# taz.de -- +++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: Hoffnung auf Öffnung
       
       > Es zeichnet sich ein Deal zum Stopp des Irankriegs ab. Der Ölpreis sinkt,
       > während viele Staaten auf eine Öffnung der Straße von Hormus hoffen.
       
 (IMG) Bild: Am 25. Mai passiert ein japanischer Öltanker hat Straße von Hormus
       
       ## „Angebot auf dem Tisch“
       
       Einem US-Regierungsvertreter ‌zufolge hat die Führung in Teheran der
       Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge im Austausch für ein Ende der
       US-Seeblockade prinzipiell zugestimmt. Zudem sei sie bereit, ihr
       hochangereichertes Uran abzugeben. Der iranische Revolutionsführer
       Ajatollah Mojtaba Chamenei habe ⁠diesen Rahmenbedingungen im Wesentlichen
       zugestimmt, hieß es aus US-Kreisen. Der Entwurf sehe eine Frist von 60
       Tagen für eine endgültige Einigung vor. Die Details zum iranischen
       Atomprogramm müssten jedoch noch ausgehandelt werden.
       
       Iranischen Kreisen zufolge könnten in späteren Phasen „machbare Maßnahmen“
       ‌gefunden werden, um ‌den Streit über die Uranbestände beizulegen. Dazu
       gehöre zudem eine Verdünnung des Materials ⁠unter Aufsicht der
       UN-Atomenergiebehörde, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters. Iran weist
       die Vorwürfe der USA und Israels, nach Atomwaffen zu streben, zurück und
       betont sein Recht ‌auf eine Urananreicherung zu zivilen Zwecken. Der
       erreichte Reinheitsgrad ‌liegt jedoch weit über dem für die Stromerzeugung
       benötigten Niveau. (rtr)
       
       ## Israelischer Soldat im Süden des Libanon getötet
       
       Bei Kämpfen im Süden des Libanon ist nach Armeeangaben ein israelischer
       Soldat getötet worden. Der 19-Jährige sei „im Kampf gefallen“, teilte die
       israelische Armee am Montag mit. Ein weiterer Soldat sei bei dem Vorfall
       schwer verletzt worden.
       
       Der 19-Jährige ist der 23. israelische Soldat, der seit dem
       Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der libanesischen
       Hisbollah-Miliz im Zuge des Irankriegs getötet wurde. Zudem wurde ein
       Zivilbeschäftigter der israelischen Armee getötet. (afp)
       
       ## Was über den möglichen Deal bekannt ist
       
       Nach wochenlangen Verhandlungen und gegenseitigen Drohungen zeichnet sich
       derzeit [1][ein Abkommen zur Beilegung des Irankriegs] ab. Israel
       interessiert insbesondere, ob die Vereinbarung Iran am Bau von Atomwaffen
       hindert. Die Golfstaaten hoffen auf eine Öffnung der von Iran
       [2][blockierten Straße von Hormus], um ihr Erdöl wieder ungehindert
       exportieren zu können.
       
       US-Präsident Donald Trump dämpfte am Sonntag die Hoffnungen, indem er eine
       „übereilte Vereinbarung“ im Konflikt mit Iran ausschloss. Noch am Samstag
       hatte er erklärt, die Vereinbarung mit Iran sei „weitgehend ausgehandelt“.
       Was über das geplante Abkommen bislang bekannt ist:
       
       Was wird aus dem iranischen Atomprogramm? 
       
       Laut dem iranischen Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei ist das
       hochumstrittene Atomprogramm seines Landes nicht Teil der nun zunächst
       geplanten Rahmenvereinbarung. Es werde später in „separaten Gesprächen“
       Thema sein.
       
       Die New York Times berichtete allerdings unter Berufung auf zwei
       US-Regierungsvertreter, ein entscheidendes Element der diskutierten
       Vereinbarung sei anscheinend die Zusage Irans, seine Bestände an
       hochangereichertem Uran aufzugeben. Die genaue Umsetzung werde „in einer
       späteren Verhandlungsrunde über das iranische Atomprogramm“ diskutiert.
       
