# taz.de -- Zweiter Weltkrieg: Kretas Kriegswunden
> Vor 85 Jahren eroberte die deutsche Wehrmacht die griechische Insel. Die
> Aufarbeitung der Greueltaten von damals sorgt noch heute für Spannung.
(IMG) Bild: Der deutsche Soldatenfriedhof von Maleme. Erst letztes Jahr legten Neonazis dort Kränze ab
Es ist ein strahlender Frühsommertag, ganz so wie man es sich für Kreta
vorstellt. Auf dem Hügel über dem Küstenort Maleme strahlen Tausende roter
Frühlingsblumen unter dem blauen Himmel, am Fuße des Hügels schimmert das
Meer. Doch zwischen den Frühlingsblumen liegen Steinplatten, auf denen die
Namen gefallener Soldaten eingraviert sind. Wie die Datumsangaben verraten,
waren die meisten von ihnen kaum älter als 20 Jahre alt.
Es ist der deutsche Soldatenfriedhof auf Kreta, wo fast 5.000 Männer
begraben sind. Die Szene an diesem 20. Mai 2026 mutet fast idyllisch an.
Einzelne Besucher, zumeist ältere Paare, kommen schnaufend den Hügel
hinauf, zwischen den Grabplatten trimmen [1][junge deutsche Soldaten] den
Rasen.
„Das sind Freiwillige, eine Gruppe Fallschirmjäger aus der Nähe von
Düsseldorf“, erzählt Evanthia Giannikaki, Angestellte des Volksbundes der
Kriegsgräber, die sich um die Pflege des Friedhofs kümmert. Frau Giannikaki
ist etwas nervös in diesen Tagen. Der 20. Mai ist der Jahrestag der
deutschen Invasion auf Kreta, „da kann schon mal unerwünschter Besuch
kommen“, sagt sie.
„Unerwünschter Besuch“, das ist der Euphemismus für alte und junge Nazis,
die zum Soldatenfriedhof in Maleme pilgern, um ihre Helden zu ehren. Eine
Grabplatte interessiert die „alten und neuen Kameraden“ dabei besonders,
die von Bruno Bräuer.
## Die Schleife kam erst letztes Jahr
Bräuer war für mehr als zwei Jahre der Oberkommandierende der deutschen
Besatzer auf Kreta. Er gehörte zur ersten Welle der Fallschirmjäger, die in
den Morgenstunden des 20. Mai 1941 über Kreta abgeworfen wurden. Er war
verantwortlich für etliche Kriegsverbrechen während der Besatzung und er
verantwortete die Deportation der Juden von Kreta im Mai 1944.
„Erst letztes Jahr“, erzählt Frau Giannikaki, „haben ewig Gestrige auf der
Grabplatte von Bräuer einen Kranz mit einer Schleife niedergelegt.“ „Treue
um Treue“ das stand darauf. Andere deutsche Besucher, darunter Anja
Zuckmantel, die als Historikerin für die Synagoge in Chania arbeitet,
fotografierten die Szene und gaben die Bilder an die griechische Presse.
## Letzter „Erfolg“ der Wehrmacht
„Die Artikel waren für uns eine Katastrophe“, meint Evanthia Giannikaki.
Solche „unerwünschten Besucher“ sind eine schwere Belastung für die
deutsch-griechischen Beziehungen, an der ihr auch ganz persönlich so viel
liegt, weil sie als Griechin in Deutschland geboren wurde und lange dort
gelebt hat.
Doch es ist schwer, die Nazis von Maleme fernzuzuhalten, weil dieser
Soldatenfriedhof für die Anhänger des deutschen Militarismus eine besondere
Bedeutung hat. Die damalige „Operation Merkur“ war die größte
Luft-Land-Operation des Zweiten Weltkrieges. Der Angriff der
Fallschirmjäger auf Kreta gilt in einschlägigen Kreisen als die letzte
erfolgreiche Aktion der deutschen Wehrmacht, bevor es dann an allen Fronten
zum Rückzug kam.
Wo Frau Giannikaki eher vorsichtig formuliert, spricht der griechische
Historiker Konstantinos Mamalakis, den ich einen Tag später in Chania
treffe, Klartext. „Der Soldatenfriedhof in Maleme war geradezu ein
Wallfahrtsort für Neonazis.
