# taz.de -- US-Präsident will Nobelpreis: Warum Trump nicht einmal Applaus verdient
       
       > Trump war für die Weiterführung Israels genozidalen Krieges
       > verantwortlich und hat ihn beendet, als es opportun war. Ihn dafür zu
       > loben, ist grotesk.
       
 (IMG) Bild: Ein Plakat mit den Konterfeis von US-Außenminister Marco Rubio, Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner in Tel Aviv
       
       Es ist schon verblüffend, wie viele sich von der [1][propagandistischen
       Selbstdarstellung Donald Trumps] als großer Friedensbringer überzeugen
       lassen. Natürlich ist es gut, dass es endlich einen Deal gibt, der
       hoffentlich Israels zerstörerische Offensive beendet, das tägliche Töten in
       Gaza stoppt und das Überleben der Geiseln sichert. Doch eines ist klar:
       Niemand außer dem US-Präsidenten hätte diesen Krieg beenden können, und
       zwar genau deshalb, weil er derjenige ist, der sein Fortführen überhaupt
       möglich gemacht hat.
       
       Trump, der Israels Armee [2][mit Waffen in Milliardenhöhe beliefert hat],
       nun einen Friedensnobelpreis zu verleihen, wäre ungefähr so, als würde man
       Benjamin Netanjahu einen Preis zur Welthungerbekämpfung widmen, weil er
       erneut Hilfslieferungen in den Gazastreifen zulässt, die er zuvor selbst
       blockiert hatte. Ähnlich verquer ist es, die Bundesregierung jetzt dafür zu
       loben, dass sie [3][Geld in den Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens
       steckt] – jenes Gaza, dessen Zerstörung sie zwei Jahre lang politisch,
       militärisch und juristisch legitimiert, verteidigt und mitgetragen hat.
       
       Warum ist die Bundesregierung plötzlich an bewohnbaren Häusern in Gaza
       interessiert? Weil es sie außer Geld nichts kostet und man so ein kleines
       bisschen den verlorenen Ruf in der Region wiederherstellen kann. Warum
       lässt Netanjahu die Hilfsgüter durch? Weil Donald Trump ihn dazu gezwungen
       hat und der Zorn des US-Präsidenten Übles für seine Zukunft nach Ende der
       israelischen Offensive bedeutet hätte.
       
       Und warum forcierte Trump den Deal? Weil es gerade mehr Vorteile für ihn
       hat als Nachteile. A) beruhigt er damit den Teil der MAGA-Bewegung, der
       zunehmend [4][ein Ende des Krieges forderte]. B) verhindert er einen
       nachhaltigen Bruch in den US-katarischen Beziehungen, die durch Netanjahus
       Angriffe auf Doha ernsthaft gefährdet waren. C) erhofft er sich aus einer
       westlich kontrollierten Wirtschaftssonderzone in Gaza finanzielle Gewinne.
       
       So funktioniert internationale Politik nun einmal, könnte man jetzt sagen.
       Verschiedene Akteure holen mit ihren Machtmitteln das Bestmögliche für sich
       raus. Und das stimmt auch. Ihnen aber dann für die Momente zu huldigen, wo
       das jeweils Beste für sie gerade einmal Frieden statt Krieg bedeutet, ist
       absurd.
       
       Von einem wirklichen Frieden kann ohnehin keine Rede sein. Der Deal mag
       zwar [5][vorerst die Waffen zum Schweigen bringen] – eine Lösung des
       jahrzehntelangen Konflikts und seiner Ursachen sieht er aber nicht vor.
       Einen dauerhaften Frieden, also ein Ende der Gewalt der israelischen
       Besatzung und ein Ende der Gewalt durch bewaffnete palästinensische
       Gruppen, wird es erst geben, wenn das palästinensische Recht auf
       Selbstbestimmung und Staatlichkeit realisiert ist.
       
       12 Oct 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /-Nachrichten-im-Nahost-Krieg-/!6119316
 (DIR) [2] https://www.welt.de/politik/ausland/article255373772/Hellfire-und-2000-Pfund-Bomben-Trump-genehmigt-Waffenlieferungen-an-Israel-fuer-7-4-Milliarden-und-brueskiert-US-Kongress.html
 (DIR) [3] /Friedensplan-im-Nahost-Konflikt/!6118676
 (DIR) [4] /Nahost-Konflikt/!6118975
 (DIR) [5] /Analyse-zur-Waffenruhe-in-Gaza/!6115099
       
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       offen.