       Laut den iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim gibt es keine
       derartige grundsätzliche Zusage aus Teheran. „Iran ist in dieser
       Vereinbarung keine Verpflichtung eingegangen, Bestände von atomarem
       Material auszuhändigen, Ausrüstung zu entfernen, Anlagen zu schließen oder
       auch nur keine Atombombe zu bauen“, schrieb Fars.
       
       Laut den iranischen Medien soll nach der nun diskutierten Vereinbarung noch
       60 Tage Zeit für die Aushandlung des Atom-Themas sein. US-Außenminister
       Marco Rubio sagte am Montag, er setze darauf, dass Teheran zu „sehr realen,
       bedeutenden, zeitlich begrenzten Verhandlungen zu dem Atom-Thema“ bereit
       sei.
       
       Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte nach einem Telefonat mit
       Trump, sie seien übereingekommen, „dass jegliches abschließende Abkommen
       mit Iran die atomare Bedrohung vollständig beseitigen“ müsse. Dies bedeute,
       die iranischen Anlagen für die Urananreicherung zu demontieren und bereits
       angereichertes Uran von seinem Territorium zu entfernen.
       
       Wird die Straße von Hormus geöffnet? 
       
       Ein weiterer zentraler Streitpunkt ist der Schiffsverkehr durch die Straße
       von Hormus. Seit Beginn des Krieges blockiert Iran die Meerenge, durch die
       bis dahin rund ein Fünftel des [3][weltweit gehandelten Erdöls]
       transportiert worden war. Dies ließ die Erdöl- und Spritpreise weltweit in
       die Höhe schießen. Die Islamische Republik hat darauf bestanden, dass
       Schiffe die Straße von Hormus ohne die Erlaubnis der iranischen
       Streitkräfte nicht durchfahren dürfen.
       
       Trump erklärte am Samstag, zu den vielen Elementen der geplanten
       Vereinbarung gehöre die Öffnung der Straße von Hormus. Die iranische
       Nachrichtenagentur Fars berichtete allerdings, auch nach einer Öffnung der
       Straße von Hormus liege die Kontrolle über die strategisch bedeutsame
       Wasserstraße weiterhin bei Iran. Tasnim schrieb, der Status der Straße von
       Hormus werde „nicht zur Vorkriegssituation zurückkehren“. Außerdem müssten
       die USA ihre Blockade der iranischen Häfen binnen 30 Tagen beenden.
       
       Was passiert mit den Sanktionen und den eingefrorenen iranischen Guthaben? 
       
       Teheran fordert schon seit Langem die Freigabe iranischer Guthaben, die im
       Rahmen von schon länger bestehenden US-Sanktionen eingefroren wurden. Laut
       Tasnim fordert Iran als Bedingung für eine erste Vereinbarung zur
       Beendigung des Krieges, dass es zumindest auf einen Teil der eingefrorenen
       Guthaben Zugriff bekommt. Außerdem müsse ein klarer Mechanismus festgelegt
       werden, „um die weitere Freigabe aller blockierter Guthaben zu
       garantieren“.
       
       Unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtete Tasnim, Differenzen
       über die eingefrorenen iranischen Guthaben gehörten zu den „Gründen, warum
       noch keine endgültige Vereinbarung erzielt wurde“.
       
       Laut Fars müsste die potenzielle Vereinbarung auch die zeitweise Aufhebung
       von US-Sanktionen gegen Erdöl, Erdgas und petrochemische Produkte während
       der weiteren Verhandlungen enthalten.
       
       Wird der Libanon einbezogen? 
       
       Trotz einer von den USA vermittelten Waffenruhe zwischen Israel und dem
       Libanon führt Israel täglich Angriffe auf Ziele im Libanon aus. Diese
       richten sich nach israelischen Angaben gegen die mit Iran verbündete
       schiitische Hisbollah-Miliz.
       
       In der Vergangenheit erklärte Iran, jede Vereinbarung zur Niederlegung der
       Waffen müsse auf alle Kriegsfronten angewendet werden, auch auf den
       Libanon. Die Hisbollah zeigte sich zuversichtlich, dass Iran ihre
       Interessen nicht außer Acht lasse.
       
