# taz.de -- Weitere Epstein-Akten veröffentlicht: Neue Dateien, Fotos und Schwärzungen freigegeben
> Das US-Justizministerium hat mit der Veröffentlichung der Akten begonnen.
> Ein prominenter Demokrat ist oft auf Fotos zu sehen. Kritik gibt es an
> Schwärzungen.
(IMG) Bild: In diesem vom US-Justizministerium freigegebenen Dokument ist zu sehen, dass die New Yorker Grand Jury Vorladungen zu den Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell erlassen hat. Dahinter sind Seiten mit Schwärzungen
dpa | Das US-Justizministerium hat auf Druck der Öffentlichkeit und des
Parlaments damit begonnen, [1][Ermittlungsakten zum Fall des verstorbenen
Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu veröffentlichen]. Unter den Dateien
sind Fotos und auch teils geschwärzte Dokumente der US-Bundespolizei FBI zu
finden. Vertreter beider Parteien kritisierten allerdings die
unvollständige Veröffentlichung des Materials.
In den Dokumenten schien es kaum neue Informationen über das Verhältnis
zwischen Epstein und Donald Trump zu geben. Der US-Präsident äußerte sich
nach der Veröffentlichung zunächst nicht. Ein prominenter Politiker der
Demokraten, dem Trump in dieser Sache immer wieder Vorwürfe gemacht hat,
kommt in den veröffentlichten Dokumenten hingegen besonders häufig vor.
## Missbrauch junger Frauen und Mädchen
Der Fall Epstein beschäftigt die Öffentlichkeit seit vielen Jahren. Der
[2][einflussreiche US-Multimillionär aus New York] hatte jahrelang einen
Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum
Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein minderjährige Mädchen
etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. Epstein kam
2019 im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode.
Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was Spekulationen
über die Tragweite des Skandals auslöste. Per Gesetz [3][wurde vor einem
Monat die Veröffentlichung der Akten verfügt], das Justizministerium gab
Stunden vor Ablauf einer Frist ein erstes großes Paket an Daten frei.
## Immer wieder Clinton
Immer wieder tauchen in den nun veröffentlichten Dateien Fotos von
Ex-Präsident Bill Clinton auf – etwa beim Schwimmen im Pool mit Epsteins
langjähriger Vertrauter Ghislaine Maxwell. Auf anderen Aufnahmen sieht man
den Demokraten ohne Bezug zu den beiden.
Ein Sprecher Clintons, Angel Urena, kritisierte die Veröffentlichung der
Fotos als Ablenkungsmanöver des Weißen Hauses. Es gebe zwei Gruppen von
Menschen, schrieb Urena auf der Plattform X. Eine erste Gruppe, die nichts
gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen
kriminelle Taten ans Licht gekommen seien. Und eine zweite Gruppe, die auch
danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe. „Wir gehören zur ersten
Gruppe.“ Keine noch so große Verzögerungstaktik von Menschen aus der
zweiten Gruppe werde daran etwas ändern, schrieb er weiter.
## Trump unter Druck
Der Republikaner Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder
versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken. Dabei behauptete er,
dass dieser auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei. Trumps Stabschefin
Susie Wiles widersprach dieser Darstellung aber: „Es gibt keine Beweise
dafür“, sagte sie dem Magazin „Vanity Fair“. Ein Sprecher hatte bereits vor
Jahren erklärt, Clinton sei „nie auf Little St. James Island, Epsteins
Ranch in New Mexico, oder in seiner Residenz in Florida“ gewesen.
Trump selbst ist wegen des Skandals in den vergangenen Wochen massiv unter
Druck geraten. Noch im Präsidentschaftswahlkampf hatte er die Freigabe der
Akten gefordert, dann sträubte er sich nach dem Amtsantritt. Dafür erntete
er selbst im eigenen Lager Kritik. Erst auf massiven Druck [4][unterschrieb
er im November das vom US-Parlament verabschiedete Gesetz zur
Veröffentlichung]. Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos der beiden
zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung des
Republikaners in den Skandal.
## Riesige Datenmengen in mehreren Teilen
In mehreren Teilen stellte das Ministerium ab Freitagnachmittag (Ortszeit)
riesige Datenmengen bereit, die Teil der Ermittlungen gewesen sein sollen.
Einige der Fotos sind bereits bekannt. Dokumente, die als geheim eingestuft
werden, muss das Ministerium nicht veröffentlichen. In den nächsten Wochen
sollen weitere Hunderttausende Dokumente veröffentlicht werden, wie
Vize-Justizminister Todd Blanche kurz zuvor im Sender Fox News erklärte.
Ihm zufolge müssen Seiten vor einer Veröffentlichung zum Schutz der
Identität der Opfer bearbeitet werden.
## Eine erste Übersicht zu den Dokumenten
- Fotos mit Epstein und Maxwell: Auf Bildern sind häufig zwei Personen zu
sehen – der Millionär und seine Vertraute. Maxwell wurde im Jahr 2022
verurteilt. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau eines
Rings zum sexuellen Missbrauch gespielt und sitzt nun im Gefängnis.
Aufnahmen zeigen die beiden etwa beim Feiern.
- Fotos von Zuhause und von Reisen: Viele Bilder zeigen Epstein und Maxwell
auf Reisen. Auch Aufnahmen von Epsteins Zuhause in New York sind unter den
Dateien. Darunter Treppenaufgänge, ein Arbeitsplatz mit vielen
Bildschirmen, Aktenschränke, Sexspielzeug, Badezimmer, Sportgeräte,
Kleiderschränke. Auch ein Zahnarztstuhl ist zu erkennen. Dieser war jüngst
bereits in einer von den Demokraten im US-Kongress veröffentlichten
Sammlung von Fotos aus Epsteins Nachlass zu sehen gewesen.
