# taz.de -- Iran prüft neuen US-Vorschlag: Trump sieht Gespräche „auf Messers Schneide“
> Die USA und Iran ringen weiter um eine Verhandlungslösung im Irankrieg.
> Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe, die vom Erfolg der Gespräche
> abhängt.
(IMG) Bild: Der Außenamtssprecher des Iran, Ismail Baghai, sagt, weitere Verhandlungsvorschläge mit den USA würden geprüft
afp | Während Teheran nach eigenen Angaben einen neuen Vorschlag der USA
zur Beendigung des Irankriegs prüft, warnt US-Präsident Donald Trump vor
einem Scheitern der Gespräche und der Wiederaufnahme der Angriffe auf Iran.
„Es steht wirklich auf des Messers Schneide“, sagte Trump am Mittwoch.
Israel versetzte seine Armee in „höchste Alarmbereitschaft“.
Trump sagte, die Verhandlungen befänden sich in der „Endphase“. Eine
Einigung könne „sehr schnell“ oder „in wenigen Tagen“ zustande kommen,
sagte der US-Präsident. Teheran müsse dafür aber „zu 100 Prozent gute
Antworten“ liefern.
Trump richtete zugleich neue Warnungen an Teheran. „Wenn wir nicht die
richtigen Antworten bekommen, geht es sehr schnell“, sagte er mit [1][Blick
auf neue Angriffe auf Iran]. „Wir sind alle bereit.“
Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei sagte, Teheran prüfe derzeit
einen neuen Vorschlag mit den „Standpunkten der amerikanischen Seite“. Er
bekräftigte die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges,
darunter die Freigabe eingefrorener iranischer Guthaben und ein Ende der
US-Blockade der iranischen Häfen.
## Krieg könnte sich ausweiten, falls die Verhandlungen scheitern
Zudem äußerte der Außenamtssprecher „großes Misstrauen“ gegenüber den USA.
Iran hatte den US-Vorschlag im Rahmen des Besuchs des pakistanischen
Innenministers Mohsin Naqvi in Teheran erhalten. Pakistan bemüht sich seit
Wochen, eine Vereinbarung zur Beendigung des Irankriegs zwischen Teheran
und Washington zu vermitteln.
Seit dem 8. April gilt eine Waffenruhe zwischen Iran und den USA sowie
Israel. Trump hat wiederholt eine Wiederaufnahme der Angriffe auf Iran
angekündigt, falls die Verhandlungen scheitern sollten. Die iranische
Führung reagierte darauf mit scharfen Drohungen.
„Sollte sich die Aggression [2][gegen Iran wiederholen,] wird sich der
angekündigte regionale Krieg dieses Mal weit über die Region hinaus
ausbreiten“, erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Mittwoch auf
ihrer Website Sepah News. „Unsere vernichtenden Angriffe werden euch
zerstören“, warnten sie, an die USA und Israel gerichtet. Die USA und die
EU stufen die Garden als Terrororganisation ein.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warf den USA
vor, den Krieg gegen sein Land fortsetzen zu wollen. „Die offenen wie auch
die verdeckten Bewegungen des Feindes zeigen, dass er trotz
wirtschaftlichen und politischen Drucks seine militärischen Ziele nicht
aufgegeben hat und versucht, einen neuen Krieg zu beginnen“, sagte Ghalibaf
in einer Audiobotschaft, die von iranischen Medien verbreitet wurde. Die
USA hofften „noch immer auf die Kapitulation der iranischen Nation“.
Für den Fall eines erneuten Angriffs der USA und Israels drohte
Chefunterhändler Ghalibaf mit einer „energischen Antwort“. Iran werde sich
„unter keinen Umständen Einschüchterungen beugen“.
Das israelische Militär befindet sich nach Angaben von Israels Armeechef
Ejal Samir angesichts der gegenseitigen Drohungen Irans und der USA „in
höchster Alarmbereitschaft“. Es sei „auf jede Entwicklung vorbereitet“.
Trump hatte am Dienstag in Washington gesagt, die US-Armee habe einen
bereits geplanten Angriff auf Iran „wegen sehr positiver Entwicklungen“ in
den Verhandlungen kurzfristig verschoben. Verbündete im Nahen Osten hätten
ihm gesagt, sie seien „sehr nah dran, eine Einigung zu erzielen“, hatte
Trump am Montag im Weißen Haus gesagt.
[3][Noch am Sonntag hatte Trump Iran erneut mit Vernichtung gedroht],
sollte Teheran dem US-Vorschlag für ein Ende des Krieges nicht zustimmen.
Zur zentralen Bedingung machte er, dass Iran nicht in den Besitz von
Atomwaffen gelangen dürfe.
Der Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf Iran
begonnen. Als Reaktion griff Teheran Ziele in Israel und in Nachbarstaaten
in der Region an und blockierte weitgehend die für den Welthandel
bedeutende Straße von Hormus vor seiner Küste.
Die iranische Revolutionsgarde erklärte am Mittwoch, sie habe in den
vergangenen 24 Stunden 26 Schiffe die Straße von Hormus passieren lassen,
darunter Öltanker, Containerschiffe und andere kommerzielle Schiffe.
Vergangene Woche hatte Iran nach eigenen Angaben die Passage von mehr als
30 Schiffen erlaubt. Der Erdölpreis fiel am Mittwoch weltweit um 5 Prozent,
da Trump davon gesprochen hatte, kurz vor einer Einigung zu stehen.
21 May 2026
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