# taz.de -- Jahrestagung von IWF und Weltbank: Klimaschutz immerhin umkämpft
> Die USA wollen die Finanzierung von Maßnahmen zurückdrehen. Offiziell
> spielt die Erderhitzung deshalb auf der Tagung in Washington kaum eine
> Rolle.
(IMG) Bild: Die Klimafolgen kosten jetzt schon viel Geld, Investitionen in Anpassungsmaßnahmen könnten vorsorgen. Da ist die Weltbank gefragt
Berlin taz | Die [1][USA haben sich zwar aus vielen multilateralen Foren
zurückgezogen]. Die Kontrolle über die globale Finanzpolitik zu behalten,
ist Präsident Donald Trump aber offenbar wichtig. Auf der am Sonntag zu
Ende gegangenen Jahrestagung von IWF und Weltbank wurde die Agenda der USA,
insbesondere die Klimapolitik zurückzudrehen, besonders deutlich – indem
darüber so gut wie nicht diskutiert wurde.
Schon seit April fordern die Vereinigten Staaten, die der größte
Anteilseigner der beiden zentralen Finanzinstitutionen sind, eine Abkehr
von den bisherigen Bestrebungen, Klimaschutz stärker zu fördern. Der Tenor:
[2][IWF und Weltbank sollten sich wieder stärker auf ihre „Kernaufgaben“]
konzentrieren – also etwa Finanzstabilität. In der diesjährigen
Tagungswoche ging es vor allem um die Schaffung von Arbeitsplätzen – und um
Energie. Die USA und auch einige afrikanische Länder fordern eine stärkere
Förderung von Gas und Atomkraft.
Die [3][Klimakrise dagegen] spielte auf der Jahrestagung kaum eine Rolle.
Im Vorfeld der Tagung hatten mehrere Länder, 19 der 25 Exekutivdirektoren
der Weltbank, in einer gemeinsamen Erklärung, zugesagt, dass sie die Arbeit
der Bank im Bereich Klimawandel weiterhin unterstützen würden. Neben den
USA weigerten sich aber auch Russland, Kuwait und Saudi-Arabien das
Dokument zu unterzeichnen, das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Japan und Indien erklärten, sie würden sich enthielten. Beide verhandeln
derzeit Handelsabkommen mit den USA.
IWF und Weltbank hatten im Herbst 2022 eine Reform der Institutionen
angekündigt. Die Entwicklungsbank etwa sollte nicht mehr nur
Armutsbekämpfung zum Ziel haben, sondern auch zum Erhalt eines
„lebenswerten Planeten“ beitragen. Im Wesentlichen wollten beide Institute
mehr Kapital für Investitionen in Klimaschutz bereitstellen.
## Kaum aufzuhalten
„Die Tatsache, dass Klimaschutz entgegen dem Willen der meisten
Exekutivdirektoren nicht im Rahmen des offiziellen Programms von Weltbank
und IWF besprochen wurde, ist ein Rückschlag für den Klimaschutz“, sagte
Ute Sudmann, Leiterin des Bereichs Zukunftsfähige Finanzflüsse bei der
Zivilorganisation Germanwatch, der taz.
Sudmann begleitete die Tagung in Washington. Ihr Eindruck sei ganz klar,
dass die Klimapolitik von Weltbank und IWF „schwer umkämpft“ bleibe,
berichtete sie. Immerhin sei der „fahrende Zug“ der Bemühungen nicht mehr
so leicht umkehrbar. Zum Beispiel hätten viele Länder den IWF aktiv
aufgefordert, Klimaaspekte systematisch in ihre Berichte zu integrieren. So
nehmen von 60 Länderberichten 52 Bezug auf die Klimaaktionspläne der
Länder.
Weltbankchef Ajay Banga hob hervor, dass mittlerweile 48 Prozent aller
Investitionen [4][in Klimafinanzierungen] fließen. Allerdings komme es hier
auf die Definition an, erklärt Dustin Schäfer, Experte für Multilaterale
Finanzinstitutionen bei der NGO Urgewald: „Wenn die Weltbank beispielsweise
ein Gaskraftwerk mit effizienterer Technik ausstattet, fällt diese
Förderung auch unter ‚Klimafinanzierung‘.“ Schäfer fordert die Bank auf,
direkt auf erneuerbare Energien zu setzen, „anstatt die Transformation mit
fossilen Übergangslösungen unnötig zu verzögern“.
Germanwatch wie auch Urgewald erkennen die Bemühungen der EU an, die
Klimafinanzierungsziele zu verteidigen. Dennoch „scheint es aktuell
insbesondere darum zu gehen, das Schlimmste zu vermeiden“, sagte Sudmann.
Aktiv weitere Verbesserungen voranzutreiben, sei angesichts der Gemengelage
unmöglich.
19 Oct 2025
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## AUTOREN
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