# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Bundesregierung: Norwegisch-finnische Friedensinitiative war abgesprochen
       
       > Das Telefonat von Finnland und Norwegen mit Putin war laut
       > Bundesregierung abgesprochen. Die Waffenruhe in Oleschky hält an.
       
 (IMG) Bild: Zerstörte Gebäude in Kyjiw: mehr als 100 ballistische Raketen auf die Hauptstadt innerhalb von zwei Wochen
       
       ## Norwegisch-finnische Friedensinitiative war abgesprochen
       
       Die Friedensbemühungen Finnlands und Norwegens durch eine direkte
       Kontaktaufnahme mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin waren laut
       Bundesregierung mit Deutschland abgesprochen. Beide skandinavischen Staaten
       hätten hinterher über die diplomatische Initiative informiert, sagt ein
       Regierungssprecher in Berlin. Es brauche einen Waffenstillstand und starke
       Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Es könne dabei aber keine Lösung ohne
       die Ukraine und die EU geben. ‌Russland lasse keinen Friedenswillen
       erkennen. Der finnische Präsident Alexander Stubb und der norwegische
       Ministerpräsident Jonas Gahr Støre telefonierten am Dienstag mit Putin. Es
       war eines der wenigen direkten Gespräche europäischer Spitzenpolitiker mit
       ihm seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor mehr als viereinhalb Jahren. (rtr)
       
       ## Moskau: Lawrow reist zu G20-Außenministertreffen in die USA
       
       Russlands Außenminister Sergej Lawrow nimmt in dieser Woche an einem
       Treffen der G20-Außenminister in den USA teil. Lawrow werde von Freitag bis
       Samstag zu dem Treffen in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia reisen und die
       russische Delegation leiten, sagte die russische Außenamtssprecherin Maria
       Sacharowa am Mittwoch in Moskau. (afp)
       
       ## Trump: Hoffe auf baldiges Treffen mit Putin und Selenskyj
       
       [1][US-Präsident Donald Trump] hat ein baldiges Treffen mit seinem
       russischen Kollegen Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef
       Wolodymyr Selenskyj angekündigt. „Es wird sehr bald ein Treffen geben“,
       sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten. „Ich glaube, dass dabei große
       Fortschritte erzielt werden könnten“, fügte er mit Blick auf die
       diplomatischen Bemühungen hinzu, den seit mehr als viereinhalb Jahren
       andauernden Krieg zu beenden.
       
       Kürzlich hatte der Kreml für die erste Novemberhälfte direkte Verhandlungen
       zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern unter US-Vermittlung in
       Abu Dhabi angekündigt. Der ukrainische Präsident Selenskyj bestätigte die
       Pläne am Freitag im Onlinedienst X. „Jetzt müssen wir uns alle darauf
       konzentrieren, dass diese Treffen stattfinden – gemeinsam mit Amerika,
       Europa und all unseren Partnern“, erklärte er. Zuletzt hatten die drei
       Seiten im Februar ohne Fortschritte verhandelt.
       
       Zuvor hatte sich Trump zuversichtlich über ein baldiges Ende des
       Ukrainekriegs geäußert[2][. „Vielleicht sind wir jetzt so nah dran wie noch
       nie“], sagte er vergangene Woche Mittwoch in Washington nach einem Treffen
       seines Sondergesandten Steve Witkoff mit Putin. Jedenfalls sei eine
       Einigung seiner Einschätzung nach nähergerückt. (afp)
       
       ## Dänische Regierungschefin kritisiert Kontaktaufnahme mit Putin
       
       Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat ein [3][Telefonat des
       finnischen Präsidenten Alexander Stubb und des norwegischen
       Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre mit Russlands Präsident Wladimir
       Putin] kritisiert. Sie sehe keine Anzeichen dafür, dass Russland Frieden
       mit Europa wolle, sagte Frederiksen. Der Anruf sei nicht mit anderen
       europäischen Staats- und Regierungschefs abgestimmt gewesen. „Ich glaube,
       wir sollten Europa geeint halten, statt im Alleingang vorzugehen“, sagte
       sie.
       
       Das 90-minütige Telefonat mit Putin sei auf ihre Initiative zustande
       gekommen, erklärten Stubb und Støre. Dabei sei es um den Krieg und
       bevorstehende Dreiergespräche mit Delegationen Russlands, der Ukraine und
       der USA gegangen. Die beiden betonten, im Namen ihrer Länder und nicht für
       ganz Europa zu sprechen.
       
