# taz.de -- Delegierter Schuster über Groko-Nein: „Kein Untergang bei Neuwahlen“
       
       > Der Bremer Delegierte Joachim Schuster will beim SPD Bundesparteitag
       > gegen eine erneute Große Koalition stimmen. Das Sondierungsergebnis
       > genügt ihm nicht.
       
 (IMG) Bild: Liegt da die Zukunft? Joachim Schuster wäre Martin Schulz wohl bei der Suche behilflich
       
       taz: Herr Schuster, wird die SPD von ihren Ängsten bestimmt? 
       
       Joachim Schuster: Nein, es geht nicht um Ängste. Das halte ich für eine
       Fehlinterpretation. Es geht bei dem Sonderparteitag um eine
       Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Auffassungen über die Zukunft
       der Partei. Wir haben in den letzten fast 20 Jahren in
       Regierungsverantwortung knapp die Hälfte unserer Wählerschaft eingebüßt.
       Ein Teil hält es deshalb für notwendig, den Kurs, den wir seit 1998
       verfolgt haben, grundsätzlich zu ändern und lehnt eine Fortsetzung der
       Großen Koalition ab. Der andere Teil sieht die SPD in der Verantwortung,
       ihre Ziele in der Regierung zu verfolgen.
       
       Es geht in Bonn also darum, ob man die Gefahr für größer hält, bei
       Neuwahlen unterzugehen oder in einer Koalition? 
       
       Die Gefahr, dass wir bei Neuwahlen untergehen, sehe ich nicht. Es kann
       passieren, dass wir verlieren – aber zum Untergang wird es nicht kommen.
       
       Kommt Generalsekretär Lars Klingbeil zu den Vorberatungen her, um den
       linken Bremer Verband auf Kurs zu bringen? 
       
       Ich erwarte, dass er für die Zustimmung werben wird. Aber bisher nehme ich
       die innerparteiliche Diskussion als wohltuend sachlichen Austausch der
       Argumente wahr, ganz ohne Schuldzuweisungen. Das hatten wir in der SPD
       schon ganz anders.
       
       Sie stimmen aber für Neuwahlen? 
       
       Das hat die Union in der Hand: Wenn die Angebote machen würde, hielte ich
       es für richtig, zu verhandeln. Wenn Frau Merkel es aber beispielsweise in
       der Flüchtlingspolitik für wichtiger hält, Rücksicht auf die CSU zu nehmen,
       können wir da wohl nicht mitgehen. Ich habe zumindest den Eindruck, dass
       die Bremer SPD mehrheitlich skeptisch auf die Sondierungsergebnisse schaut.
       
       Und Sie? 
       
       Auch wenn ich sie nicht in Bausch und Bogen verdammen möchte: Die
       Ergebnisse der Sondierung sind keine geeignete Basis für
       Koalitionsverhandlungen.
       
       20 Jan 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Benno Schirrmeister
       
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