# taz.de -- Zölle-Deal mit den USA: Trump setzt EU im Handelsstreit Frist bis 4. Juli
> Der US-Präsident droht wieder mit höheren Zöllen. Derweil hat er für
> seine Handelspolitik vor Gericht erneut eine Niederlage erlitten.
(IMG) Bild: Droht wieder mit höheren Zöllen: US-Präsident Donald Trump
taz/afp | US-Präsident Donald Trump hat deutlich höhere Zölle für Importe
aus der Europäischen Union angedroht, sollte die EU das Handelsabkommen mit
den Vereinigten Staaten nicht bis zum Nationalfeiertag der USA am 4. Juli
vollständig umsetzen. Die US-Zölle würden dann „sofort auf viel höhere
Sätze“ steigen, erklärte Trump am Donnerstag nach einem Telefonat mit
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in seinem Onlinedienst Truth
Social.
Trump und von der Leyen hatten im vergangenen August eine Handelseinigung
erzielt. Die EU sagte darunter die Abschaffung von Zöllen auf zahlreiche
US-Industrieprodukte zu. [1][Wegen des laufenden Gesetzgebungsprozesses] in
der EU ist dies bisher jedoch nicht umgesetzt.
Für Unsicherheit sorgte bei den Europäern eine weitere Drohung Trumps.
[2][Dieser hatte vergangenen Freitag angekündigt, die Zölle auf Pkws und
Lkws aus der EU generell auf 25 Prozent zu erhöhen]. Dem war ein Streit
Trumps mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über den Irankrieg
vorausgegangen. Ob und wann diese Zoll-Drohung tatsächlich umgesetzt wird,
blieb allerdings offen.
## Juristische Schlappe für Trump
Für seine Handelspolitik hat Trump am Donnerstag wieder eine juristische
Niederlage erlitten. Erneut entschied ein amerikanisches Gericht, dass
seine weltweiten Zölle ungültig sind. Zur Debatte standen diesmal seine
weltweiten Zölle von 10 Prozent, die vom Präsidenten erlassen wurden,
[3][nachdem der Supreme Court im Februar seine geplanten Zölle von bis 50
Prozent bereits für ungültig erklärt hatte].
Die drei Richter des US-Gerichts für Internationalen Handel entschieden mit
einem Verhältnis von zwei zu einer Stimme, dass die neuen Zölle
rechtswidrig seien und untersagten der Regierung, weitere Importabgaben von
den Klägern einzufordern. Geklagt hatten der US-Bundesstaat Washington
sowie zwei Firmen.
Da sich das Gericht in seiner Entscheidung lediglich auf die vorliegende
Klage bezog, bedeutet dies, dass alle anderen Importeure vorerst weiter die
Zölle in Höhe von 10 Prozent abführen müssen. Das Urteil der Handelsrichter
ist dennoch maßgeblich, da sich andere Firmen in möglichen Klagen darauf
beziehen könnten, um dadurch ebenfalls eine Befreiung von den Abgaben zu
erzielen.
## 10-Prozent-Zölle sind ungültig
Die im Februar von Trump erlassenen 10-Prozent-Zölle seien „ungültig“ und
die den Klägern auferlegten Zölle „rechtswidrig“, schrieben die Richter
Mark Barnett und Claire Kelly, die beide von Ex-Präsident Barack Obama
ernannt wurden. Timothy Stanceu, ein von George W. Bush ernannter Richter,
stimmte hingegen dagegen.
Obwohl die meisten Firmen und Importeure weiterhin die Zölle abführen
werden müssen, solange das Berufungsverfahren im Gange ist, darf die
Entscheidung als eine „deutliche Zurückweisung“ von Trumps Zollpolitik
bezeichnete werden, erklärte Tim Brightbill, ein Handelsanwalt der Kanzlei
Wiley Rein, gegenüber dem Nachrichtenportal Politico. „Die Regierung wird
gegen diese Entscheidung mit Sicherheit Berufung einlegen“, sagte er. Trump
hat sich bisher nicht zu der Entscheidung des Gerichts geäußert.
