# taz.de -- Probleme in der Asse: Rückholung droht zu scheitern
       
       > Im Bergwerk Asse lagern 126.000 Fässer mit schwach- und
       > mittelradioaktiven Abfällen. Nun gibt es Streit um das Konzept zur
       > Atommüll-Bergung.
       
 (IMG) Bild: Die Fässer mit dem radioaktivem Müll sollen nach aktuellem Stand frühestens 2033 geborgen werden.
       
       REMLINGEN dpa | Bei der geplanten Bergung des radioaktiven Mülls aus dem
       maroden Atomlager Asse gibt es zwischen den Fachleuten Uneinigkeit, ob sich
       der bisher anvisierte Weg realisieren lässt. Konkret geht es um den Bau
       eines neuen Schachts. Über ihn sollen die 126.000 Fässer mit schwach- und
       mittelradioaktivem Abfall aus dem ehemaligen Salzbergwerk bei Wolfenbüttel
       (Niedersachsen) zurückgeholt werden.
       
       Fachleute der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben
       [1][nach einem Bericht] der Welt am Sonntag Zweifel, dass sich der Schacht
       an der vorgesehenen Stelle errichten lässt. Das für die Asse zuständige
       Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weist diese Zweifel jedoch als
       „wissenschaftlich-technisch nicht haltbar“ zurück.
       
       Für den geplanten Schacht 5 laufen gerade Erkundungsbohrungen. Die
       Bundesanstalt für Geowissenschaften ist in die Untersuchungen eingebunden.
       Seine Mitarbeiter haben laut BfS im Rahmen regelmäßiger Fachgespräche ein
       Papier vorgelegt. „Darin wird in einem Fazit die Eignung des Ansatzpunktes
       für den geplanten Bergungsschacht grundsätzlich in Frage gestellt.“ Die
       Welt am Sonntag zitiert aus dem Papier die Schlussfolgerung, dass „entgegen
       der Vorplanungen nicht genügend Salzvolumen (...) für das Abteufen eines
       Schachtes und der Auffahrung von Infrastrukturräumen zur Verfügung steht“.
       
       Das Bundesamt für Strahlenschutz erklärte jedoch: „Das Papier der BGR
       liefert keine Erkenntnisse, die den Bau des Schachtes in Frage stellen.“
       Unter den Wissenschaftlern, die an dem Fachgespräch teilgenommen haben,
       habe Einvernehmen bestanden, „dass die Unterlage in ihren
       Schlussfolgerungen fachlich nicht fundiert ist und deshalb überarbeitet
       werden muss“.
       
       Die Fässer mit dem radioaktivem Müll sollen nach aktuellem Stand frühestens
       2033 geborgen werden. Die Vorbereitungen sind sehr aufwendig. Die Menschen
       in der Region drängen aber darauf, die Vorgänge zu beschleunigen. Das BfS
       betonte jetzt erneut: „Nach derzeitigem Stand ist die Rückholung der
       Abfälle aus der Asse die einzige Option, mit der die Langzeitsicherheit
       gewährleistet werden kann.“
       
       16 May 2015
       
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 (DIR) [1] http://www.welt.de/wirtschaft/article140988457/Bergwerk-Asse-koennte-zum-Atom-Endlager-werden.html
       
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