# taz.de -- Ermittlungen gegen Berliner Polizisten: Dritte rechte Chatgruppe
       
       > Wieder kommt eine Chatgruppe ans Licht, in der Polizisten rechtsextreme
       > Inhalte tauschen. Bei fünf Beschuldigten gab es Durchsuchungen.
       
 (IMG) Bild: Ermittlungen gegen Berliner Polizisten, die Mitglied in einer rechten Chatgruppe sein sollen
       
       Berlin taz | Aufgrund des Verdachts rechtsextreme Inhalte in einer
       Chatgruppe gepostet zu haben, wird gegen fünf Berliner Polizist*innen
       ermittelt. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, seien Wohn- und
       Aufenthaltsorte und zwei Dienstanschriften der Beschuldigten durchsucht
       worden. Ermittelt wird wegen Volksverhetzung und des Verwendens von
       verfassungsfeindlichen Symbolen.
       
       Die Beschuldigten sollen in einer Chatgruppe mit zwölf Teilnehmer*innen
       „menschenverachtende Inhalte“ versandt haben. Laut Polizeiangaben verliefen
       die Durchsuchungen „erfolgreich“, die Auswertungen der Beweismittel
       dauerten an. Neben der strafrechtlichen Verfolgung prüft die Polizei
       disziplinare bzw. dienstrechtliche Maßnahmen gegen alle Beteiligten der
       Gruppe.
       
       Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft in Kooperation mit der
       neuen [1][fünfköpfigen polizeiinternen Ermittlungsgruppe „Zentral“]
       geführt. Die beim Landeskriminalamt angesiedelte Gruppe hatte im April ihre
       Arbeit aufgenommen, um „mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen
       rechtsextremistischen Straftaten, die durch Polizisten begangen wurden“ zu
       untersuchen, wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik bei der Vorstellung
       sagte.
       
       Auf den aktuellen Fall stießen die Polizei-Ermittler durch die
       Handyauswertung in einem weiteren Ermittlungsverfahren, bei dem es um den
       Verdacht des Geheimnisverrats geht. Womöglich handelt es sich bei diesem
       Verfahren um jenes gegen den Polizisten [2][Detlef M.], der unmittelbar
       nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz im Dezember
       2016 Polizeiinterna an eine AfD-Chatgruppe weiterleitete, zu der auch ein
       Verdächtiger der rechten Anschlagsserie in Neukölln gehörte. Auf eine
       entsprechende Anfrage der taz hieß es von der Polizei lediglich, dass in
       jenem Verfahren Strafbefehl beantragt wurde und es bereits gerichtsanhängig
       ist.
       
       Der innenpolitische Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus, Benedikt Lux,
       sagte der taz: „Sollte es sich um Detlef M. handeln, stellt sich die Frage,
       wieso erst fünf Jahre nach seinem mutmaßlichen Geheimnisverrat, diese
       Schritte erfolgten. Ich erwarte, dass die weiteren Ermittlungen gegen die
       beteiligten Polizisten viel schneller voran gehen und auch deren Umfeld
       untersucht wird.“ Grundsätzlich forderte Lux: „Rechtsextreme Polizisten
       müssen konsequent aus dem Dienst entfernt werden.“ Für die nächste Sitzung
       des Innenausschusses forderte er „volle Aufklärung“.
       
       ## Mehr als Einzelfälle
       
       Die nun aufgeflogene Chatgruppe ist bereits die dritte größere innerhalb
       der Berliner Polizei. Im Februar 2020 war bekannt geworden, dass sich
       [3][25 Polizistinnen über mehrere Jahre immer wieder rassistische und
       rechtsextreme Chatnachrichten zugeschickt hatten]; die einzelnen Mitglieder
       waren aber nicht bekannt. Eine Gruppe mit [4][26
       Polizeischüler*innen] war im Oktober aufgeflogen; die
       Staatsanwaltschaft hatte gegen sieben Beschuldigte Ermittlungen
       eingeleitet, [5][sechs durften ihre Ausbildung nicht fortsetzen].
       
       Dazu kommen Fälle, in denen Polizisten in externen Gruppen aktiv waren. So
       war etwa im Februar 2020 ein aus Hessen nach Berlin gewechselter Polizist
       aufgeflogen, der [6][Wortführer in einer rechtsextremen WhatsApp-Gruppe]
       gewesen sein soll.
       
       14 Jul 2021
       
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 (DIR) [6] https://www.tagesspiegel.de/berlin/auf-dem-handy-etwas-gefunden-berliner-polizist-soll-wortfuehrer-in-rechtsextremem-chat-sein/25560826.html
       
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