# taz.de -- Protest gegen Viktor Orbán: Kroatische Partei tritt aus EVP aus
       
       > Die traditionsreiche HSS verlässt die Konservativen im Europaparlament –
       > unter anderem wegen des Verhaltens des ungarischen Ministerpräsidenten
       > Viktor Orbán.
       
 (IMG) Bild: „Sie haben auch das Recht, zu wissen, was Brüssel plant“: Orbáns Poster gegen Juncker
       
       Zagreb dpa | Die traditionsreiche Kroatische Bauernpartei (HSS) tritt unter
       anderem wegen des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán aus der
       konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) aus. „Mit der Zeit hat sich
       diese Gruppierung verändert“, hieß es in einer Stellungnahme des
       HSS-Präsidiums vom Sonntagabend.
       
       Orbán hatte in der Vorwoche in Ungarn eine Plakataktion gestartet, die den
       EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker als angeblichen Förderer der
       illegalen Migration angreift. Die Plakate, die Juncker und den liberalen
       US-Milliardär George Soros in unvorteilhafter Pose zeigen, hatten in den
       Reihen der EVP Empörung ausgelöst und Rufe nach einem Ausschluss der
       rechts-nationalen ungarischen Regierungspartei Fidesz laut werden lassen.
       
       Der EVP gehören auch die CDU und CSU an. Deren Vertreter hatten Orbán wegen
       der Plakataktion scharf kritisiert, sich aber nicht den Rufen nach
       Ausschluss der Fidesz-Partei angeschlossen. EVP-Fraktionschef Manfred Weber
       (CSU) möchte nach der Europawahl im kommenden Mai Junckers Nachfolger
       werden.
       
       Die HSS begründete ihren EVP-Austritt vor allem damit, dass Orbán-nahe
       Geschäftsleute Medien in Kroatien aufgekauft haben, die nunmehr „Hass
       verbreiteten“. Sie kritisierte zudem, dass in der EVP nur die Stimme der
       größten kroatischen rechten Partei, der regierenden Kroatischen
       Demokratischen Gemeinschaft (HDZ), gehört werde. Die kleine Agrarier-Partei
       hat derzeit im 151-sitzigen kroatischen Parlament (Sabor) vier, im
       Europaparlament eine Abgeordnete.
       
       25 Feb 2019
       
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