# taz.de -- Hitzetote und weitere Rekorde: Rückblick auf einen Sommer der Klimakrise
       
       > Der Herbst beginnt – und damit endet ein Sommer, der es in sich hatte.
       > Traurige Rekorde gab es bei Temperaturen, Hitzetoten und Niedrigwasser.
       
 (IMG) Bild: Der Rhein bei Kaub im September 2026: Der Fluss hat sich noch nicht vom extremen Sommer erholt
       
       Deutschland hat die Klimakrise diesen Sommer deutlich gespürt: Es herrschte
       historische Hitze und weit verbreitete Trockenheit – mit schweren Folgen
       für Gesundheit und Wirtschaft.
       
       Laut dem [1][Deutschen Wetterdienst] (DWD) war der Sommer 2026 der
       zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnung mit einem neuen Rekord von 41,8
       °Celsius in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt. Ansonsten litt besonders der
       Süden und Südwesten Deutschlands unter einer anhaltenden Hitzebelastung.
       
       Eine große Bedrohung für die Gesundheit: Das [2][Robert-Koch-Institut]
       (RKI) schätzt für den Sommer 2026 bis Anfang September 16.000 Hitzetote –
       ein trauriger Rekord für Deutschland. Allein in der letzten Juni-Woche
       starben 9.800 Menschen infolge von Hitze. Die Schätzungen des RKI gelten
       als eher konservativ. Tatsächlich könnte die Zahl der Hitzetoten also noch
       höher liegen. Klima- und Gesundheitsorganisationen betonen immer wieder,
       dass besonders vulnerable Gruppen wie alte Menschen und [3][Kinder] von der
       Hitze betroffen sind.
       
       ## Das Thema des Sommers
       
       [4][Soziale Einrichtungen berichteten wegen der Hitze von
       Ausnahmezuständen]. Auch [5][Schulen] kämpften mit den extremen
       Temperaturen.
       
       Umweltorganisation Greenpeace sieht in der Hitze zudem einen
       wirtschaftlichen Faktor, und zwar im Negativen. Nach den [6][Schätzungen
       der Organisation] führten die hohen Temperaturen zu Kosten von mindestens
       36 Milliarden Euro. Besonders schädlich für die Wirtschaft ist Hitze, weil
       sie Produktivität einschränkt und zu mehr Arbeitsausfällen führt. Weil sie
       zahlreiche Krankheiten verschärft, verteuert sie auch das
       Gesundheitssystem.
       
       Der Klimawandel macht heiße Tage und Perioden wahrscheinlicher. Das
       Umweltprogramm der Vereinten Nationen veröffentlichte Anfang September
       einen Bericht, dem zufolge sich das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die
       Erderhitzung bei 1,5 Grad zu begrenzen, [7][nicht mehr halten lässt].
       
       ## Forderungen, Forderungen und noch mehr Forderungen
       
       Umweltminister Carsten Schneider (SPD) forderte, [8][Klimaanpassung und
       Naturschutz als Gemeinschaftsaufgabe] ins Grundgesetz aufzunehmen. Damit
       könnte der Bund die Kommunen finanziell unterstützen und nicht nur
       Modellprojekte fördern. Die CDU verweigerte sich dieser Forderung bisher.
       
       Die Hitze in Kombination mit niedrigem Niederschlag führte auch zu
       Trockenheit und Dürre. Ideale Bedingungen für [9][Waldbrände]: Laut der
       [10][Europäischen Kommission] sind in der EU seit Jahresbeginn etwa 670.000
       Hektar bei insgesamt 2.067 Feuern abgebrannt. Besonders betroffen waren
       Portugal, Spanien, Kroatien und Italien.
       
       Auch der Wasserstand in den Flüssen setzt Mensch und Natur zu: Der Rhein
       erreichte einen historischen Tiefstand an allen vier wichtigen
       Messstationen. Die Binnenschifffahrt war am Rhein stark eingeschränkt und
       auf der Elbe zeitweise gar nicht möglich.
       
       Das rief den erst eine Woche vorher ins Amt berufenen Verkehrsminister
       Steffen Bilger (CDU) auf den Plan. Anfang August berief er einen
       „[11][Niedrigwasser-Gipfel]“ ein und verkündete, die Fahrrinne im Rhein
       vertiefen zu wollen.
       
       ## Fehlende Erträge und fehlende Bilanz
       
       Um alternative Transportwege zur Schifffahrt zu stärken, setzten fast alle
       Bundesländer bis Ende August das Verbot für Lkws aus, sonntags zu fahren,
       Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sogar bis Ende September.
       
       Bis heute erholt sich der Rhein nur langsam. Für die Messstelle Kaub im
       Mittelrhein – am relevantesten für den Schiffsverkehr – prognostiziert die
       Bundesanstalt für Gewässerkunde erst ab Anfang Oktober einen Anstieg des
       Wasserpegels.
       
       Auch vor der Landwirtschaft macht der extreme Sommer nicht Halt: Nach
       Angaben des Deutschen Bauernverbands sind durch anhaltende Dürre
       deutschlandweit knapp 7 Prozent der Getreideerträge ausgefallen. [12][Das
       Bundesagrarministerium geht in seinem Erntebericht] dagegen davon aus, dass
       die Ernte dem Mittel der vergangenen fünf Jahre entspricht. Trotzdem sieht
       das Ministerium als Konsequenz für kommende Sommer Förder- und
       Innovationsprogramme sowie erhöhte Direktauszahlungen vor.
       
       22 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260831_deutschlandwetter_sommer_news.html?nn=495078
 (DIR) [2] https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html
 (DIR) [3] /Klimawandel/!6210853
 (DIR) [4] /Kitas-und-Co-nach-dem-Hitzesommer/!6211697
 (DIR) [5] /Schulen-in-der-Hitzewelle/!6192592
 (DIR) [6] https://www.greenpeace.de/klimaschutz/klimakrise/kosten-der-hitze-so-teuer-war-der-extremsommer-2026
 (DIR) [7] /UN-Bericht-zum-Klimawandel/!6209350
 (DIR) [8] /SPD-Plaene-empoeren-Union/!6202635
 (DIR) [9] /Groesster-Waldbrand-in-NRW-Geschichte/!6204551
 (DIR) [10] https://joint-research-centre.ec.europa.eu/scientific-activities/natural-and-man-made-hazards/forest-fires/current-wildfire-situation-europe_en
 (DIR) [11] /Krisentreffen-zum-Niedrigwasser/!6202282
 (DIR) [12] https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/ackerbau/ernte-2026.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lilly Mayer
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