# taz.de -- Kommission nimmt Arbeit auf: Pflegeversicherung in Not
> Die Pflegekosten steigen, auf immer weniger Beitragszahler kommen immer
> mehr Pflegebedürftige. Experten erarbeiten Vorschläge für die
> Pflegeversicherung.
(IMG) Bild: Welche illustre Runde die sich nun Pflegestrukturkommission nennen darf
dpa Eine neue Reformkommission der Bundesregierung hat am Dienstag ihre
Arbeit aufgenommen. 13 Experten sollen sich bis Ende Januar Gedanken
machen, wie die Pflegeversicherung dauerhaft stabil finanziert werden kann.
Das Thema betrifft Millionen Menschen. Auf Basis der Kommissionsvorschläge
will Gesundheitsminister bis zum 1. Juli 2027 eine große Pflegereform
umsetzen.
Die Pflegeversicherung hat ein Finanzierungsproblem. Ein Grund: die
steigende Zahl der Pflegebedürftigen, die Leistungen der Pflegeversicherung
erhalten. 2005 waren es knapp 2, jetzt sind es 6 Millionen. Die
Gesellschaft altert, die Zahl der Pflegebedürftigen dürfte damit weiter
steigen. Gleichzeitig schrumpft die Basis der Einzahler ins System. Zudem
verweist das Gesundheitsministerium auf gestiegene Löhne und Ausgaben in
der Pflege.
Die Kommission soll jetzt „Empfehlungen für eine nachhaltige Finanzierung,
eine bessere pflegerische Versorgung sowie eine stärkere Nutzung
präventiver und rehabilitativer Angebote in der Versorgung erarbeiten“,
heißt es aus dem Gesundheitsministerium.
Die Pflegebevollmächtigte der Regierung, Katrin Staffler (CSU), nannte im
Deutschlandfunk etwa die Frage der Unterbringung. Es gebe neben Pflege zu
Hause oder im Heim Zwischenformen wie Pflege-WGs, die bei Leistungen durchs
Raster fielen, obwohl sie teils deutlich günstiger seien als Heime. Geprüft
werden soll auch, ob die sogenannten Eigenanteile für eine
Heimunterbringung, also das, was Bewohner selbst zahlen, begrenzt werden
können.
Erst vor Kurzem hat die Bundesregierung erste, kurzfristige Maßnahmen
beschlossen. Demnach sollen Kinderlose ab Januar mehr für die
Pflegeversicherung zahlen. Auch die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze
steigt. Außerdem ist ab 2028 ein Beitragszuschlag für die Mitversicherung
von Ehegatten oder Lebenspartnern von 0,52 Prozent geplant, mit Ausnahmen
etwa für pflegende Angehörige.
27 Oct 2026
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