# taz.de -- Ergebnisse des letzten Digitalgipfels: Ein bisschen digitale Souveränität
> Am Montag ist der Digitalgipfel der Bundesregierung gestartet. Im letzten
> Jahr hatte sie versprochen, technologisch unabhängiger von den USA und
> deren Präsidenten zu werden. An der Umsetzung gibt es Kritik.
(IMG) Bild: Schneller als die Politik hierzulande: Big Tech und KI-Roboter
Beim Digitalgipfel im vergangenen Jahr war digitale Souveränität das
zentrale Thema. Die deutsche und die französische Regierung versprachen
gemeinsam eine neue Dimension von Anstrengungen, um unabhängiger zu werden
von den US-Tech-Konzernen und dem erratisch agierenden US-Präsidenten.
Dem vorausgegangen waren unter anderem erste Sanktionen der USA gegen
Richter:innen des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag und eine
Debatte darüber, was passiert, sollten etwa die auch in deutschen
Verwaltungen dominierenden Microsoft-Dienste als US-Druckmittel zum
Beispiel im Zollstreit genutzt werden. „Digitale Souveränität hat Kosten.
Aber digitale Abhängigkeit hat noch höhere Kosten“, sagte Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) damals bei seiner Abschlussrede.
Und nun, ein Jahr später? Im Verlauf des Jahres wurden etliche Projekte
angestoßen oder umgesetzt, etwa ein Vergabeverfahren für eine souveräne
Cloud für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz. Digitalminister Karsten
Wildberger (CDU) lobte in seiner Rede am Montagvormittag die gute
Zusammenarbeit mit der französischen Regierung in Sachen digitale
Souveränität.
Doch aus der Zivilgesellschaft gibt es Kritik daran, dass ein wirklicher
Wandel fehlt: „Digitale Souveränität funktioniert in Deutschland wie mit
dem Rauchenaufhören. Man will ja. Nur nicht heute“, kritisierte Markus
Beckedahl vom Zentrum für Digitalrechte und Demokratie im Vorfeld des
diesjährigen Gipfels. Es finde sich im konkreten Moment immer ein
pragmatischer Grund, doch noch bei den Big-Tech-Monopolisten zu bleiben.
Und wenn der Wechsel dann später doch kommen sollte, gebe es eben wieder
einen pragmatischen Grund dagegen.
Die Organisation kritisiert, dass die Bundesregierung nicht nur zu wenige
Anstrengungen unternehme, um unabhängiger zu sein von den USA und Big Tech,
und dass der Staat weiterhin Millionenbeträge für die Dienste von Microsoft
und anderen US-Konzernen zahlt. Sondern auch, dass die Regierung darüber
hinaus die Voraussetzungen für digitale Souveränität verschlechtere: So sei
beispielsweise im Bundeshaushalt für das kommende Jahr der Ausgabeposten
für die Sovereign Tech Agency, die mit staatlichen Mitteln die Entwicklung
und Pflege von Open-Source-Infrastruktur vorantreiben soll, um 370.000 Euro
auf rund 27,4 Millionen gekürzt worden.
2 Nov 2026
## AUTOREN
(DIR) Svenja Bergt
## TAGS
(DIR) Digitale Souveränität
(DIR) Bundesregierung
(DIR) Markus Beckedahl
(DIR) Digitalisierung
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