# taz.de -- Extremismus-Diskussion: Farbe ist nicht gleich Farbe
       
       > Und Gewalt ist nicht gleich Gewalt, wenn es um Farbanschläge gegen
       > Privathäuser geht. Das finden jedenfalls SPD, CDU und FDP in Bremen.
       
 (IMG) Bild: Die Hufeisentheorie besagt, dass links und rechts an den Rändern konvergieren. Doch ob das stimmt?
       
       Ein Ratespiel: In Bremen gab es in den vergangenen Wochen politisch
       motivierte Farbangriffe auf sechs unterschiedliche Häuser.In drei der
       Häuser wohnten [1][Parteimitglieder der Linken, in dem vierten eine linke
       WG, in dem fünften ein antifaschistischer Bürger] und in dem sechsten der
       aktuelle Verfassungsschutzchef Thorge Koehler. Welcher dieser Anschläge
       wurden zum Auslöser einer parteiübergreifenden Debatte über Gewalt,
       Extremismusbekämpfung und Sicherheitsfragen? Nach welchem dieser Anschläge
       wurde eine Verschärfung des Verfassungsschutzgesetzes, ein Aufrüsten der
       Sicherheitsbehörden, eine geschlossene, parteiübergreifende Distanzierung
       gefordert?
       
       [2][Es ist natürlich der auf das Haus von Verfassungsschutzchef Koehler.]
       Mehrere mit Farbe gefüllte Christbaumkugeln wurden gegen seine Hauswand
       geworfen, [3][in einem Bekenner*innenschreiben] wird der Anschlag mit
       dem [4][kürzlichst enttarnten V-Mann innerhalb der Interventionistischen
       Linken begründet.]
       
       Von einer „absoluten Grenzüberschreitung“ spricht Bremens Innensenatorin
       Eva Högl (SPD). Der Anschlag zeige überdeutlich, dass „gewalttätige
       Extremisten völlig zu Recht in Bremen intensiv beobachtet werden“. Marcel
       Schröder von der FDP sprach von einer [5][„systematischen Verharmlosung des
       Linksextremismus“] und fordert die Partei Die Linke auf, sich von dem
       Angriff zu distanzieren, was diese längst getan hat. Michael Labetzke vom
       Bündnis 90/Die Grünen findet sogar: [6][„Man könnte schon von beginnendem
       Linksterrorismus sprechen“].
       
       ## Die Sache mit dem rechten Auge
       
       Man ist sich also einig: Farbanschläge auf Privathäuser sind aufs Schärfste
       zu verurteilen. Wie groß muss dann erst der Aufschrei gewesen sein, als
       nicht nur eins, nein, gleich fünf Häuser angegriffen wurden! Vier der
       Häuser, weil man die Bewohner*innen [7][anhand von Plakaten] als
       Antifaschist*innen identifizierte. Der Bewohner des fünften Hauses ist
       ein Schwarzer Mann, der im Vorfeld von Rechten gefilmt, in sozialen Medien
       unter dem abscheulichen Titel „Invasive Menschen“ veröffentlicht und unter
       anderem von AfD-Mitglied Gerald Höns eingeschüchtert wurde.
       
       Und, wie war da die Reaktion? „Da waren alle still“, sagt die
       Landessprecherin der Linken, Anna Fischer. „Das ist schon ein deutliches
       Zeichen.“ [8][Lediglich von Bündnis 90/Die Grünen kam eine
       Solidaritätsbekundung.]
       
       Wir halten fest: Farbanschläge sind zu verurteilen, außer sie betreffen
       Antifaschist*innen.
       
       29 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Anschlaege-auf-Linke-und-Migranten/!6145195
 (DIR) [2] /Nach-Einsatz-von-V-Mann-bei-der-IL/!6148441
 (DIR) [3] https://tumulte.org/2026/01/articles/hausbesuch-beim-leiter-vom-verfassungsschutz-in-bremen/
 (DIR) [4] /Verfassungsschutz-ueberwacht-Bremer-IL/!6147879
 (DIR) [5] https://vimeo.com/1159309480
 (DIR) [6] https://vimeo.com/1159309480
 (DIR) [7] https://bremen-bleibt-stabil.info/
 (DIR) [8] https://gruene-bremen.de/2026/01/13/solidaritaet-und-schnelle-aufklaerung-nach-angriffen-auf-linke-in-bremen/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Amanda Böhm
       
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