# taz.de -- Jugendliche zu Social Media: Für die meisten überwiegen die Vorteile
       
       > Eine Befragung von Unicef unter 14- bis 16-Jährigen zeigt: Sie wünschen
       > sich mehr Schutz auf Social Media. Aber sie sind durchaus resilient.
       
 (IMG) Bild: Fast drei Viertel der Befragten sagten, Social Media brächte sie auf neue Ideen oder inspiriere sie – auf positive Art
       
       Jugendliche gehen durchaus resilient mit negativen Mechanismen von Social
       Media um – zugleich wünschen sie sich mehr Schutz: Das ist,
       zusammengefasst, das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von Unicef
       Deutschland unter mehr als 1.000 Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren.
       
       Fast drei Viertel der Befragten sagten, Social Media brächte sie auf neue
       Ideen oder inspiriere sie – auf positive Art. 67 Prozent sagten, sie
       lernten „neue Dinge“, und immerhin 60 Prozent fühlten sich „besser
       informiert“. Allerdings betonen die jungen Menschen auch ein Gefühl
       mangelnden Schutzes: nur 38 Prozent geben an, sich „sicher und gut
       geschützt“ zu fühlen, wenn sie auf Instagram, Youtube, Tiktok oder Snapchat
       unterwegs sind, den vier beliebtesten Plattformen unter Jugendlichen.
       
       Ein Viertel der jungen Menschen fühlt sich „schlechter“ oder „überfordert“,
       wenn sie auf Social Media unterwegs waren – was im Umkehrschluss aber auch
       heißt: eine Mehrheit kommt, trotz mangelndem Schutzgefühls, ganz gut
       zurecht, mit dem, was ihnen im Netz begegnet. Nur 16 Prozent sagen
       insgesamt: Die Nachteile überwiegen. Mädchen sind dabei etwas häufiger
       dieser Meinung als Jungen.
       
       Auf X erreicht man junge Menschen übrigens fast gar nicht mehr: nur noch 6
       Prozent der Befragten treiben sich dort regelmäßig herum. Kaum jemand in
       dieser Altersgruppe ist überhaupt nicht in sozialen Netzwerken unterwegs –
       zumindest Youtube nutzen bis auf 2 Prozent der Befragten alle mehr oder
       weniger regelmäßig.
       
       ## Die Debatte um ein Verbot
       
       Diese flächendeckende Nutzung von Social Media sorgt allerdings auch längst
       für breite politische und gesellschaftliche Debatten darüber, wie man
       Kinder und Jugendliche vor Gefahren auf den Plattformen besser schützen
       kann. [1][Ein Vorstoß von Fachpolitiker:innen aus der SPD Anfang des
       Jahres] schlug ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren vor und
       eine Art Jugendversion für Unter-16-Jährige, ohne personalisierte
       Algorithmen.
       
       Bildungsministerin Karin Prien (CDU) versuchte danach, die Verbotsdebatte
       wieder einzufangen, indem sie Ende April eine [2][„Bestandsaufnahme“ ihrer
       eigens eingesetzten Expert:innenkommission veröffentlichte]: Ein
       Verbot greife zu kurz, hieß es da, man brauche vielmehr eine
       „Gesamtstrategie“, die bei der Elternaufklärung, bei Vorsorgeuntersuchungen
       beim Kinderarzt beginne und über die Kitas bis zu den Schulen reiche, wo
       man im Übrigen dringend mal evaluieren müsse, welche der vielen
       Präventionsprogramme überhaupt Wirkung zeigten. Konkrete
       Handlungsempfehlungen sollen im Sommer folgen. Andere Länder wie
       Frankreich, Großbritannien und Spanien diskutieren gerade ähnliche
       Regelungen.
       
       ## Mobbing, Fake News, Endlos-Scrolling
       
       Wenn es nach den Jugendlichen aus der Unicef-Befragung geht, dann sind es
       vor allem Mobbing, Fake News und Endlos-Scrolling, bei denen sie sich
       Abhilfe wünschen. Die Verantwortung dafür sehen 42 Prozent der befragten
       Jugendlichen bei den Plattformen selbst, von denen sie sich bessere
       Jugendschutzfilter wünschen – und dass man von fremden Profilen nicht mehr
       so leicht kontaktiert werden kann. Nur 15 Prozent sehen die Politik, und
       noch weniger, nur 11 Prozent, ihre Eltern in der Pflicht. Ein Verbot, da
       ist sich die Mehrheit der Jugendlichen sicher, bringe eh nichts: 88 Prozent
       glauben, das würde sowieso umgangen.
       
       Von den Erwachsenen wünschen sich Jugendliche vor allem eins: zuhören,
       „ohne gleich zu schimpfen, wenn online etwas Schwieriges passiert“. Das
       ließe sich mit einem Arbeitsauftrag an Priens Expertenkommission verbinden:
       63 Prozent wünschen sich auch „feste Ansprechpersonen (z. B. in der
       Schule)“. Wenn die also auch noch geduldig sind, wäre den Jugendlichen
       schon mal ein bisschen geholfen.
       
       6 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.spdfraktion.de/themen/social-media-sicherer
 (DIR) [2] /Expertenkommission-zu-Social-Media/!6172346
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Klöpper
       
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