# taz.de -- Finanzministerium gegen Milliardärsteuer: Keine Sorge für Superreiche
       
       > Die G20-Staaten denken über eine internationale Vermögenssteuer nach. In
       > der Bundesregierung finden das einige gut – und andere so gar nicht.
       
 (IMG) Bild: Brasilien bringt eine internationale Milliardärsteuer bei einem Treffen der G20 auf die Agenda – Deutschland hält dagegen
       
       Berlin dpa | Das FDP-geführte Bundesfinanzministerium lehnt eine auf Ebene
       der G20 diskutierte Steuer für Milliardäre ab. „Wir halten die Idee einer
       globalen Mindestvermögensteuer nicht für zielführend“, heißt es in
       Ministeriumskreisen. Auch international sei die vom diesjährigen
       G20-Vorsitzland Brasilien vorgestellte Idee nicht konsensfähig. Beim
       Treffen der Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländer in
       dieser Woche in Rio de Janeiro werde das Thema daher auch nicht konkret
       beraten.
       
       Das Finanzministerium setzt sich stattdessen dafür ein, stärker gegen
       Vermögensverschleierung und Steuerumgehung vorzugehen. „Das muss
       grenzüberschreitend bekämpft werden“, hieß es.
       
       Das Konzept Brasiliens sieht vor, dass Milliardäre jährlich mindestens zwei
       Prozent ihres Vermögens an ihren Heimatstaat abführen. Das könne zu
       Einnahmen von bis zu 250 Milliarden Dollar führen, die zur Bekämpfung von
       Hunger und Konflikten, zur Pandemievorsorge und für Klimaschutz eingesetzt
       werden könnten. Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hatte sich
       offen für die Idee gezeigt.
       
       Die Milliardärsteuer ist nicht das einzige umstrittene Thema, das im
       Abschlussdokument des Finanzminister-Treffens ausgeklammert werden soll.
       Die unterschiedlichen Bewertungen der G20-Staaten zum russischen Krieg
       gegen die Ukraine und zum Nahost-Konflikt sollen nicht im Kommuniqué,
       sondern nur in einem gesonderten Papier des Gastgeberlandes aufgegriffen
       werden.
       
       Seit Beginn des Ukraine-Kriegs waren mehrfach keine Abschlusserklärungen
       zustande gekommen, weil auch Russland Mitglied der G20 ist und eine
       Erwähnung des Krieges ablehnte. Deutschland wird bei dem Treffen in
       Brasilien von Finanz-Staatssekretär Heiko Thoms vertreten, Finanzminister
       Christian Lindner (FDP) reist nicht an.
       
       24 Jul 2024
       
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