- Dokumente: Es gibt viele Protokolle, angefangen von Druckaufträgen,
Klageschriften, Verhörprotokollen sowie eine Checkliste des FBI bis hin zu
Listen, auf denen bis auf Zeit und Datum kaum etwas anderes zu sehen ist
Das Ministerium gab keine Erklärung oder Erläuterungen zu den Dateien ab.
Auch Namen, die bereits rund um die Epstein-Affäre auftauchten, kommen in
einigen Dokumenten vor. Darunter ist auch der britische Ex-Prinz Andrew,
der Kontakt zu Epstein pflegte, deswegen in Verruf geriet und jüngst seine
Adelstitel abgeben musste. Dass ein Name per se in einem Dokument vorkommt,
lässt aber keine Schlüsse auf etwaige Vergehen zu.
## Was zunächst nicht zu sehen ist
Bei einer ersten Sichtung waren zunächst keine Bilder enthalten, auf denen
etwa sexueller Missbrauch oder andere Straftaten zu sehen sind. Per Gesetz
darf das Justizministerium derartige Aufnahmen und Dokumente weiterhin
zurückhalten.
Auch Akten, die laut Gesetz einen „eindeutig ungerechtfertigten Eingriff in
die Privatsphäre darstellen“, können ausgenommen werden. Die
Veröffentlichung von Informationen, die mögliche Bundesermittlungen oder
Gerichtsverfahren gefährden würden, oder deren Geheimhaltung im Interesse
der nationalen Verteidigung oder der Außenpolitik liegt, kann ebenfalls
gestoppt werden.
Die Echtheit der Fotos konnte zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.
Auch blieb offen, nach welcher Methodik die Tausenden Fotos ausgesucht
wurden. Wann die Fotos entstanden sind, von wem sie gemacht wurden und
woher das Justizministerium diese hat, blieb zunächst ebenfalls unklar.
## Kritik an Lücken und Schwärzungen
Die Initiatoren des Gesetzes für die Veröffentlichung der Ermittlungsakten
warfen dem Justizministerium vor, Informationen zurückzuhalten. Der
demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna sagte in einem auf X
veröffentlichen Video, dass ein 119 Seiten langes Dokument mit
Zeugenaussagen ohne jede Erklärung komplett geschwärzt worden sei. Man
wolle eine vollständige Freigabe der Ermittlungsakten. Unterstützung
erhielt Khanna unter anderem vom Republikaner Thomas Massie, der die
Gesetzesinitiative zusammen mit dem Demokraten angestoßen hatte.
Auch der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer,
beklagte auf X, das Ministerium habe „nur einen Bruchteil der gesamten
Beweismittel“ veröffentlicht. Die Wahrheit müsse ans Licht kommen, forderte
er. Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia warf US-Präsident Trump und
Justizministerin Pam Bondi Vertuschung vor.
20 Dec 2025
## LINKS
(DIR) [1] https://www.justice.gov/epstein/doj-disclosures/data-set-4-files
(DIR) [2] /Macht-von-Eliten/!6126510
(DIR) [3] /Trumps-ueberraschende-Kehrtwende/!613099
(DIR) [4] /Epstein-Akten/!6130292
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Donald Trump
(DIR) Jeffrey Epstein
(DIR) Bill Clinton
(DIR) sexueller Missbrauch
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Jeffrey Epstein
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Jeffrey Epstein
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Epstein-Akten: Fotos von Trump wieder online
Das US-Justizministerium hat einige der zuvor gelöschten Fotos in den
Epstein-Files wieder ins Netz gestellt. Dennoch werden die
Vertuschungsvorwürfe lauter.
(DIR) Epstein-Akten: US-Opposition: Justizministerium löschte Datei
Das US-Justizministerium begann mit der Freigabe von Epstein-Akten. Nur
einen Tag später fehlen plötzlich Dateien – eine Erklärung gibt das
Ministerium nicht.
(DIR) +++ USA unter Trump +++: Schon wieder ein neues Trump-Institut
Nach dem Institute of Peace hat sich der US-Präsident auch das Kennedy
Center geschnappt und seinen Namen davor gesetzt.
(DIR) Missbrauchsfälle in den USA: US-Regierung rückt vorerst nur Teile der Epstein-Akten raus
Eigentlich muss die US-Regierung alle Akten zu den Ermittlungen im Skandal
um Jeffrey Epstein veröffentlichen. Das interessiert Trumps Getreue wenig.
(DIR) Erneut Epstein-Fotos veröffentlicht: Präsident schon wieder mit im Bild
Demokratische Abgeordnete lancieren weitere Aufnahmen aus dem Besitz des
Sexualstraftäters. Die zeigen Epstein mit Promis wie Trump und Clinton. Die
Republikaner sprechen von einer „selektiven Auswahl“.
(DIR) Nach Zerwürfnis mit Trump: Marjorie Taylor Greene kehrt Washington den Rücken
Sie war eine glühende Anhängerin des US-Präsidenten. Dann aber überwarf sie
sich mit ihm wegen seines Umgangs mit den Epstein-Akten. Trump freut sich,
dass sie nun ihr Abgeordentenmandat aufgeben will.