Die Kommentare im Besucherbuch waren so schlimm, dass sie immer wieder
entfernt werden mussten. Jetzt liegt überhaupt kein Besucherbuch mehr aus.“
Es habe Fälle gegeben, sagt Mamalakis, „wo ganze Gruppen von Neonazis sich
in weit von Maleme liegenden Hotels eingemietet haben und dann noch in der
Dunkelheit im Bus angereist sind und früh am Morgen ihren Helden gehuldigt
haben“.
Dem wird jetzt durch eine bessere Überwachung und vor allem durch eine
vorbildliche Ausstellung zur Aufklärung der Friedhofsbesucher
entgegengewirkt, die vor wenigen Jahren dafür erneuert wurde. Gleich am
Eingang des Friedhofs ist auf einer großen Tafel festgehalten: „Der
Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands führte auf Kreta zu
einer Vielzahl beispielloser Verbrechen. Neben den einfachen Soldaten sind
auf dieser Kriegsgräberstätte auch Kriegsverbrecher beigesetzt.“
Beispielsweise besagter Bruno Bräuer. Bräuer war einer von zwei
„Festungskommandanten“, so nannten die Nazis die Oberkommandierenden der
„Festung Kreta“, die 1947, nach dem Krieg, von einem Gericht in Athen zum
Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Warum der verurteilte
Kriegsverbrecher Bräuer dennoch auf dem Soldatenfriedhof in Maleme
beigesetzt wurde, ist Frau Giannikakis auch nicht ganz klar. „Man wollte
ihn eben bei seinen Soldaten beisetzen“, vermutet sie.
## The Battle of Crete
Zum 20. Mai 2026, 85 Jahre nach der Invasion, nur noch so viel: Es blieb
friedlich an diesem Frühsommertag, es kamen keine „unerwünschten Besucher“,
sondern stattdessen eine große Gruppe aus Neuseeland, alle mit einem roten
Button auf ihren T-Shirts, auf denen groß: „The Battle of Crete“ stand. Ein
junger Mann aus der Gruppe erzählte, sein Großvater habe hier auf Kreta
gekämpft und sei hier gefallen.
Die Gruppe besuche nun alle „Points of interests“, in zwei Tagen sei die
jährliche Gedenkfeier auf dem alliierten Soldatenfriedhof an der
Souda-Bucht, heute ein wichtiger Nato-Stützpunkt, wo jüngst auch der
US-amerikanische Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ überholt wurde. Auch
die Deutsche Botschaft in Athen wird an diesem Sonntag eine Gedenkfeier auf
dem Soldatenfriedhof in Maleme durchführen. Damit keine unerwünschten
Besucher auftauchen sind nur geladene Gäste zugelassen.
Der Weg vom Soldatenfriedhof auf dem Hügel über Maleme runter zum Strand
führt durch gepflegte Olivenhaine und endet an der Uferstraße, die Maleme
mit Chania verbindet. Chania ist die wohl schönste Stadt auf Kreta und
heute zurecht ein beliebter Touristenhotspot. Die Uferstraße führt von
Badeort zu Badeort, es ist der größtmögliche Kontrast zu dem
Soldatenfriedhof über Maleme.
Mitten in den Badefreuden gibt es allerdings noch einen Widerhaken, den
fast alle Touristen übersehen. Kurz vor dem Stadtrand von Chania soll etwas
versteckt ein Monument liegen, dass einen in Erstaunen versetzt.
Auf der Suche nach diesem Monument stoße ich auf einen kleinen Laden,
dessen Betreiber sich als Experte des Kriegs um Kreta entpuppt. Wie ein
Fries hat er entlang der Wände seines Ladens Fotos aufgehängt, die Szenen
aus dem Krieg und der Besatzungszeit zeigen. Mehrere Fotos zeigen das
Monument, im Volksmund „der deutsche Vogel“ genannt.
## Der Adler ist nicht mehr da
Auf den alten Fotos sieht man einen massiven kleinen Turm, der von einem
großen Adler gekrönt ist, der auf eine imaginäre Beute herabstößt. „Ja“,
sagt der kretische Ladenbesitzer, „der Turm steht wenige hundert Meter von
hier, nur der Adler ist nicht mehr da“. Er berichtet noch, dass seine
Familie aus Maleme kommt und sein Vater als zwölfjähriges Kind von den
Deutschen gezwungen wurde, nach der Eroberung Malemes bei den
Ausbesserungsarbeiten am Flugplatz mitzuhelfen.
