# taz.de -- Tricks von Lebensmittelproduzenten: Zu viel Luft im Nudelkarton
       
       > In manchen Verpackungen ist jetzt weniger drin als früher. In Frankreich
       > müssen Händler das nun kennzeichnen – Deutschland wartet ab.
       
 (IMG) Bild: Händler in Frankreich müssen seit dieser Woche kennzeichnen, wenn ein Hersteller den Preis pro Liter, Kilo oder Gramm erhöht hat
       
       Deutschland hat den Ruf, ein Land zu sein, in dem vieles bis ins kleinste
       Detail geregelt ist. Dass Ruf und Wirklichkeit mitunter auseinandergehen,
       zeigt sich ausgerechnet bei einem Thema, das viele Verbraucher:innen
       umtreibt, vor allem seit den merklichen [1][Preissteigerungen bei
       Lebensmitteln: Mogelpackungen].
       
       Die Situation ist absurd. Denn es gibt hierzulande nicht einmal eine
       gesetzliche Definition einer Mogelpackung. Im Karton ist ein Drittel Luft?
       Das kann ein Gericht als Mogelpackung werten. Oder auch nicht. Dass
       zahlreiche Hersteller die Lücke nutzen, lässt sich beim alltäglichen
       Einkauf beobachten – oder, für alle, die mehr Empirie mögen, bei der
       [2][Verbraucherzentrale Hamburg] oder der [3][Stiftung Warentest]. Beide
       dokumentieren von Verbraucher:innen gemeldete Fälle.
       
       Da ist der Nudelkarton, der nur zu rund zwei Dritteln gefüllt ist. Da wurde
       bei der Mehrfachpackung von Eis am Stiel das einzelne Eis verkleinert, der
       Preis bleibt gleich. Und beim Tee stecken deutlich weniger Beutel in der
       Packung, der Preis wurde aber nur leicht gesenkt. Gerade Kund:innen, die
       das Produkt nur ab und an kaufen und nicht genau hinschauen, werden die
       Täuschung nicht bemerken. Ganz im Sinne der Hersteller. Die reden sich
       gerne mit veränderten Konsumgewohnheiten heraus, mit steigenden
       Einkaufspreisen oder Produktionsbedingungen. Alles legitime Gründe für
       Veränderungen – aber keine für Verschleierungen.
       
       Das [4][Problem ist nicht auf Deutschland beschränkt. Doch woanders geht es
       voran.] So müssen etwa Händler in Frankreich seit dieser Woche
       kennzeichnen, wenn ein Hersteller den [5][Preis pro Liter], Kilo oder Gramm
       erhöht hat – eine Maßnahme gegen eine derzeit besonders beliebte Variante
       der Mogelpackungen, wie bei den Beispielen Eis und Tee. Doch nicht einmal
       auf eine derart sanfte Vorgabe hat sich die Bundesregierung verständigt.
       Stattdessen wartet sie auf die EU. Klappt die Gesetzgebung hier, wird es
       allerdings noch rund sechs Jahre dauern, bis [6][täuschende oder
       überflüssige Verpackungen] verboten sein sollen.
       
       1 Jul 2024
       
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