# taz.de -- Bilanz von „Gen Z regelt“: Gen Z streitet über zukünftigen Kurs
       
       > Die Bundesinitiative von „Gen Z regelt“ zieht nach dem Protestsamstag
       > eine positive Bilanz. Streit gibt es über den Grund für die Krawalle.
       
 (IMG) Bild: Jugend gegen Patriarchat, Faschismus und die Übel dieser Welt: Demonstration in Stuttgart am Samstag
       
       Nach dem Auftakt der „Gen Z regelt“-Demonstrationen zieht die
       Bundesinitiative eine positive Bilanz. Trotz der Horrorszenarien, die
       vorher aufgebaut worden wären, sei [1][es ein großer, lauter und
       friedlicher Protest] gewesen, sagte Lina Friedrich, 21, eine Sprecherin der
       Initiative, der taz. „Wir haben den Medien das Gegenteil bewiesen“, so
       Friedrich.
       
       Sie begrüßt, dass Polizei und Presse zwischen den Demos und den
       Ausschreitungen, [2][zu denen es am Abend in mehreren Städten kam],
       unterscheiden würden. Ganz könne man das aber nicht trennen: „Ich glaube,
       man muss trotzdem sagen, dass es dieselbe Wut ist.“ Gewalt gegen
       Polizeibeamt:innen, schiebt Friedrich hinterher, sei aber niemals okay.
       
       In der Politik überschlagen sich derweil die Stimmen, die Konsequenzen für
       die Randale fordern. „Diese zerstörerische Wut gegen das Land, in dem man
       lebt, ist mir unerklärlich“, sagte CDU-Generalsekretärin Franziska
       Hoppermann. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der Bild,
       „gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu“
       hätten die friedlichen Proteste „gekapert“. Für „Randalierer und Plünderer“
       kündigte er „harte Strafen“ an.
       
       ## SPD will nationalen „Bildungsgipfel“
       
       Die SPD-Fraktion im Bundestag fordert derweil einen nationalen
       [3][Bildungsgipfel], um über [4][die Forderungen der Jugendlichen] zu
       sprechen. Deren Sorgen seien ernst zu nehmen, sagte Dirk Wiese,
       parlamentarischer Geschäftsführer, der Rheinischen Post. Es gelte, das
       Aufstiegsversprechen der 1970er Jahre wiederherzustellen. Auch Wiese sprach
       sich aber für ein „konsequentes Durchgreifen“ aus, wo Protest in Gewalt
       umschlage.
       
       Die Linken-Abgeordnete Lea Reisner sprach dagegen noch am Samstagabend in
       sozialen Medien mit Blick auf die Demonstration in Köln von „absolut
       inakzeptabler“ und „unfassbarer“ Gewalt durch die Polizei. Diese habe
       offenbar gezielt die Bilder zu erzeugen versucht, die die „ekelhafte,
       rassistische Hetze im Vorfeld“ beschworen habe. Der Frust der jungen Leute
       sei „mit Wasserwerfern, mit krasser Polizeigewalt“ beantwortet worden.
       
       Auch innerhalb der Bewegung wird darüber gestritten, warum es zu den
       Ausschreitungen gekommen ist – sowie um die Ausrichtung der nur wenige
       Wochen alten Bewegung insgesamt. Auf der einen Seite reißen dabei die
       Beschwerden nicht ab, die Bundesorganisation „Gen Z regelt“ sei schlecht
       organisiert – was die Krawalle auch mit ermöglicht habe. Mubarak Sabir,
       Sprecher der „Generation Aufbruch“, sprach etwa noch am Abend [5][im
       hessischen Fernsehen von einem „grob fahrlässigen“ Verhalten durch „Gen Z
       regelt“]. „Es hat an Transparenz und Strukturen gefehlt, um mit ihnen
       angemessen zusammenzuarbeiten“, sagte er.
       
       Auf der anderen Seite kritisierten etwa die Veranstalter:innen der
       Stuttgarter Demo, die nach eigenen Angaben zur „Internationalen Jugend“,
       einer Organisation aus dem Umfeld des Kommunistischen Aufbaus (KA),
       gehören: „Gen Z regelt“ versuche, die Proteste zu vereinnahmen. „Die
       versuchen, für uns zu sprechen. Wir nehmen sie als externes Element wahr“,
       sagte eine Sprecherin im Vorfeld der Südwestpresse. Man dürfe sich nicht
       „an der Gewaltfrage spalten“ lassen. Der Landesschülerbeirat
       Baden-Württemberg hatte sich auch deshalb nicht an den Protesten in
       Stuttgart beteiligt.
       
       ## Sozialistische Jugendgruppen waren tonangebend
       
       Bundesweit waren sozialistische Jugendgruppen faktisch der tonangebende
       Akteur auf den Protesten. Dass sich „Gen Z regelt“ vielerorts bereits von
       Pyrotechnik oder Vermummungen distanziert hatte, wurde in diesen Kreisen
       als Versuch der Einhegung wahrgenommen. Überraschend sind diese Konflikte
       aber nicht. Der Slogan „Gen Z regelt“ ist bisher der wenig konkrete Slogan
       einer Bewegung, deren Ausrichtung noch nicht feststeht.
       
       Konkret fest steht ein Protest am 20. November, allerdings nicht unter der
       Ägide von „Gen Z regelt“: Da findet der nächste bundesweite Schulstreik
       gegen die Wehrpflicht statt – als Teil eines internationalen Streikaufrufs
       von Jugendgruppen.
       
       1 Nov 2026
       
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