       Tasnim berichtete, zunächst werde eine Absichtserklärung veröffentlicht,
       die ein Ende der Kämpfe an allen Fronten, auch im Libanon, fordere. „Gemäß
       dieser Abmachung würde von Israel als einem US-Verbündeten auch erwartet,
       den Krieg im Libanon zu stoppen“, hieß es.
       
       Der iranische Außenamtssprecher Bakaei sagte im Staatsfernsehen,
       gegenwärtig werde Iran nicht die Details einer Atom-Einigung diskutieren.
       Vielmehr habe die Islamische Republik „beschlossen, einem für uns alle
       dringlichen Thema Vorrang zu geben: Den Krieg an allen Fronten, darunter
       der Libanon, zu beenden.“
       
       Netanjahu hielt dem am Sonntag entgegen, Trump habe Israels Recht
       bekräftigt, „sich gegen Bedrohungen an allen Fronten einschließlich des
       Libanon zu verteidigen“. US-Außenminister Marco Rubio bekräftigte am
       Montag, wenn die Hisbollah-Miliz im Libanon Raketen auf Israel abfeuere
       oder abzufeuern drohe, habe Israel im Sinne des Selbstverteidigungsrechts
       „jedes Recht, darauf zu reagieren“. (afp)
       
       ## Rubio: Haben Iran solides Angebot vorgelegt
       
       Die USA pochen im Konflikt mit Iran auf eine diplomatische Lösung,
       schließen aber laut US-Außenminister Marco Rubio andere Wege nicht aus.
       „Wir werden der Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben, bevor wir die
       Alternativen prüfen“, sagte Rubio. Entweder gebe es ein gutes Abkommen,
       oder ‌man müsse auf andere Weise mit der Situation umgehen. Rubio zufolge
       ⁠liegt ein „ziemlich solides“ Angebot auf dem Tisch. Dieses beziehe sich
       sowohl auf die Öffnung der Meerenge ‌durch Iran als ⁠auch auf zeitlich
       befristete Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Er hoffe, ‌dass
       dies gelinge, ‌sagte der Minister. (rtr)
       
       ## Trump dämpft Hoffnung auf schnellen Iran-Deal
       
       US-Präsident Donald Trump hat Hoffnungen auf ein schnelles Abkommen zur
       Beendigung des Irankrieges gedämpft. „Die Verhandlungen verlaufen geordnet
       und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts
       zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist“, schrieb er auf der
       Plattform Truth Social. Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen. „Es darf
       keine Fehler geben!“
       
       Vor einer Woche hatte Trump noch Druck auf Teheran ausgeübt – und an
       gleicher Stelle geschrieben: „Für Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich
       besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben.“
       
       Die Hoffnung auf ein Friedensabkommen ließ die Ölpreise dennoch zum
       Wochenstart sinken. An Asiens Leitbörse in Tokio stieg der Nikkei-Index im
       frühen Handel erstmals über die Marke von 65.000 Punkten. Ob die
       Entscheider in Washington und Teheran tatsächlich auf eine Vereinbarung
       zusteuern, ist jedoch weiterhin unklar. Nach einem schnellen Durchbruch
       sieht es nicht aus. (dpa)
       
       ## Diskussion um Kerosinmangel verunsichert Reisende
       
       Die Diskussion um einen drohenden Kerosinmangel wegen des Irankriegs
       verunsichert Reisende in Deutschland. Bei einer repräsentativen Umfrage gab
       fast jeder Fünfte an, deswegen selbst bereits einen Flug storniert,
       umgebucht oder eine Stornierung durch die Airline erlebt zu haben. Die
       Umfrage hat der Abrechnungsdienstleister SAP Concur in Auftrag gegeben.
       
       Eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent der Befragten hat das Reiseverhalten
       wegen drohender Probleme bereits geändert. Knapp die Hälfte (46 Prozent)
       weicht auf Bahn oder Auto aus, 39 Prozent buchen früher und 31 Prozent
       haben entsprechende Reiseentscheidungen erst einmal aufgeschoben.
       
       Bei Geschäftsreisen ist weniger Verunsicherung spürbar. Nur rund jeder
       sechste Geschäftsreisende (17 Prozent) habe sein Reiseverhalten in der
       beschriebenen Form geändert. Stornierungen oder Umbuchungen erlebten mit
       einem Anteil von 6 Prozent aktuell wenige Geschäftsreisende.
       
