# taz.de -- NSU-Terroristin: Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben
       
       > Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht
       > sagt Nein. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
       
 (IMG) Bild: Beate Zschäpe, Mitglied der rechtsextremen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), in einem Gerichtssaal in München 2013
       
       dpa Die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe, die seit November 2011
       im Gefängnis sitzt, soll noch bis mindestens 2035 in Haft bleiben. Das
       Oberlandesgericht München legte die sogenannte Mindestverbüßungsdauer auf
       insgesamt 24 Jahre fest. Zudem lehnte das Gericht ab, die weitere
       Vollstreckung der Strafe zur Bewährung auszusetzen, wie das Gericht in
       München mitteilte. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig –
       Verteidigung und Bundesanwaltschaft können dagegen Beschwerde einlegen.
       
       [1][Zschäpe war vom OLG im Jahr 2018] als Mittäterin an der sogenannten
       NSU-Mordserie zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte
       zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit war eine vorzeitige
       Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Zschäpe, die im
       November 2011 in Untersuchungshaft gekommen war, hatte angesichts des
       Ablaufs dieser Frist aber nun eine vorzeitige Haftentlassung beantragt.
       Dazu war sie Ende August von der Justizvollzugsanstalt Chemnitz in Sachsen
       eigens zu einer Anhörung nach München gebracht worden. Zschäpes Anwalt
       Mathias Grasel hatte dabei eine Haftstrafe von insgesamt nicht mehr als 20
       Jahren gefordert.
       
       ## Zschäpe sitzt Haft in Chemnitz ab
       
       Das Oberlandesgericht entschied nun, dass die während des Vollzugs
       hervorgetretenen „Umstände“ nicht von einem solchen Gewicht seien, dass sie
       die „außergewöhnlich hohe Tatschuld“ so weit ausgleichen könnten, dass
       schon nach Vollstreckung der gesetzlichen Mindestverbüßungsdauer von 15
       Jahren nun kein weiteres Strafvollstreckungsbedürfnis mehr bestünde. Daher
       komme eine Strafrestaussetzung zur Bewährung nicht in Betracht.
       
       Der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) war eine Terrorzelle,
       bestehend aus Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die von 2000 an
       unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland verübte, fünf davon in Bayern.
       [2][Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende] türkischer und griechischer
       Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Mundlos und Böhnhardt verübten
       zudem zwei Bombenanschläge in Köln mit Dutzenden Verletzten. Die beiden
       töteten sich 2011, um ihrer Festnahme zu entgehen – erst damit war der NSU
       aufgeflogen. Zschäpe, einzige Überlebende des Trios, wurde als Mittäterin
       verurteilt, auch wenn es bis heute keinen Beweis gibt, dass sie selbst an
       einem Tatort war.
       
       27 Oct 2026
       
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