Der Mann scheint aber keinen Groll gegen die Deutschen zu hegen und sich
auch nicht zu wundern, dass dieses Sieger-Monument, dass Fallschirmjäger
noch während des Krieges für ihre in den ersten Tagen der Invasion
gefallenen Kameraden gebaut haben, nach wie vor steht. Das Monument stand
früher auf freiem Feld, ist heute aber rundum bebaut und von einem
Schrottplatz flankiert. Empörte Kreter haben in roter Farbe über den Sockel
auf Deutsch „Schande“ geschrieben.
Denn was sich in der Ausstellung auf dem Soldatenfriedhof nur andeutet, war
in Wirklichkeit noch viel schlimmer. Die deutsche Wehrmacht – die
Elitetruppe der Fallschirmjäger, nicht die SS, die auf Kreta gar nicht
vertreten war – hat auf der Insel schlimmste Kriegsverbrechen verübt. Ein
Faktor war vielleicht auch, dass die Soldaten dort mit einem Feind
konfrontiert wurden, den sie so nicht erwartet hatten.
Die deutschen Generäle hatten einen leicht zeitversetzten Angriff auf die
drei Flughäfen von Kreta geplant. Alle drei lagen an der Nordküste in der
Nähe der drei größten Städte Chania, Rethymnon und Heraklion. Am
wichtigsten war Chania, ganz im Westen, weil direkt vor Chania auch der
britische Flottenstützpunkt in der Souda-Bucht lag. Hätten die Deutschen
die Souda-Bucht unter ihre Kontrolle gebracht, wäre die Insel für die
Briten nicht mehr viel wert gewesen.
## Noch in der Luft getötet
Der dazugehörige Flugplatz lag in Maleme, ungefähr 20 km westlich von
Chania fast direkt an Meer. Hauptangriffspunkt war deshalb der Flughafen
von Maleme. Doch anders als von den Deutschen erwartet, waren die Briten
sehr gut auf den Angriff vorbereitet.
Als die deutschen Fallschirmjäger zu Tausenden vom Himmel schwebten,
gerieten fast alle unter schweren Beschuss, Hunderte wurden noch in der
Luft getötet. Nicht nur, dass auf der Insel mehr britische und griechische
Truppen waren als vom deutschen Geheimdienst vorhergesagt, auch wollte die
kretische Bevölkerung durchaus nicht durch Nazitruppen von den Briten
befreit werden.
Die Fallschirmjäger wurden deshalb nicht nur von den regulären britischen
und griechischen Truppen angegriffen, sondern auch von Partisanen. Von rund
8000 Fallschirmjägern, die am 20. und 21. Mai 1941 über Kreta absprangen,
starben fast die Hälfte. Angeblich hätten kretische Partisanen und sonstige
Zivilisten verwundete Fallschirmjäger angegriffen, verstümmelt und getötet.
Es gab eine regelrechte Horrorpropaganda die unter den deutschen Truppen
verbreitet wurde.
Der oberste General der Flieger, Kurt Student, erließ unmittelbar nach dem
Ende der Kämpfe mit den Briten am 31. Mai 1941 seinen berühmt-berüchtigten
Rachebefehl, in dem er die Soldaten aufforderte, jenseits des damals
geltenden Kriegsvölkerrechts gegen griechische Partisanen und Zivilisten
vorzugehen – und zwar durch „Erschießen, Niederbrennen der Dörfer und
Ausrottung der männlichen Bevölkerung“. Für jeden getöteten Soldaten
sollten 50 kretische Zivilisten sterben.
## Sogenannte „Sühnemaßnahmen“
Der kleine Ort Kondomari, heute praktisch vom größeren Maleme eingemeindet,
wurde zu einem der ersten Schauplätze der deutschen „Sühnemaßnahmen“: ein
Fallschirmjägerkommando unter der Leitung von Oberleutnant Horst Trebes
trieb am Morgen des 2. Juni 1941 alle männlichen Bewohner des Ortes, deren
sie habhaft werden konnten, zusammen und erschoss sie im Olivenhain.
Jetzt erinnert ein Denkmal vor der wieder aufgebauten Kirche des Ortes an
diese Verbrechen. Die Namen von 23 Männern sind auf der Stele verzeichnet.
