# taz.de -- Grüne und CDU streiten über Verbrenner: Autogipfel sorgt in Baden-Württemberg für Koalitionskrach
> Die CDU Baden-Württemberg will kein Datum für das Verbrenner-Aus. Die
> Grünen von Ministerpräsident Kretschmann zeigen sich in der Frage
> flexibel.
(IMG) Bild: Die Zukunft des deutschen Autos dürfe „nicht unter Finanzierungsvorbehalt“ stehen, sagt Cem Özdemir, hier im Juni 2024 in Berlin
Stuttgart taz | Verschiebung oder gar kein Verbot? Vor dem Hintergrund des
bundesweiten „Autogipfels“ im Kanzleramt inszeniert Winfried Kretschmanns
Koalitionspartner in Baden-Württemberg einen Streit in der Regierung über
das [1][Verbrenner]-Aus ab 2035. CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel will
Kretschmanns Grüne zur kompletten Rücknahme drängen. Dem SWR sagte Hagel:
„Das Verbrenner-Aus der EU muss weg. Es schadet der Innovation, schwächt
unsere Industrie, gefährdet Tausende Arbeitsplätze und verlagert
Wertschöpfung in weit entfernte Regionen.“
Nun ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann, wie man spätestens seit dem
berühmten Wutausbruch auf dem Bundesparteitag 2017 weiß, selbst nie ein
Freund von festen Daten für das Ende des Verbrenners gewesen. „Das sind
doch Schwachsinnstermine“, wetterte er damals in dem heimlich aufgenommenen
Video. Entsprechend gelassen reagiert Kretschmann jetzt auf die Forderung
des Koalitionspartners: „Ob das Verbrenner-Aus 2035 verschoben wird, ist
für den globalen Klimaschutz nicht entscheidend. Die Automobilindustrie
soll die Flexibilität bekommen, die sie benötigt“, sagte der
Ministerpräsident. Er warnte aber eindringlich vor einem „Kulturkampf“ um
das Elektroauto. Die Verunsicherung der Verbraucher führe zu einer
Kaufzurückhaltung, die „Arbeitsplätze gefährdet und die wirtschaftliche
Dynamik hemmt“.
Der Kulturkampf-Vorwurf kam postwendend zurück. Die Grünen hätten genau den
jahrelang gegen das Auto geführt, erwiderte der Landes-Generalsekretär der
CDU, Tobias Vogt. Die CDU fordert vom Koalitionspartner, dass er sich
hinter die Bundesratsinitiative seiner Wirtschaftsministerin Nicole
Hoffmeister-Kraut (CDU) stellt, die das EU-Verbrenner-Aus streichen will.
Aber dazu sind die Südwestgrünen wohl nicht bereit.
Der grün-schwarze Streit ist auch ein erstes Wahlkampf-Scharmützel. Cem
Özdemir, der im März 2026 Kretschmanns Nachfolger werden will, versucht es
mit einem Blick nach vorne: „Es braucht ein Bündnis aus Industrie und
Politik, das Planungs- und Investitionssicherheit bietet“, sagte der
frühere Bundeslandwirtschaftsminister. Sowohl die Ampel als auch die
Regierung von Friedrich Merz hätten da Fehler gemacht, so Özdemir. Etwa mit
dem abrupten Ende der E-Auto-Förderung und dem gebrochenen Versprechen, die
Stromsteuer auch für Bürger abzuschaffen. Die Zukunft des deutschen Autos
dürfe „nicht unter Finanzierungsvorbehalt“ stehen, sagte Özdemir.
10 Oct 2025
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(DIR) Benno Stieber
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