# taz.de -- US-Bürger demonstrieren gegen TTIP: „Krieg gegen arbeitende Amerikaner“
       
       > Die Allianz gegen das Schnellverfahren, mit dem der US-Kongress TTP und
       > TTIP beschließen will, wächst. Aber nützen wird das nichts.
       
 (IMG) Bild: Kein TTIP-Freund: der demokratische Senator Bernie Sanders
       
       WASHINGTON taz | Stahlarbeiter, Umweltschützer und demokratische
       Kongressabgeordnete stehen unter den blühenden Kirschbäumen vor dem Kapitol
       in der US-Hauptstadt. „Nein zum Fast Track“ steht auf ihren Transparenten.
       Sie sind wütend. Immer wieder erheben sie die Fäuste.
       
       An diesem Mittwoch wettern sie gegen ein beschleunigtes Verfahren („Fast
       Track“) bei der Abstimmung des Kongresses; gegen die beiden
       Freihandelsabkommen überhaupt – mit den pazifischen Ländern, TPP, und mit
       der EU, TTIP – und, ohne seinen Namen zu nennen, auch gegen ihren eigenen
       Präsidenten.
       
       „Wir haben Freihandel ausprobiert“, sagt Senator Bernie Sanders, „es
       funktioniert nicht.“ Er nennt „Millionen von Arbeitsplätzen“ und „60.000
       Fabriken“ in den USA, die dem Freihandel mit Mexiko und Kanada seit 1994
       zum Opfer gefallen seien. Er spricht von einem „Krieg gegen arbeitende
       Amerikaner“.
       
       Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts fordert die Versammelten auf,
       „kämpft gegen die geheimen Deals“. Wenn Kongressabgeordnete Einblick in die
       bisherigen Dokumente aus Freihandelsverhandlungen nehmen wollen, dürfen sie
       das nur unter Aufsicht in einem Raum im Kellergeschoss des Kapitols tun.
       „Was versteckten sie?“, fragt Senator Sharrod Brown aus Ohio.
       
       ## Demokraten demonstrieren
       
       Auch aus dem Repräsentantenhaus sind Demokraten bei der Demonstration. „Ich
       bin nicht in den Kongress gekommen, um meinen Verfassungsauftrag
       aufzugeben“, ruft Rosa DeLauro aus Connecticut ins Mikrofon. Alan Grayson
       aus Florida spricht von einem „Ausverkauf der Regierung“. Und fügt hinzu:
       „Es macht keinen großen Unterschied, ob sie aus Demokraten oder
       Republikanern besteht.“
       
       Weiter weg vom Mikrofon sagen Stahlarbeiter, dass Präsident Obama einen
       Keil in die Reihen seiner eigenen Partei getrieben hat. Ein demokratischer
       und ein republikanischer Kongressabgeordneter haben in dieser Woche
       gemeinsam einen Gesetzentwurf für einen „Fast Track“ vorgelegt. Die
       republikanische Partei unterstützt das vom Weißen Haus gewünschte Prozedere
       geschlossen. Doch bei den Demokraten wächst die Zahl der Gegner täglich.
       
       Gewerkschaften und Umweltbewegung sind selten einmütig gegen den „Fast
       Track“. Ihre Anhänger lassen die Telefone bei Kongressabgeordneten
       heißlaufen. Dass der Kongress in den nächsten Tagen gegen den „Fast Track“
       stimmt, ist dennoch unwahrscheinlich. Die Republikaner haben die Mehrheit
       in beiden Kammern.
       
       17 Apr 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dorothea Hahn
       
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