# taz.de -- Asylrecht in Ungarn: Zaun an der Grenze zu Serbien
       
       > Das Parlament hat der Verschärfung des Asylrechts und der Errichtung
       > eines Grenzzauns zugestimmt. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR kritisiert
       > das.
       
 (IMG) Bild: Flüchtlinge im Auffanglager Debrecen in der Nähe von Budapest.
       
       Budapest ap | Ungarn will sich gegen den immer größeren Zustrom von
       Flüchtlingen mit einem schärferen Asylrecht und dem umstrittenen Zaun an
       der Grenze zu Serbien schützen. Das Parlament stimmte am Montag
       mehrheitlich den Vorschlägen für ein härteres Einwanderungsgesetz zu.
       Zugleich billigten die Abgeordneten der regierenden Fidesz-Partei zusammen
       mit den verbündeten Christdemokraten und der rechtsextremen Jobbik-Partei
       einen Vorstoß für den Bau des geplanten Zauns.
       
       Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen kritisierte die
       Verschärfung des Asylrechts. Menschen, die vor Verfolgung flöhen, sei es
       damit „unmöglich“, internationalen Schutz in Ungarn zu bekommen, teilte
       UNHCR mit.
       
       Rund 7.2 000 Migranten sind seit Jahresbeginn illegal in das EU-Land
       gelangt, die meisten von ihnen über Serbien. 2014 ersuchten 43. 000 in
       Ungarn um Asyl. Doch viele reisten schnell Richtung Deutschland und andere
       EU-Länder weiter, bevor ihre Anträge bearbeitet waren.
       
       Von dem vier Meter hohen Zaun verspricht sich die Regierung, den Zustrom
       von Flüchtlingen besser kontrollieren zu können. Er soll zunächst an rund
       zehn Orten entlang der Grenze aufgestellt werden, wo Schlepperbanden
       besonders aktiv sind. „Wirtschaftsflüchtlinge sollten an den Grenzen von
       Ungarn gestoppt werden, und damit auch an den Grenzen Europas“, sagte der
       Fidesz-Fraktionsführer Antal Rogan vor der Abstimmung im Parlament. Der von
       anderen EU-Ländern kritisierte Zaun ist als vorübergehende Maßnahme
       gedacht, er soll in wenigen Monaten stehen.
       
       Den schärferen Regeln zufolge können Behörden das Asylgesuch von Migranten
       annullieren, wenn diese sich für mehr als 48 Stunden von der ihnen
       zugewiesenen Unterkunft entfernen. Auch wird der Zeitraum, in dem
       Asylsuchende festgehalten werden können, verlängert.
       
       6 Jul 2015
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Ungarn
 (DIR) Asylrecht
 (DIR) Grenzzaun
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) UNHCR
 (DIR) Schwerpunkt Rassismus
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Sinti und Roma
 (DIR) Ungarn
 (DIR) Ungarn
 (DIR) Serbien
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Flüchtlinge
 (DIR) Ungarn
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Hetze an der serbischen Grenze: Rechter Mob auf Ausländerjagd
       
       Anhänger der rechtsextremen Partei Jobbik versuchen Flüchtlinge vom
       Grenzübertritt abzuhalten. Das tun sie mit Gewalt.
       
 (DIR) Ungarischer Grenzzaun: Ab und zu geht das Tor auf
       
       Ungarn versucht, Flüchtlingen den Weg nach Europa zu versperren. Wer aber
       durchkommt, wird mit einem Bus weiterbefördert.
       
 (DIR) Roma-Diskriminierung in Ungarn: In der ultrarechten Denkfabrik
       
       Der Bürgermeister von Ózd will die Roma aus seiner Stadt vertreiben. Die
       ultrarechte Partei Jobbik nutzt die Stadt als Labor fürs Regieren.
       
 (DIR) Ungarn gegen Flüchtlinge: Aktion an der Grenze
       
       Die ungarische Regierung holt sich die Legitimation für eine Mauer gegen
       Flüchtlinge. Neonazis prahlen damit, Jagd auf diese zu machen.
       
 (DIR) Grenzzaun zu Serbien errichtet: Ungarn macht zu
       
       In Ungarn hat der Bau eines vier Meter hohen Zauns an der Grenze zum
       Nachbarland begonnen. Er soll auf 175 Kilometern für eine Abschottung
       sorgen.
       
 (DIR) Kolumne German Angst: Augen zu, Problem gelöst
       
       Die Griechenlandkrise erinnert viele Serben an die letzten Monate
       Jugoslawiens: Der reiche Norden lässt den armen Süden im Stich.
       
 (DIR) EU-Beschlüsse zur Flüchtlings-Verteilung: 8.000 kommen nach Deutschland
       
       Das Innenministerium will sich an der vorgeschlagenen Quote von 20 Prozent
       orientieren. Vom Scheitern einer festen Quote zeigten sich in Berlin viele
       enttäuscht.
       
 (DIR) Dublin-III-Stopp zurückgenommen: Ungarn zieht den Schwanz ein
       
       Nach Kritik aus Brüssel: Die Ankündigung Ungarns, das
       EU-Flüchtlingsabkommen auszusetzen, wurde nach nicht mal 24 Stunden
       zurückgenommen.
       
 (DIR) Flüchtlingspolitik in Ungarn: Orbán macht dicht
       
       Die Ankündigung Ungarns, einen Zaun an der Grenze zu Serbien zu errichten,
       löst in Belgrad Empörung aus. Ein bilateraler Gipfel ist geplant.