       Der Kreml erklärte, ein gerechter und dauerhafter Frieden sei nur möglich,
       wenn Russlands „berechtigte Interessen“ vollständig und bedingungslos
       berücksichtigt würden.
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, ein Ende der
       russischen Angriffe, auch auf das ukrainische Stromnetz, sei nötig, um den
       Weg zum Frieden zu öffnen. „Es muss Frieden geben, Deeskalation ist nötig,
       und Russland muss aufhören, den Krieg in die Länge zu ziehen“, schrieb er
       auf der Plattform X. (ap)
       
       ## Waffenruhe um besetzte Frontstadt Oleschky wird eingehalten
       
       Die Waffenruhe um die von Russland besetzte Frontstadt Oleschky im Süden
       der Ukraine hält laut Angaben aus Kyjiw. Sie sei in den ersten 30 Stunden
       nicht gebrochen worden, erklärte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte
       Dmytro Lubinez. Die Feuerpause ‌wurde von den USA vermittelt und ist bis
       zum 1. November befristet, um eine Evakuierung der seit Monaten umkämpften
       Stadt sowie Hilfslieferungen zu ermöglichen. Die Lebensbedingungen dort
       wurden zuletzt immer dramatischer, eine Flucht war für die Einwohner nahezu
       unmöglich. (rtr)
       
       ## Selenskyj: Mehr als 100 ballistische Raketen gegen Kyjiw in zwei Wochen
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut auf den Bedarf
       seines Landes an Flugabwehrraketen und Verzögerungen bei deren Lieferungen
       hingewiesen. Moskau habe innerhalb von zwei Wochen mehr als 100
       ballistische Raketen gegen die Hauptstadt Kyjiw und ihr Umland eingesetzt,
       sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.
       
       Es gebe erhebliche Verzögerungen bei der Lieferung von Flugabwehrsystemen.
       „Und jeder hört und jeder sieht, dass es für uns gegenwärtig schwierig ist,
       uns gegen russische ballistische Raketen zu verteidigen“, sagte er und
       verwies auf Opfer und Schäden.
       
       Vor allem gehe es um US-Systeme vom Typ Patriot. Sie gelten als besonders
       wirksam gegen Angriffe mit ballistischen Raketen, die aufgrund ihrer hohen
       Geschwindigkeit schwer abzufangen sind. Erst am Montag hatte Selenskyj
       Verzögerungen bei den Lieferungen beklagt. (dpa)
       
       28 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Trump-Selenskyj-und-Europa/!6218340
 (DIR) [2] /Ukrainegespraeche-in-St-Petersburg/!6223342
 (DIR) [3] /-Nachrichten-im-Ukrainekrieg-/!6213890
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Russland
 (DIR) Norwegen
 (DIR) Finnland
 (DIR) Dänemark
 (DIR) Wolodymyr Selenskyj
 (DIR) Kyjiw
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Telefongespräch mit Putin: Sturm im Wasserglas
       
       In der EU zählen Eitelkeiten noch immer mehr als Entschlossenheit. So
       spielt Europa keine Rolle bei Krieg und Frieden auf dem eigenen Kontinent.
       
 (DIR) Repressionen in Russland: 79 politische Gefangene in Haft verstorben
       
       Immer mehr Menschen werden in Russland wegen vorgeblicher
       Terrorismusvorwürfe verurteilt. Inzwischen überleben viele die Haft nicht
       mehr.
       
 (DIR) Nord-Stream-Verfahren geht weiter: Schweigepflicht gilt nur für Deutsche
       
       Die Verteidigung des Angeklagten Serhii K. hatte eine Einstellung unter
       anderem wegen fehlender Aussagegenehmigung beantragt. Das Gericht hat das
       abgelehnt.
       
 (DIR) Nord-Stream-Prozess: 23 Stunden allein in der Zelle
       
       Der angeklagte ukrainische Offizier sitzt seit elf Monaten in
       Isolationshaft. Das beeinträchtige seine Verteidigung, sagt sein Anwalt Jes
       Meyer-Lohkamp.
       
 (DIR) Bundeswehr nimmt an Ukraine-Manöver teil: Kyjiws Verbündete wollen den Waffenstillstand üben
       
       Die Bundeswehr wird mit Stabsoffizieren am ersten gemeinsamen
       Militärmanöver der geplanten Ukraine-Friedenstruppe teilnehmen. Polen ist
       der Gastgeber.