# taz.de -- UN-Bericht über weltweite Abholzung: Der Wald schrumpft langsamer
       
       > In Deutschland hat sich die Waldfläche seit 2010 kaum verändert. Während
       > der Regenwald in Brasilien schrumpft, wird in China aufgeforstet.
       
 (IMG) Bild: Es grünt so grün. Um den brasilianischen Regenwald ist es aber eher schlecht bestellt.
       
       ROM dpa | Die Abholzung der Wälder hat sich in den vergangenen Jahren
       verlangsamt. Zu diesem Schluss kommt die UN-Organisation für Ernährung und
       Landwirtschaft (FAO) in ihrem am Montag veröffentlichten
       [1][Weltwaldbericht]. Demnach verringerten sich die Waldflächen weltweit in
       den 90er Jahren um jährlich 0,18 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren
       betrug der Nettoverlust noch 0,08 Prozent pro Jahr. FAO-Generaldirektor
       José Graziano da Silva sprach von einem „sehr ermutigenden Trend“.
       
       Nach dem Bericht der Welternährungsorganisation, der am Montag von da Silva
       und Südafrikas Präsident Jacob Zuma bei einem Kongress in Durban
       vorgestellt werden sollte, gab es 2015 noch 3,999 Milliarden Hektar Wald
       auf der Welt. Das entspricht 30,6 Prozent der Landfläche des Planeten.
       
       Dies bedeutet einen Netto-Rückgang um 129 Millionen Hektar (1,29 Mio.
       Quadratkilometer) seit dem Jahr 1990 – so groß ist etwa das Staatsgebiet
       Südafrikas. Während in Europa und Asien die Wälder wachsen, schrumpfen sie
       in Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Ozeanien weiter.
       
       Den meisten Wald gibt es demnach in Russland. Im größten Land der Erde sind
       knapp 815 Millionen Hektar bewaldet. An zweiter Stelle steht Brasilien mit
       knapp 494 Millionen Hektar. Doch der südamerikanische Riese ist zugleich
       der größte Waldvernichter mit einem gemeldeten Verlust von jährlich 984.000
       Hektar im Zeitraum 2010 bis 2015. Auf der Negativliste folgen Indonesien
       und Myanmar.
       
       ## Blick auf die Klimakonferenz
       
       Dagegen steht China mit gut 1,5 Millionen Hektar pro Jahr an oberster
       Stelle der Aufforster, gefolgt von Australien und Chile. Deutschland reiht
       sich in dem Bericht unter die Länder ein, in denen sich die Waldfläche im
       gleichen Zeitraum nicht nennenswert verändert hat.
       
       Laut FAO wurden für die neueste Ausgabe der alle fünf Jahre erscheinenden
       Studie 234 Länder beziehungsweise Territorien ausgewertet. Der diesjährige
       Report komme zu einem entscheidenden Zeitpunkt, an dem die Nachhaltigen
       Entwicklungsziele (SDG) für 2030 definiert würden, sagte da Silva. Er sei
       auch wichtig mit Blick auf die Klimakonferenz in Paris im Dezember. Wälder
       speichern große Mengen Kohlenstoff und tragen erheblich zur Luftqualität
       bei.
       
       Zu einer weniger zuversichtlichen Einschätzung als die FAO kam am
       vergangenen Mittwoch die US-Online-Plattform Global Forest Watch (GFW). Sie
       meldete, die Erde habe 2014 rund 18 Millionen Hektar Wald verloren, was der
       größte Jahresverlust seit 2001 sei. Nach Angaben des
       Weltressourceninstituts (WRI) werden Wälder vor allem gerodet, um Flächen
       zur Gewinnung von Rohstoffen wie Gummi und Palmöl sowie für Rinderfarmen
       und Sojaanbau zu schaffen.
       
       7 Sep 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://docs.dpaq.de/9558-global_forestry_resources_assessement__fra_-2.pdf
       
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