# taz.de -- Friedensabkommen im Irankrieg: Nur die letzten Details fehlen noch, sagt Trump
> Der US-Präsident kündigt auf Truth Social einen Deal mit dem Regime in
> Teheran an, Pakistans Premier gratuliert schon dazu. Noch ist unklar, was
> das Abkommen enthält, aber in Trumps Partei wird schon Unmut laut.
(IMG) Bild: Plötzlich ist Frieden angesagt: Präsident Trump auf einer US-Militärbasis im Bundesstaat Maryland am Freitag
US-Präsident Donald Trump hat sich am Samstag zuversichtlich gezeigt, dass
ein Friedensabkommen mit Iran kurz vor dem Abschluss stehe. In einem Post
auf der Plattform Truth Social erklärte er, eine entsprechende Abmachung
sei „weitestgehend ausgehandelt“, nur noch der finale Feinschliff sowie die
Zustimmung aller Vertragspartner würden fehlen.
„Die letzten Aspekte und Details des Deals werden derzeit erörtert und in
Kürze bekanntgegeben“, schrieb Trump in dem Post.
Laut dem US-Präsidenten würde das Abkommen auch dafür sorgen, dass die
Straße von Hormus für den kommerziellen Schiffsverkehr wieder freigegeben
werden kann.
Wann genau die Einzelheiten des angekündigten Abkommens veröffentlicht
werden sollen, ist nicht bekannt. Doch der pakistanische Premierminister
Shehbaz Sharif gratulierte Trump bereits für dessen „außerordentliche
Friedensbemühungen“. Pakistan hoffe laut Sharif zudem, dass es schon bald
zu weiteren Gesprächen zwischen den USA und Iran kommen werde.
Neben Pakistan, [1][dass seit Kriegsbeginn aktiv versucht, zwischen den
Vereinigten Staaten und Iran zu vermitteln], telefonierte Trump am Samstag
auch mit Vertretern mehrerer anderer Länder, um diese über die Fortschritte
zu informieren. Darunter Ägypten, Bahrain, Jordanien, Katar, Saudi-Arabien,
die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Obwohl von offizieller Seite noch keine genaueren Informationen zum
möglichen Friedensabkommen veröffentlicht worden sind, gibt es in den
Medien und auf Social Media bereits unzählige Spekulationen.
Die [2][New York Times berichtete], dass das Abkommen neben dem Ende des
Irankriegs auch eine [3][Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon]
beinhalte. Um die Straße von Hormus vollständig für die Schifffahrt
wiederzueröffnen, seien die USA gewillt, ihre Seeblockade zu beenden.
[4][Im Gegenzug würde Iran keine neuen Zölle erheben und Schiffe ohne
Risiko passieren lassen].
Die Zukunft des iranischen Atomwaffenprogramms, eines der zentralen Fragen
im Konflikt, soll erst in den folgenden Tagen und Monaten behandelt werden.
Gleichzeitig erklärten sich die USA dazu bereit, knapp 25 Milliarden Dollar
an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten im Ausland freizugeben.
Der Pressesprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, hat
sich bislang als einziger Vertreter des Regimes öffentlich zu Wort
gemeldet. Er postete eine kryptische Nachricht über ein Friedensabkommen
aus der römischen Antike. Diese endete mit den Worten: „Der Kaiser musste
sich damit abfinden!“. Ob diese eine Anspielung auf Trump ist, ist unklar.
## Republikaner reagieren gespalten
Trotz eines möglichen Kriegsendes sind die bisherigen Stimmen aus den
Reihen der Republikaner eher gespalten. Ausgesprochene Iran-Gegner, wie
Senator Lindsey Graham, warnen davor, Iran zu viel Kontrolle zu geben.
„Sollte in der Region der Eindruck entstehen, dass ein Abkommen mit Iran
dem Regime das Überleben sichert und es im Laufe der Zeit mächtiger werden
lässt, haben wir Öl ins Feuer der Konflikte im Libanon und im Irak
gegossen“, sagte er.
Auch zwei weitere republikanische Senatoren, Roger Wicker aus Mississippi
und der Texaner Ted Cruz, zeigten sich wenig begeistert. Sollte es sich
bestätigen, dass sich die Trump-Regierung auf ein Abkommen mit Iran
geeinigt habe, welches die Atomprogramm-Frage erst zu einem späteren
Zeitpunkt angeht, dann wäre dies laut Wicker „katastrophal“.
Cruz erklärte, dass er über das, was er bisher zum Abkommen gehört und
gelesen habe, „zutiefst besorgt“ sei. Sollten sich die Berichte bestätigen,
dann wäre das Abkommen ein „verheerender Fehler“.
Diesen skeptischen Tönen gegenüber standen die Lobgesänge der
Trump-Anhänger im Kongress. Darunter Senator Bernie Moreno, der erklärte:
„Präsident Trump hat soeben einen weiteren historischen Sieg für Amerika
und die Welt errungen!“.
Auch der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, huldigte
Trump. „Präsident Trump ist der Einzige, der Iran – den weltweit größten
staatlichen Förderer des Terrorismus – an den Verhandlungstisch hätte
bringen können“, erklärte Johnson.
Er scheint wohl vergessen zu haben, dass es Ex-Präsident Barack Obama und
sein Team waren, die den Iran-Atomwaffendeal vor mehr als zehn Jahren
ausgehandelt hatten. Trump entschied in seiner ersten Amtszeit, diesem
Abkommen den Rücken zu kehren.
Sollte sich Trumps Zuversicht über ein Friedensabkommen bestätigen, wäre
dies eine drastische Entwicklung. Erst am Montag hatte er erklärt, [5][dass
er einen bereits geplanten Militärschlag gegen Iran in letzter Minute noch
abgesagt hätte].
Der Krieg, der Ende Februar begann, hat die Weltwirtschaft nachhaltig
beeinträchtigt und zu einem Anstieg der Rohölpreise geführt. Auch sind seit
Kriegsbeginn 13 US-Soldaten ums Leben gekommen, und Schätzungen des
Pentagons zufolge hat der Konflikt bisher über 25 Milliarden US-Dollar an
Steuergeldern gekostet.
24 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Pakistans-erstaunliche-Vermittlungsrolle/!6173030
(DIR) [2] https://www.nytimes.com/live/2026/05/23/world/us-iran-war-trump
(DIR) [3] /Wackelige-Waffenruhe/!6175915
(DIR) [4] /Krieg-zwischen-den-USA-und-Iran/!6179659
(DIR) [5] /-Nachrichten-im-Iran-Krieg-/!6181546
## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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