# taz.de -- Social-Media-Verbot für Jugendliche: Sehr vernünftig und sehr hilflos
       
       > Familienministerin Karin Prien will die Debatte über Social Media
       > versachlichen. Gut so. Dann reden wir mal über die drängendsten Punkte.
       
 (IMG) Bild: Karin Prien (CDU) spielt die Anti-Populismus-Karte: mehr Aufklärung statt nur Social-Media-Verbote
       
       So sieht das also aus, wenn eine Ministerin eine Debatte einfangen möchte.
       Karin Prien muss sich darüber geärgert haben, dass SPD und Union zuletzt
       [1][mit Forderungen nach einem Social-Media-Verbot ab 14 Jahren
       vorgeprescht] sind. Und jetzt lädt auch noch Jens Spahn zu einem Kongress
       rund um digitalen Jugendschutz. Seit Monaten redet sich die
       CDU-Familienministerin den Mund fusselig: Erst wenn die
       Expert:innenkommission ihre Empfehlungen vorstellt, will sie
       handeln. Es ist kein Zufall, dass Prien ihr Basta ausgerechnet am Tag vor
       der Spahn-Tagung am Dienstag noch mal untermauert.
       
       Es ist ein interessanter Move. Ihr Ministerium veröffentlicht, was die
       Kommission bislang an Erkenntnissen zusammengetragen hat. Die lauten,
       salopp formuliert: Wer Kinder und Jugendliche vor Gefahren in der digitalen
       Welt schützen möchte, muss vieles tun – ein mögliches Social-Media-Verbot
       allein wird wenig bringen. Prien spielt also die Anti-Populismus-Karte, die
       sie – Stichwort [2][„Demokratie Leben“] – gerne öfter spielen darf.
       
       Sie hat ja recht: Wer Social Media verteufelt, verkennt, wie wertvoll
       digitale Räume für Jugendliche sein können. Gleichzeitig ist der
       Handlungsdruck – die Stichwörter sind Suchtverhalten und problematische
       Inhalte – offensichtlich. Eine möglichst frühe Begleitung in Elternhaus und
       Schule ist also zentral, das betont auch die Kommission. Doch nun muss sie
       dafür auch handfeste Vorschläge liefern. Und da liegt das Problem. Es wäre
       überfällig, dass es [3][Medienkunde] als Pflichtfach ab Klasse fünf gäbe –
       das aber kann Prien nicht über die Länder hinweg anordnen. Und wie der
       Staat Eltern dazu bringen möchte, über die Gefahren von Smartphones und
       ihre eigene Rolle als Vorbilder zu reflektieren, ist völlig unklar.
       
       So vernünftig Priens Intervention ist – so hilflos wirkt sie. Mal sehen,
       was die Expert:innen empfehlen. Wenn aber bis auf ein – leicht zu
       umgehendes – Social-Media-Verbot alles beim Alten bleibt, wäre das ein
       fatales Zeichen.
       
       20 Apr 2026
       
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