Ebenfalls am 2. Juni trieben Fallschirmjäger die Bevölkerung von Alikianos,
in den Bergen südwestlich der Hauptstadt Chania zusammen, griffen sich 42
Männer heraus, die erst ihre eigenen Gräber ausheben mussten und dann in
Zehnergruppen exekutiert wurden. Zum Abschluss warf man ihnen noch
Handgranaten ins Grab nach.
Das bekannteste Kriegsverbrechen dieser ersten Tage nach dem deutschen
„Sieg“ auf Kreta fand in der Stadt Kandanos statt. Hier hatten Partisanen
einen deutschen Trupp Pioniere angegriffen, die dadurch daran gehindert
wurden, fliehende britische Soldaten zu verfolgen. Kandanos liegt an der
Hauptstrecke, die Chania im Norden mit der Südküste bei Paleochora
verbindet, von wo aus die Briten sich nach Ägypten absetzen wollten. Alle
Einwohner von Kandanos wurden vertrieben und die Stadt abgebrannt und
zerstört. Solange die Deutschen auf Kreta waren, also bis Mai 1945, durfte
niemand in den Ort zurückkehren.
Heute finden für interessierte Besucher von Chania aus Touren zu einigen
[2][dieser „Märtyrer-Dörfer“] statt, unter anderen organisiert von der
bereits erwähnten Anja Zuckmantel. Ich treffe sie im Hof der kleinen
Synagoge von Chania, die mitten im ehemaligen jüdischen Viertel der
Altstadt liegt, nur wenige Schritte vom berühmten venezianischen Hafen
entfernt.
## Deutsche Touristen
Im Hofe der Synagoge, die nach einem Erdbeben in den 60er Jahren mit
Spendengeldern wieder aufgebaut worden ist, liegt etwas abgeschottet vom
Touristentrubel ein wunderbarer beschaulicher Platz, wo sich einige Leute
regelmäßig treffen, die in Chania leben und sich für die Erinnerungskultur
auf Kreta einsetzen.
Es sind Deutsche und Griechinnen, die in Deutschland gelebt haben und sich
nun für die Verständigung zwischen Deutschen und Griechen einsetzen. Anja
Zuckmantel, die als Historikerin zur jüdischen Geschichte auf Kreta
arbeitet. Dazu eine Doktorandin, die sich mit der Geschichte der
Märtyrer-Dörfer beschäftigt.
Und Konstantin Fischer, ein Künstler, der seit Jahrzehnten in Chania lebt
und immer wieder, meist vergeblich, versucht hat, die Touristen, die
millionenfach aus Deutschland nach Kreta kommen, auch für das dunkele
Kapitel der Deutschen auf der Insel zu interessieren. „Nicht mal ein
Prozent der deutschen Touristen die nach Kreta kommen weiß von dem, was
hier während des Krieges passiert ist“ meint er.
Anja Zuckmantel führt gelegentlich Gruppen, die über den Volksbund für die
Kriegsgräber nach Kreta kommen, zu einigen Orten deutscher
Kriegsverbrechen. Dabei erlebt sie häufiger, dass Teilnehmer sich mehr als
skeptisch zu den „angeblich“ von deutschen Soldaten getöteten griechischen
Zivilisten äußern.
## Den Sieg nicht vermiesen lassen
Sie wollen sich den Sieg der tapferen Fallschirmjäger nicht vermiesen
lassen, zumeist ohne zu wissen, dass dieser Sieg vor allem auf Fehler des
britischen Oberkommandierenden, dem neuseeländischen General Freyberg
zurückging.
Die vermeintlich heroische, historisch einmalige Eroberung der Insel aus
der Luft, hätte nach Ansicht des britischen Militärhistoriker Antony Beevor
spätestens nach zwei Tagen in einer völligen Niederlage der Deutschen enden
müssen – wenn die britische Führung auf der Insel nicht so viele Fehler
gemacht hätte.
Im Gegensatz zum deutschen Geheimdienst waren die Briten vor dem Angriff
recht gut informiert. Aus abgehörtem deutschen Funkverkehr, wussten sie
recht genau, wann und wo die Deutschen kommen würden. Dass den Deutschen
die Eroberung Kretas, wenn auch unter massiven Verlusten, dennoch am Ende
gelang, lag daran, dass General Freyberg die Eroberung des Flughafens in
Maleme nicht verhinderte.