Eine erwartete Berufung des Urteils durch die Regierung würde das Verfahren
an das zuständige Berufungsgericht weiterleiten. Dieses hatte bereits zuvor
gegen separate Zölle entschieden hat, die Trump unter
„Notstands“-Befugnissen verhängt hatte.
Als rechtliche Grundlage für die 10-Prozent-Zölle bezog sich die Regierung
auf Paragraf 122 des US-Handelsgesetzes von 1974. Dieser erlaubt es dem
Präsidenten, vorübergehende Einfuhrzölle von bis zu 15 Prozent für maximal
150 Tage zu erheben, wenn die Vereinigten Staaten mit „grundlegenden
internationalen Zahlungsproblemen“ konfrontiert sind. Dazu zählen auch
„schwerwiegende Zahlungsbilanzdefizite“.
Trumps Versuch, dieses Gesetz für die Ersatzzölle zu nutzen, war von Anfang
an juristisch umstritten. Obwohl 24 von den Demokraten geführte
Bundesstaaten, sowie der Gewürzimporteur Burlap and Barrel und der
Spielzeughersteller Basic Fun gegen die Richtlinie klagten, stellte das
Gremium fest, dass nur der Bundesstaat Washington und die beiden genannten
Unternehmen juristisch klagebefugt waren, sodass die einstweilige Verfügung
auf diese Kläger beschränkt blieb.
„Wir haben heute zurückgeschlagen und gewonnen, und wir sind
überglücklich“, sagte Jay Foreman, Geschäftsführer von Basic Fun, am
Donnerstag gegenüber Journalisten.
Die Trump-Regierung versucht derweil weiterhin, die weltweiten Zölle durch
alternative Methoden wiederherzustellen. Im März leitete das Büro des
US-Handelsbeauftragten Untersuchungen gegen Dutzende von Ländern auf
Grundlage von Paragraf 301 des Handelsgesetzes von 1974 ein, die
voraussichtlich im Sommer zu weitreichenden Zöllen führen werden.
8 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Zoll-Streit-mit-Trump/!6176986
(DIR) [2] /Trumps-neuer-Zoll-Schlag-gegen-die-EU/!6175800
(DIR) [3] /Supreme-Court-kippt-Zoelle/!6152802
## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Handelspolitik
(DIR) Zölle
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) EU und USA
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) US-Sanktionen
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) EU einigt sich auf Umsetzung: Kein Zoll auf Autos und Maschinen made in USA
Das Europaparlament und die EU-Staaten haben sich auf die Umsetzung des
US-Abkommens geeinigt. Es gibt neue Sicherungen, aber das Ungleichgewicht
bleibt.
(DIR) Handelsstreit mit den USA: EU setzt Zolldeal um
Nach langen Verhandlungen mit US-Präsident Trump hat sich die EU darauf
geeinigt, Zölle auf US-Industriewaren abzuschaffen. Die wichtigsten Fragen
und Antworten.
(DIR) Zollstreit mit Trump: Vorerst keine EU-Einigung auf Umsetzung von Deal mit USA
Trump droht mit neuen Zöllen auf Autos. Das Europaparlament ist sich dabei
noch nicht einig, wie es mit dem Zolldeal vom letzten Sommer umgehen soll.
(DIR) US-Handelspolitik: Brüssel schweigt zu Trumps Zolldrohungen
Der US-Präsident Donald Trump hat wieder mit höheren Autozöllen gedroht.
Das könnte vor allem die hiesigen Autobauer treffen. Doch Merz
beschwichtigt.
(DIR) Trumps neuer Zoll-Schlag gegen die EU: Zollerhöhung als Druckmittel
US-Präsident Trump kündigt Zölle von 25 Prozent auf Autos und Lkws aus der
EU an. Der Grund: Laut Trump halte sich die EU nicht an Handelsdeals.