# taz.de -- Zollstreit mit Trump: Vorerst keine EU-Einigung auf Umsetzung von Deal mit USA
       
       > Trump droht mit neuen Zöllen auf Autos. Das Europaparlament ist sich
       > dabei noch nicht einig, wie es mit dem Zolldeal vom letzten Sommer
       > umgehen soll.
       
 (IMG) Bild: Container im Hafen von Bremerhaven. Zölle machen Exporte teurer
       
       afp | In der EU herrscht vorerst weiter keine Einigkeit über die Umsetzung
       einer Zollvereinbarung mit [1][US-Präsident Donald Trump] aus dem
       vergangenen Jahr. Vertreter des Europaparlaments und des Rats der 27
       EU-Länder erzielten nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern in der Nacht
       zum Donnerstag keinen Kompromiss. Trump hatte zuvor höhere Zölle auf Autos
       aus der EU angedroht und damit für neue Unsicherheit gesorgt.
       
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Vereinbarung im
       vergangenen August mit Trump geschlossen. Die USA sagten darin zu, ihren
       Zollsatz auf EU-Produkte grundsätzlich nicht auf mehr als 15 Prozent zu
       erhöhen. Trump hat sich in großen Teilen daran gehalten. In der vergangenen
       Woche drohte er nach einem Streit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
       über den Irankrieg jedoch, [2][die Zölle auf europäische Autos und Lkws auf
       25 Prozent zu erhöhen].
       
       Trump warf der EU vor, ihren Teil der Vereinbarung nicht einzuhalten. Dazu
       gehört insbesondere die Abschaffung europäischer Zölle auf
       US-Industriewaren, darunter Autos, und einige Agrarprodukte. Einen solchen
       Schritt müssen in Brüssel das Europaparlament und die 27 Mitgliedstaaten
       aushandeln, das dauert mehrere Monate. Die Abgeordneten haben die
       Verhandlungen außerdem bereits mehrfach wegen Drohungen aus Washington
       verzögert.
       
       Sie wollen zur Bedingung für die Zollabschaffung machen, dass die USA ihren
       Teil der Abmachung voll einhalten. Außerdem fordern sie, dass die
       Abschaffung im März 2028 automatisch ausläuft. Einige EU-Länder wollen
       Trump jedoch nicht weiter verärgern und sind deshalb gegen solche Klauseln.
       
       ## Autobauer drängen auf Deal
       
       Die Autoindustrie drängt aus Angst vor einer Zollerhöhung auf eine rasche
       Einigung. „Diese Vereinbarung wurde sorgfältig ausgehandelt. Sie muss
       Bestand haben“, sagte die Chefin des Herstellerverbandes Acea, Sigrid de
       Vries, am Mittwoch in Brüssel. Die deutschen Autobauer würden von der
       Zollerhöhung besonders hart getroffen.
       
       Die Streitpunkte sollen in weiteren Verhandlungen ausgeräumt werden, die
       sich aber noch mehrere Wochen ziehen könnten. Der nächste
       Verhandlungstermin ist für den 19. Mai angesetzt. EU-Handelskommissar Maroš
       Šefčovič hat als Ziel gesetzt, die Umsetzung bis August zu beschließen.
       
       [3][Die Kommission] rechnet indes damit, dass Trump trotz aller
       Vereinbarungen immer wieder mit neuen Zöllen droht. Die
       „Unvorhersehbarkeit“ in den Handelsbeziehungen über den Atlantik werden
       anhalten, sagte die Chefin der Generaldirektion für Handel, Sabine Weyand,
       vor Abgeordneten des Europaparlaments. „Wir haben keine andere Wahl, als
       damit umzugehen.“
       
       7 May 2026
       
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