       Aus Sicht von SAP Concur sollten sich Unternehmen vorbereiten, um schnell
       und effizient auf Flugstornierungen reagieren zu können. Der Manager
       Michael Schmitz rät daher: „Wer in den nächsten Wochen reist, sollte
       flexibel planen. Das heißt: Wenn möglich Alternativen zum Flug wie Bahn
       oder Mietwagen gleich mitdenken und bei Ausfällen schnellstmöglich
       umbuchen. Zusatzkosten sollten Reisende dokumentieren und Belege sichern.“
       
       Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte im April für den Fall
       eines Kerosinmangels Gegenmaßnahmen angekündigt – aber vor übertriebener
       Aufgeregtheit gewarnt: „Alarmismus bei Kerosin hilft nicht.“ Die
       Versorgungslage in den jeweiligen Märkten sei unterschiedlich. Zuvor hatte
       die Internationale Energieagentur IEA gewarnt, mehrere europäische Länder
       könnten einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen. (dpa)
       
       ## Weitere Tanker verlassen Straße von Hormus
       
       Nach ‌monatelanger Blockade wegen ‌des Krieges der USA und Israels gegen
       Iran haben weitere Tanker die Straße von Hormus verlassen. Ein mit
       Flüssigerdgas (LNG) beladenes Schiff ist am Montag auf dem Weg nach
       Pakistan aus der Meerenge ausgefahren, wie aus Schifffahrtsdaten der LSEG
       und von Kpler hervorging. Bereits ‌am Samstag verließ ein Supertanker mit
       irakischem Rohöl für China die Region. Beide Schiffe saßen fast drei Monate
       lang fest und gehören zu einer Handvoll Tanker, die den Persischen Golf in
       diesem Monat über eine von Iran vorgeschriebene Transitroute verlassen.
       
       Bereits in der vergangenen Woche hatten sich drei große Rohöltanker mit
       sechs Millionen Barrel auf den Weg nach China und Südkorea gemacht. Am
       Sonntag meldete die ‌iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf
       die Marine der iranischen Revolutionsgarden, dass binnen 24 Stunden 33
       Schiffe die Meerenge mit einer Genehmigung Irans passiert hätten. Dennoch
       bleiben die Auswirkungen des Konflikts auf die Handelsschifffahrt massiv:
       Etwa 20.000 Seeleute sitzen weiterhin auf Hunderten von Schiffen im
       Persischen Golf fest. ‌Vor Ausbruch des ‌Krieges passierten
       durchschnittlich 125 bis 140 ⁠Schiffe täglich die strategisch wichtige
       Meerenge. Der am 28. Februar begonnene Krieg hat die Schifffahrt durch die
       Straße ‌von Hormus, durch die normalerweise ‌etwa ein Fünftel der
       weltweiten Öl- und LNG-Versorgung fließt, stark eingeschränkt. (rtr)
       
       ## Ölpreis sinkt um fünf Prozent
       
       Angesichts von Hoffnungen auf eine Vereinbarung zwischen Washington und
       Teheran zur Beendigung des Irankriegs ist der Ölpreis um gut fünf Prozent
       gesunken. Zu Beginn des Börsenhandels in Asien sank der Preis der Sorte
       North Sea Brent am Montagmorgen um 5,1 Prozent auf 98,22 Dollar (84,65
       Euro) pro Barrel. Bei der Erdöl-Sorte West Texas Intermediate ging der
       Preis um 5,2 Prozent auf 91,57 Dollar pro Barrel zurück.
       
       Die USA und Israel hatten Ende Februar den Irankrieg mit Angriffen auf die
       Islamische Republik begonnen. Der Iran blockierte in der Folge die Straße
       von Hormus, was die Erdöl- und Spritpreise weltweit in die Höhe schießen
       ließ. Durch die Meerenge vor der iranischen Küste war vor dem Krieg rund
       ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls transportiert worden. Die
       US-Marine blockiert ihrerseits die iranischen Häfen. (afp)
       
       25 May 2026
       
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