# taz.de -- Parteispenden im Jahr 2022: Kaum Großspenden an Parteien
       
       > Nach der Bundestagswahl haben die Parteien nur wenig größere
       > Einzelspenden bekommen. Die größte ging an eine Partei, die gar nicht im
       > Bundestag ist.
       
 (IMG) Bild: Bekam die größte Einzelspende, ohne im Bundestag zu sein: Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
       
       Berlin dpa | Die Einnahmen der Parteien aus Großspenden sind in diesem Jahr
       drastisch zurückgegangen. Nach einem Rekordaufkommen von rund 12,5
       Millionen Euro im Bundestagswahljahr 2021 kamen die im Parlament
       vertretenen Parteien 2022 zusammen nur noch auf rund 760.000 Euro. Diese
       Summe teilten sich [1][CDU] (570.052 Euro) und Grüne (190.002 Euro).
       [2][SPD], Grüne, CSU, Linke und [3][AfD] gingen bis Weihnachten jeweils
       leer aus, wie aus der Veröffentlichung des Bundestags hervorgeht.
       
       Allerdings überweisen manche Großspender oft erst kurz vor oder nach
       Weihnachten Geld an die Parteien. Bis zur Veröffentlichung durch den
       Bundestag vergehen einige Tage. Dies könnte die Bilanz noch etwas
       aufbessern.
       
       Als Spendenkönig darf sich die nicht im Bundestag vertretene DKP fühlen.
       Die linke Partei bekam mit 270.255 Euro die größte Einzelspende. Zusammen
       mit einer weiteren Zuwendung von 80.000 Euro erzielte sie Einnahmen von
       350.255 Euro. Bei der Bundestagswahl 2017 war die DKP zunächst gar nicht
       zugelassen worden. Sie musste sich die Teilnahme erst vor dem
       Bundesverfassungsgericht erstreiten.
       
       Politische Parteien finanzieren sich in Deutschland vor allem durch
       Mitgliedsbeiträge, Geld vom Staat und Spenden. Einzelspenden über 50.000
       Euro müssen die Parteien dem Bundestagspräsidenten sofort melden, der die
       Angaben zeitnah veröffentlichen muss. Zuwendungen, die im Jahr 10.000 Euro
       übersteigen, müssen mit Namen und Anschrift des Spenders sowie der
       Gesamtsumme im Rechenschaftsbericht verzeichnet werden. Er wird dem
       Bundestagspräsidenten zugeleitet.
       
       27 Dec 2022
       
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