – nicht zum ersten Mal. Insgesamt hat sie einen
       Großteil des vergangenen Jahrzehnts im Gefängnis verbracht. Sie wurde in
       den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang für
       Frauen und gegen die Todesstrafe wiederholt verurteilt und inhaftiert.
       Wegen gesundheitlicher Probleme hatte die 53-Jährige vor gut einem Jahr
       Hafturlaub bekommen.
       
       12 Dec 2025
       
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