# taz.de -- ADAC kritisiert Raststätten: Schlechte Ladeinfrastruktur für E-Autos an den Autobahnen
       
       > Zu wenig Schnellladesäulen, oft kaputte Anlagen, undurchsichtige
       > Bezahlsysteme: Laut Automobilclub gibt es vielfach mangelhafte
       > Ladebedingungen.
       
 (IMG) Bild: Hinweis-Icon auf eine E-Ladestation in einem Parkhaus in Freiburg, Baden-Württemberg
       
       Die Ladebedingungen für [1][E-Autos] an den deutschen Autobahnen sind
       häufig mangelhaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag vorgestellte
       [2][Erhebung] des [3][Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC)].
       
       Er bemängelt, dass an 22 Prozent der 50 untersuchten Standorte nur langsame
       Säulen mit einer Ladeleistung von bis zu 50 Kilowatt stehen. Nur ein
       Viertel der Anlagen mit einer Ladeleistung von mindestens 150 Kilowatt
       verfüge über 10 oder mehr Ladepunkte und damit über ein „zahlenmäßig
       ausreichendes Angebot“. Bei knapp einem Drittel der Anlagen hätten die
       Tester mindestens einen defekten Ladepunkt vorgefunden.
       
       Der ADAC kritisiert auch „undurchsichtige Bezahlmodalitäten“. Nur bei gut
       der Hälfte der untersuchten Anlagen war die Bezahlung direkt an der
       Ladesäule via Kartenlesegerät möglich statt etwa über ein Abo bei einem
       Anbieter. Problematisch sei auch die mangelnde Preistransparenz: Zwar werde
       der Preis pro Kilowattstunde an fast allen Anlagen mit Ladepunkten von 150
       Kilowatt und mehr vor dem Laden angezeigt, der Endpreis hingegen werde nur
       an 16 Anlagen präsentiert – das sei „undenkbar an der Tankstelle“.
       
       Zeitgleich stellte am Dienstag auch der Thinktank Agora Verkehrswende eine
       [4][Studie] zum sogenannten bidirektionalen Laden vor. So nennt man es,
       wenn der auf die Autobatterie geladene Strom nicht zum Autofahren genutzt
       wird, sondern stattdessen zurück ins Stromnetz oder ins eigene Hausnetz zum
       Selbstverbrauch gespeist.
       
       ## Bis zu 500 Euro jährlich mit dem E-Auto einnehmen
       
       Agora rechnet vor, dass sich durch den Stromeinkauf zu billigen Zeiten und
       den Verkauf zu teuren Zeiten mit einem Fahrzeug Gewinne von „bis zu 500
       Euro pro Jahr“ realisieren ließen. Damit das möglich werde, müssten aber
       die Netzentgelte für zwischengespeicherten Strom gesenkt werden – ähnlich
       den reduzierten Entgelten beim Strom für Wärmepumpen.
       
       Bidirektionales Laden, so Agora, könne „einen wichtigen Beitrag“ dazu
       leisten, „die schwankende Einspeisung aus Wind- und Solarenergie
       auszugleichen und die Netzstabilität zu sichern“.
       
       Bisher freilich ist das noch Theorie, denn die aktuellen dynamischen
       Stromtarife am Markt bilden nicht die lokale Netzsituation ab, sondern nur
       die deutschlandweite Versorgungslage. Daher kann die Reaktion auf
       Preissignale dem Gesamtsystem aktuell sogar schaden.
       
       5 Nov 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /E-Autos/!t5033698
 (DIR) [2] https://presse.adac.de/meldungen/adac-ev/verkehr/ladeinfrastruktur-entlang-autobahnen.html
 (DIR) [3] /ADAC/!t5018858
 (DIR) [4] https://www.agora-verkehrswende.de/aktuelles/elektromobilitaet-durch-bidirektionales-laden-kosten-sparen-und-energiewende-erleichtern
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Bernward Janzing
       
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