# taz.de -- Nach Zerwürfnis mit Trump: Marjorie Taylor Greene kehrt Washington den Rücken
> Sie war eine glühende Anhängerin des US-Präsidenten. Dann aber überwarf
> sie sich mit ihm wegen seines Umgangs mit den Epstein-Akten. Trump freut
> sich, dass sie nun ihr Abgeordentenmandat aufgeben will.
(IMG) Bild: So agierte sie des Öfteren vor ihrem Zerwürfnis mit Trump: Marjorie Taylor Greene bei der ersten Sitzung des 119. US-Kongress am 3. Januar dieses Jahres
Die republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene, die bislang
ein Star der MAGA-Szene war, hat überraschend ihren Rücktritt verkündet.
Die Entscheidung, ihr Amt zu Beginn des kommenden Jahres niederzulegen,
kommt nur [1][kurz nach ihrem öffentlichen Bruch mit Präsident Donald
Trump].
[2][Greene, die auch unter ihren Initialen MTG bekannt ist], erklärte in
einer Stellungnahme am Freitag, dass sie nach fast fünf Jahren im Amt, von
der politischen Realität enttäuscht sei. „Amerikaner werden vom politischen
Industriekomplex instrumentalisiert – Wahlkampf um Wahlkampf – damit sie
die Partei wählen, die sie am besten davon überzeugen kann, die Gegenseite
noch stärker zu hassen“, erklärte Greene, die seit 2021 ihren
Heimat-Bundesstaat Georgia im Kongress vertritt.
Die 51-Jährige gehörte über Jahre hinweg zu Trumps stärksten Unterstützern
im Repräsentantenhaus. Doch in den vergangenen Wochen hatte sie den
Präsidenten, dessen Regierung und ihre eigene Partei stark kritisiert. Die
Gründe dafür waren zum einen [3][der wochenlange Regierungs-Shutdown] sowie
die Forderung nach Veröffentlichung der Akten im Fall des verurteilten
Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Trump bezeichnet Greene darauf hin als
eine „Verräterin“.
Trump hatte monatelang argumentiert, das Einbringen eines Gesetzes zur
Freigabe der Epstein-Akten sei nur ein von politischen Gegnern inszeniertes
Ablenkungsmanöver, um von den Erfolgen seiner Regierung abzulenken. Doch
dann machte der Präsident [4][eine überraschende Kehrtwende und sprach sich
selbst für eine Veröffentlichung der Akten aus]. Das Gesetz erhielt
[5][eine Mehrheit in Abgeordnetenhaus und Senat] und wurde von Trump
bereits unterschrieben. Solange es zu keinen rechtlichen Verzögerungen
kommt, müsste das Justizministerium die Akten innerhalb der nächsten 30
Tage veröffentlichen.
Trump, der Greene in der Vergangenheit als eine „fantastische“ und „kluge“
Person bezeichnet hatte, kommentiere ihre Rücktritts-Entscheidung mit den
Worten: „eine großartige Nachricht für unser Land“.
## Aktuell keine weiteren politischen Ambitionen
Greene machte trotz der aktuellen Streitereien mit Trump in ihrer
Stellungnahme klar, dass kaum jemand den Präsidenten so konstant
unterstützt habe, wie sie selbst. „Loyalität sollte auf Gegenseitigkeit
beruhen, und wir sollten in der Lage sein, nach unserem Gewissen
abzustimmen und die Interessen unseres Wahlkreises zu vertreten, denn
unsere Berufsbezeichnung lautet ja schließlich Repräsentant“, sagte sie in
Anspielung auf Präsident Trump.
Wie es mit Greene nach ihrem Ausscheiden aus dem Kongress am 5. Januar 2026
weitergehen wird, ist unklar, doch sie scheint aktuell keine politischen
Ambitionen zu hegen. In den vergangenen Wochen gab es allerdings
Medienberichte, die besagten, dass MTG es in Erwägung ziehen würde, für den
US-Senat oder das Gouverneursamt in Georgia zu kandidieren. Eine
diesbezügliche Anfrage an Greenes Team blieb unbeantwortet. Erst im Mai
hatte die Republikanerin erklärt, sie wolle sich [6][nicht um einen der
beiden Sitze Georgias im Senat bewerben].
Zu Beginn ihrer politischen Laufbahn machte Greene ganz anders auf sich
aufmerksam. Nach ihrem Wahlsieg im Jahr 2020, [7][waren es vor allem
Verschwörungstheorien], mit denen sie für Schlagzeilen sorgte. Unter
anderem verbreitete sie auf QAnon-basierende Verschwörungsnarrative,
darunter die Behauptung, Schulmassaker und die Terroranschläge vom 11.
September seien inszeniert gewesen. Sie hat sich inzwischen entschuldigt
und versucht, sich von diesen Äußerungen zu distanzieren.
Durch ihr Ausscheiden erschwert sich auch die Arbeit von Mike Johnson, dem
republikanischen Vorsitzenden im US-Repräsentantenhaus. Dieser hat in
Zukunft noch weniger Spielraum für Fehler, da die bereits knappe Mehrheit
seiner Partei damit weiter schrumpfen werden wird.
„Ganz egal, in welche Richtung das politische Pendel schwingt, ob
Republikaner oder Demokraten, für den Durchschnittsamerikaner oder die
Durchschnittsamerikanerin verbessert sich dadurch nichts“, sagte Greene.
22 Nov 2025
## LINKS
(DIR) [1] /-USA-unter-Trump-/!6130046
(DIR) [2] https://www.theguardian.com/us-news/2025/nov/21/marjorie-taylor-greene-career-key-takeaways
(DIR) [3] /US-Shutdown/!6127097
(DIR) [4] /Epstein-Akten/!6130292
(DIR) [5] /Trumps-ueberraschende-Kehrtwende/!6130998
(DIR) [6] https://people.com/aoc-says-marjorie-taylor-greene-on-trump-revenge-tour-11844092
(DIR) [7] /Lang-schuerte-Trump-Verschwoerungen-ueber-Jeffrey-Epstein-nun-wird-er-selbst-Opfer-davon/!6098330
## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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