# taz.de -- Kommentar Angela Merkel und die CDU: Noch einige Asse im Ärmel
       
       > Stolpert Merkel wirklich über ihre liberale Flüchtlingspolitik? Nein,
       > denn die Bundeskanzlerin hat noch viele Optionen.
       
 (IMG) Bild: „Ist die Kanzlerin noch zu retten?“ Prust, gnihihi: Angela Merkel.
       
       Glaubt man wichtigen Meinungsmachern, dann steht es sehr, sehr schlecht um
       das politische Überleben Angela Merkels. Der Stern fragte auf der ersten
       Seite finster: „Ist sie noch zu retten?“, während der Spiegel kurz „Die
       Einsame“ titelte. Es stimmt ja, Merkel hat einen schweren Stand in Europa
       [1][und in ihrer eigenen Partei]. Aber stürzt sie tatsächlich über ihre
       liberale Flüchtlingspolitik?
       
       Abwarten. Diese Kanzlerin ist noch im Spiel! Um das zu belegen, braucht man
       gar nicht darauf hinzuweisen, dass weit und breit kein geeigneter
       Nachfolger zu sehen ist. Ehe man sichs versieht, könnte Merkel noch ein
       paar Asse aus dem Ärmel zaubern. Wenn ihre Strategie einer europaweiten
       Lösung der Krise weiterstockt, bleiben der Kanzlerin mehrere Alternativen,
       um die Flüchtlingszahlen zu senken.
       
       Da wären zum Beispiel die Ideen von Julia Klöckner, die viele jetzt als
       Wahlkampfgeklingel abtun. Was die Rheinland-Pfälzerin vor Wochen als „Plan
       A 2“ veröffentlichte und jetzt erneut präsentierte, liest sich, als habe
       das Kanzleramt mitgeschrieben.
       
       Hotspots in anderen EU-Staaten, Erstaufnahmeeinrichtungen an Grenzen,
       flexible Kontingente: All das sind Lösungen, die Merkel anordnen könnte,
       ohne sich zu korrigieren. Denn mit einer fixen Obergrenze haben sie nichts
       zu tun. Klöckner skizziert also einen gesichtswahrenden Kompromiss zwischen
       Merkel und CSU-Chef Seehofer.
       
       Auch in der EU sieht es für Merkel lange nicht so katastrophal aus, wie
       viele vermuten. Andere Staaten kontrollieren ihre Grenzen inzwischen
       restriktiv, sie reduzieren so die Zahl der Flüchtlinge, die es nach
       Deutschland schaffen.
       
       Selbst der Deal mit der Türkei ist für Merkel längst nicht perdu. Zur
       Erinnerung: Die EU hat der Regierung in Ankara gerade mal drei Milliarden
       Euro versprochen, damit sie die Flüchtlinge im Land behält. Merkel wäre
       bereit, ein Vielfaches zu zahlen.
       
       Macht besitzt, wer Optionen hat – und Merkel hat einige. Diese Kanzlerin
       hat es schon oft geschafft, aussichtslose Situationen für sich zu wenden.
       
       22 Feb 2016
       
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