# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump stoppt angeblich geplanten Angriff
       
       > Auf Bitten mehrerer Golfstaaten habe der US-Präsident einen Großangriff
       > auf Iran ausgesetzt, sagt er. Das Mullah-Regime bietet offenbar an, die
       > Straße von Hormus schrittweise zu öffnen.
       
 (IMG) Bild: Die Golfstaaten wussten laut Medienbericht nichts von einem bevorstehenden Angriff auf Iran; Trump im Weißen Haus, 11. 05. 2026
       
       US-Präsident Donald Trump verzichtet nach eigenen Angaben vorerst auf einen
       angeblich für Dienstag geplanten Angriff auf Iran. Er habe diesen aufgrund
       von „ernsthaften Verhandlungen“ abgesagt, die derzeit zur Beendigung des
       Krieges liefen, sagte der Präsident am Montagabend (Ortszeit) im Weißen
       Haus, nachdem er die Entscheidung zuvor in den sozialen Medien
       bekanntgegeben hatte. „Es scheint eine sehr gute Chance zu geben, dass sie
       eine Lösung finden. Wenn wir das schaffen, ohne sie in Grund und Boden zu
       bomben, wäre ich sehr zufrieden“, sagte Trump.
       
       Deshalb habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth und andere
       US-Militärvertreter angewiesen, die bisherigen Pläne auszusetzen und einen
       Großangriff auf Iran erst dann zu beginnen, wenn ein „akzeptables Abkommen
       nicht erreicht wird“.
       
       „Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und einige andere
       haben mich gefragt, ob wir die Entscheidung um drei Tage, also um einen
       kurzen Zeitraum, verschieben könnten“, sagte Trump später in Washington. Er
       sprach von einer sehr positiven Entwicklung. Am Vortag hatte der
       Republikaner auf Truth Social gewarnt: „Für Iran tickt die Uhr, und sie
       sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig
       bleiben.“
       
       Mehrere Vertreter der von Trump aufgeführten Golfstaaten erklärten
       allerdings dem Wall Street Journal zufolge, ihnen sei der vom
       US-Präsidenten erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf Iran nicht
       bekannt.
       
       Trump hatte [1][seit Wochen damit gedroht], dass die Mitte April erreichte
       Waffenruhe enden könnte, falls Iran keine Einigung erzielt. Dabei nannte er
       wiederholt wechselnde Bedingungen für ein Abkommen.
       
       Trump bezeichnete die aktuelle Verhandlungspause als „sehr positive
       Entwicklung“, räumte jedoch ein, dass es bereits früher Situationen gegeben
       habe, in denen eine Einigung nah schien, ohne dass sie zustande kam. „Aber
       diesmal ist es etwas anders“, sagte er. (dpa/ap)
       
       ## Iran legt neue Vorschläge vor
       
       Teheran hat nach eigenen Angaben über den Vermittler Pakistan auf den
       jüngsten US-Vorstoß mit eigenen neuen Vorschlägen reagiert, wie
       Außenamtssprecher Ismail Baghai Reportern sagte. Nach Informationen des
       Wall Street Journal bot Teheran eine schrittweise Öffnung der für den
       globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus an. Zugleich seien
       aber kritische Fragen zum Streitthema des iranischen Atomprogramms offen
       geblieben.
       
       Nach Angaben Baghais hatten die USA zuvor Antworten auf Irans
       vorangegangenen Vorschlag übermittelt. Trump hatte diesen öffentlich als
       „dämlichen Vorschlag“ abgetan. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars
       sollen die USA zuletzt wieder klargemacht haben, die Kampfhandlungen nur
       dann langfristig einzustellen, wenn es bestimmte
       [2][Verhandlungsergebnisse] gibt. Für Iran ist ein Ende der Kampfhandlungen
       – insbesondere auch der [3][Offensive Israels im Libanon] – jedoch eine
       Vorbedingung für weitere Verhandlungen. (dpa)
       
       ## Berlin und Ankara setzen auf diplomatische Lösung
       
       Deutschland und die Türkei setzen trotz Trumps jüngster Drohungen weiterhin
       auf diplomatische Kompromissfindung. Auf militärischem Wege werde es keine
       Lösung geben, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen
       mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan in Berlin. Wenn Iran bereit
       sei, auf sein nukleares Anreicherungsprogramm zu verzichten, „haben wir
       eine Grundlage dafür, Verhandlungen zu führen“.
       
       Fidan sagte, es liege „im Interesse der ganzen Welt, die großen Krisen auf
       diplomatischem Wege so schnell wie möglich zu lösen“. Eine Fortsetzung des
       Krieges hätte große politische und wirtschaftliche Folgen, warnte er.
       Wadephul sagte mit Blick auf Washington und Teheran, die Verhandlungen
       seien nicht festgefahren, sondern würden fortgeführt. Irans Antwort auf den
       jüngsten US-Vorschlag müsse von der US-Regierung nun sorgfältig geprüft
       werden. (dpa)
       
       19 May 2026
       
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