Freyberg zögerte damals, massive Verstärkung nach Maleme zu schicken, weil
er sich nicht vorstellen konnte, dass die Deutschen trotz der Überlegenheit
der britischen Navy nicht dennoch einen Landungsversuch über das Meer
machen würden. Er ließ seine Truppen am Strand, statt sie nach Maleme zu
schicken.
Ich treffe den Historiker Konstantinos Mamalakis, lange Jahre Leiter der
Abteilung Neuere Geschichte am Historischen Museum von Kreta, und seine
Lebensgefährtin Vicky Arvalaki, die mehrere Dokumentarfilme über die
deutsche Besatzung gemacht hat, in dem für Chanias Geschichte berühmten
Kipos Café, ein Ort wo sich das griechische Bürgertum zu Beginn des 20.
Jahrhunderts traf.
## Erinnerung versus Gastfreundschaft
Mit ihnen versuche ich zu ergründen, warum die Kreter sich trotz [3][der
Gräuel, die die Deutschen auf der Insel angerichtet] haben, so freundlich
gegenüber den Deutschen verhalten. „In Kreta ist zwar die Erinnerung an die
deutsche Besatzung stärker als auf dem griechischen Festland“, sagt
Mamalakis, „dennoch widerspreche es dem kretischen Verständnis unbedingter
Gastfreundschaft, dem Deutschen seine Verbrechen an den Kopf zu werfen“.
Außerdem komme die nach wie vor große ökonomische Abhängigkeit
Griechenlands von Deutschland dazu. Unmittelbar nach dem Krieg und dem
anschließenden Bürgerkrieg in Griechenland war das Land völlig ausgepowert.
„Viele waren froh, dass sie zum Geldverdienen nach Deutschland gehen
konnten“, sagt Mamalakis. „Heute sind es die Millionen deutscher Touristen,
die die Wirtschaft in Kreta, aber auch in Griechenland insgesamt, am Laufen
halten. Wer will sich schon mit den Deutschen anlegen?“
Vicky Arvalaki, die einen Film über eines der sogenannten Märtyrerdörfer
gemacht hat, ergänzt, dass in vielen Familien bis heute nicht darüber
geredet wird, was damals geschah. „Viele Kinder und Enkel wissen kaum
Bescheid. Man wollte sie nicht belasten, wenn sie nach Deutschland gingen,
um zu arbeiten oder gar zu studieren“. Das ist bis heute so geblieben.
21 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /NS-Verbrechen-in-Griechenland/!5206027
(DIR) [2] /Wehrmachtsmassaker-in-Griechenland/!5080634
(DIR) [3] /Griechenland-im-Zweiten-Weltkrieg/!5047235
## AUTOREN
(DIR) Jürgen Gottschlich
## TAGS
(DIR) Griechenland
(DIR) Schwerpunkt Nationalsozialismus
(DIR) Erinnerungskultur
(DIR) Invasion
(DIR) Schwerpunkt Zweiter Weltkrieg
(DIR) Griechenland
(DIR) europäische Juden
(DIR) Sächsische Separatisten
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Beginn des Wahlkampfs in Griechenland: Neue Tsipras-Partei heißt „Griechisches Linksbündnis“
Griechenlands linker Ex-Premierminister Alexis Tsipras stellt seine neue
Partei vor. Die nächste Wahl findet spätestens im Frühjahr 2027 statt.
(DIR) Gedenken zum Tag der Befreiung: Beflügelnde Innenansichten
Türen in eine schmerzhafte Vergangenheit: Wie Terry Mandel aus San
Francisco die Geschichte ihrer jüdischen Familie in Köln aufarbeitet.
(DIR) Neonazis organisieren Volkstanzgruppen: Die Ringelreihen fest geschlossen
Auf dem Land tarnen Neonazis die Verbreitung ihrer NS-Ideologie als
„Brauchtumspflege“. Beliebte Rekrutierungsform: völkische Volkstanzgruppen.
(DIR) Freispruch für Fluchthelfer:innen: Signal der Hoffnung aus Lesbos
Über sieben Jahre dauerte das Verfahren gegen 24 Fluchthelfer:innen in
Griechenland – das Urteil könnte weitreichende Folgen haben.