# taz.de -- NSA-Untersuchungsausschuss: BND suchte gezielt EU-Ministerien
       
       > Die NSA lieferte die Suchbegriffe, der Bundesnachrichtendienst
       > durchforstete sie im August 2013 nach Mailadressen von europäischen
       > Ministerien.
       
 (IMG) Bild: Die BND-Abhörstation in Bad Aibling.
       
       BERLIN dpa | Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat im August 2013 in den
       vom US-Geheimdienst NSA übermittelten Spähzielen gezielt nach europäischen
       Regierungsstellen gesucht.
       
       Ein Sachbearbeiter aus der BND-Abhörstation Bad Aibling sagte am Mittwoch
       im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages, er habe damals von seinem
       Dienststellenleiter den Auftrag bekommen, die von der NSA angelieferten
       Suchbegriffe nach Mailadressen von europäischen Ministerien zu
       durchforsten. Den Hintergrund des Auftrags habe er nicht gekannt, sagte er.
       Normalerweise habe sich die BND-Zentrale in Pullach um die Prüfung der
       NSA-Suchkriterien gekümmert.
       
       Der Zeuge wollte sich nicht zur Zahl der Treffer äußern. Er habe direkt
       einige unzulässige Selektoren gefunden und dies einen Tag später seinem
       Chef gemeldet. Der habe angewiesen, die problematischen Suchkriterien
       auszusortieren.
       
       Der BND-Mitarbeiter erklärte, anschließend habe er die Suche über drei
       Wochen vertieft, weitere Treffer gemacht und auch diese aus der aktiven
       Suche herausgenommen. Seinen Vorgesetzten habe er über die weiteren Funde
       aber nicht mehr informiert.
       
       Der BND überwacht von Bad Aibling aus internationale
       Satellitenkommunikation und lässt den US-Geheimdienst NSA an den
       abgefangenen Daten teilhaben. Die NSA übermittelt dazu Suchbegriffe
       (Selektoren) wie Handynummern oder Mailadressen. Die NSA nutzte die
       Kooperation – entgegen der Vereinbarung – aber auch dafür, um an Daten
       europäischer Ziele heranzukommen.
       
       21 May 2015
       
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