# taz.de -- Gedenken an den 7. Oktober: „Schalom und Salam“
> In einer aktuellen Stunde haben die Abgeordneten des Bundestags der Opfer
> des 7. Oktober gedacht. Auch der Friedensplan für Gaza prägte die
> Debatte.
(IMG) Bild: Der israelische Botschafter Ron Prosor besucht den Deutschen Bundestag zur Aktuellen Stunde zum Jahrestag des 7. Oktobers
Berlin taz | Der SPD-Politiker Falko Droßmann erzählt, wie er kurz nach dem
7. Oktober an die Orte des Massakers gereist sei. Als dort „das Blut noch
flüssig war“. Linken-Parteichef Jan van Aken berichtet von der Ermordung
der Mutter eines Freundes im Kibbutz durch die Terroristen der Hamas: Am
Mittwochnachmittag haben die Abgeordneten des Bundestags in einer aktuellen
Stunde mit persönlichen Erinnerungen der Opfer des Hamas-Terrors in Israel
vor nunmehr zwei Jahren gedacht.
Auf der Besuchertribüne nahm auch der israelische Botschafter in
Deutschland, Ron Prosor, Platz. Die Reden machten deutlich: Der 7. Oktober
2023 war eine Zäsur. Angetrieben von den aktuellen Friedensverhandlungen,
ging der Blick der Abgeordneten jedoch auch nach vorne. Der 20-Punkte-Plan
von US-Präsident Donald Trump prägte die Debatte. Nur wenige Stunden
später, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag dann, sollte Trump bekannt
geben: [1][Israel und Hamas haben sich auf eine erste Stufe dieses Plans
geeinigt.]
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte bei der Debatte um Plenum
unterstrichen, dass nun die Hamas am Zug sei: „Sie muss jetzt endlich
zustimmen“. Zugleich machte die Debatte deutlich, dass Deutschland nicht in
erster Reihe an den Verhandlungen beteiligt ist, sondern vor allem dem
amerikanischen Präsidenten „dankbar sein“ müsse, wie Wadephul im Bundestag
sagte. Luise Amtsberg (Grüne) warnte vor den unklaren Auswirkungen des
Planes für die Zwei-Staaten-Lösung.
Bei allem Fokus auf die Hamas-Verbrechen des 7. Oktobers: CDU, SPD, Grüne
und Linkspartei kritisierten durchaus auch die israelische Regierung.
Johann Wadephul sagte: „Kritik, Unverständnis, vielleicht sogar Entsetzen
über diese Regierungspolitik sind legitim.“ Amtsberg kritisierte den
fortschreitenden Siedlungsbau, Jan van Aken sagte: „Der Krieg in Gaza ist
keine Selbstverteidigung.“
## Zunahme von Antisemitismus
Viele Abgeordneten drückten auch ihre Sorge vor wachsenden Antisemitismus
in Deutschland aus. So bezogen sich mehrere Abgeordnete auf eine
propalästinensische [2][Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz] am
Jahrestag des Massakers, auf der antisemitische Parolen gerufen und der
Terror der Hamas gefeiert wurde.
Auch die AfD sprach vom Kampf gegen Antisemitismus – instrumentalisierte
dies aber sofort, um Ressentiments gegen Migrantinnen und Migranten zu
schüren. In Abgrenzung dazu betonte die CDU-Abgeordnete Ellen Demuth, dass
Antisemitismus ein „deutsches Problem“ sei.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) betonte, Deutschland
stehe bereit, um die Zivilbevölkerung in Gaza zu unterstützen, damit die
Menschen [3][Zugang zu Lebensmitteln], Wasser, Energie, medizinischer
Versorgung und Unterkunft bekämen. Sie mahnte auch, die Situation im
Westjordanland und Ostjerusalem nicht zu vergessen. Eine „stabile
palästinensische Behörde“ sei „Voraussetzung für eine Zwei-Staaten-Lösung“.
Norbert Röttgen (CDU) zeigte sich diesbezüglich besonders nachdenklich. Er
hoffe, dass der israelischen Regierung und Gesellschaft nicht nur die
Bedeutung von militärischer Stärke als Erinnerung an diesen Konflikt
bleibe. Denn die „Waffe der Aussöhnung und des Friedens ist stärker“. In
diesem Sinne schloss dann auch Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke)
die Aktuelle Stunde mit den Worten: „Schalom und Salam“.
9 Oct 2025
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) David Hinzmann
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