# taz.de -- Proteste in Frankreich: Macron will notfalls Demonstrationen verbieten
> Nach Ausschreitungen: Frankreichs Präsident lehnt Rücktrittsangebot des
> Innenministers ab. Außerdem will er weitere Demonstrationen
> gegebenenfalls verbieten.
(IMG) Bild: Fernsehbildschirm kurz vor der TV-Ansprache Macrons am Sonntagabend
dpa/afp | Nach den [1][schweren Ausschreitungen] am Rande eines
landesweiten Protesttages in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron nach
Angaben des Élysée-Palasts den Rücktritt von Innenminister Laurent Nuñez
abgelehnt. Der Minister habe dem Präsidenten am Sonntag seinen Rücktritt
angeboten, erklärte der Palast am Montag. Macron habe dies jedoch mit
Verweis auf die „notwendige Kontinuität bei der Führung der
Sicherheitskräfte“ zurückgewiesen.
Wie es in der Mitteilung weiter heißt, sieht Macron „Versäumnisse“ bei der
Planung der [2][Polizeieinsätze] und der Beschaffung von Informationen im
Vorfeld der Gewaltexzesse in mehreren französischen Städten. Macron habe
Nuñez aufgefordert, für Transparenz bei der Aufarbeitung dieser
Versäumnisse zu sorgen und neue Einsatzkonzepte für die Sicherheitskräfte
zu entwickeln, erklärte das Präsidialamt.
In ganz Frankreich war es am Wochenende und insbesondere am Samstag zu
massiver Gewalt gekommen. Geschäfte wurden geplündert, Gebäude und
Fahrzeuge gingen in Flammen auf, [3][Demonstranten] lieferten sich
erbitterte Straßenschlachten mit der Polizei, die unter anderem Tränengas
einsetzte. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 2.397 Menschen
festgenommen. Durch die Gewalt seien 997 Polizisten und andere
Sicherheitskräfte verletzt worden, sieben von ihnen schwer.
Macron hatte die „ungezügelte“ Gewalt am Sonntagabend in einer
Fernsehansprache verurteilt. Außerdem kündigte er an, dass neue
Demonstrationen notfalls auch verboten werden könnten. „Wir alle empfinden
heute Abend Wut und Scham“, sagte er. Der Präsident rief zugleich dazu auf,
zwischen Demonstranten mit „legitimen Forderungen“ und Randalierern zu
unterscheiden. Die Proteste hatten sich laut den Organisatoren gegen hohe
Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem gerichtet.
19 Oct 2026
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