# taz.de -- Zuschüsse für E-Autos: Gezielt fördern
       
       > Es ist richtig, Normal- und Geringverdiener beim Kauf von E-Autos
       > finanziell zu unterstützen. Warum auch sollte der Staat die Reichen
       > fördern?
       
 (IMG) Bild: Frisch aus der Montagehalle: Elektroauto von Volkswagen in Zwickau
       
       Die Bundesregierung schlägt einen richtigen Weg ein: Die
       [1][E-Auto-Förderung kommt mit einer sozialen Staffelung] zurück. Anders
       als in der Vergangenheit soll der Zuschuss künftig nicht mehr an alle
       gehen, sondern nur noch an Normal- und Niedrigverdiener:innen. Das ist gut,
       denn es ist nicht einzusehen, dass der Staat Top-Verdiener:innen ein Auto
       mitfinanziert.
       
       Dass der Umstieg auf Elektromobilität einen Anschub braucht, zeigt der
       Blick auf die Zulassungsstatistik. Auf deutschen Straßen fahren zu wenig
       E-Autos. [2][Sollen die Klimaziele erreicht werden, müssen es schnell mehr
       werden.] Die Anschaffung eines E-Autos ist nach wie vor teuer, ein Zuschuss
       kann entscheidend für die Kaufentscheidung sein. Allerdings: Wenn die
       Bundesregierung jetzt mit der Gestaltung des Programms beginnt, muss sie
       gezielt vorgehen. In Frankreich gibt es eine Förderung für
       Arbeitnehmer:innen mit geringen Einkommen in Form eines
       Leasingmodells. Das sollte ein Vorbild sein.
       
       Sehr große Elektroautos oder E-SUVs verstopfen die Straßen und sind nicht
       ökologisch. Gefördert werden sollten nur kleine Fahrzeuge. Das wäre auch
       ein Signal an die Autobauer, auf entsprechende Modelle zu setzen.
       
       An einem anderen Punkt geht die Bundesregierung in eine ganz und gar
       falsche Richtung: Sie will für die Instandsetzung und den Ausbau von
       Straßen privates Kapital mobilisieren und setzt dazu auf
       [3][Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP).] Das ist absurd, nicht nur
       angesichts der 500 Milliarden Euro, die durch das kreditfinanzierte
       „Sondervermögen“ für die Infrastruktur zur Verfügung stehen. ÖPP-Projekte
       nutzen den Kapitalgeber:innen, nicht der Allgemeinheit. Investor:innen
       setzen auf hohe Renditen bei Projekten, die der Staat absichert und bei
       denen er das Risiko trägt. Das macht Projekte sehr viel teurer als bei
       einer alleinigen Finanzierung durch die öffentliche Hand. Die Annahme, dass
       Vorhaben durch die Beteiligung privater Unternehmen effektiver werden, ist
       ein Irrtum. Der Staat sollte grundsätzlich keine ÖPP auflegen.
       
       10 Oct 2025
       
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 (DIR) Anja Krüger
       
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