# taz.de -- Vorstoß zur Vergesellschaftung: Dobrindt plant hohe Hürden
> Die Bundesregierung will ein Gesetz vorlegen, das Vergesellschaftungen
> deutlich komplizierter machen würde. Die Linke wirft dem Innenminister
> Lobbyismus vor.
(IMG) Bild: Linken-Chef Luigi Pantisano sagt, ein solches Gesetz werde vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben
dpa | Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will Vergesellschaftungen, wie
sie die Linke in Berlin plant, durch hohe Hürden deutlich erschweren. „Wir
werden in einem Investitionsschutzgesetz deutlich machen, dass
willkürlicher linker Vergesellschaftungs-Fetisch mit dem Grundgesetz nicht
vereinbar ist“, sagte der CSU-Politiker der Bild. Sein Ministerium
bestätigte der Deutschen Presse-Agentur erstmals Details zu dem geplanten
Gesetz.
Unter anderem soll demnach eine Vergesellschaftung zum Beispiel von
Mietwohnungen nur dann überhaupt möglich sein, wenn man eine zwingende
Notwendigkeit nachweist. Eine Landesregierung müsste dann beweisen, dass
sie alle anderen Mittel, also Investitionen in und Förderung von
Wohnungsbau, vollumfänglich ausgeschöpft hat und ihr nichts anderes übrig
bleibt. Wenn enteignet werde, müsse eine Entschädigung „unmittelbar in
Geld“ und vor allem zum Verkehrswert erfolgen, der durch ein Gutachten
ermittelt wird.
## Berliner Parteien planen mit 16 Milliarden Euro Entschädigung
Das dürfte das Vorhaben von Linken, Grünen und SPD deutlich erschweren, in
Berlin große private Wohnungsbestände zu vergesellschaften. Wie aus ihrem
Sondierungspapier hervorgeht, wollen die Parteien in der Hauptstadt gegen
private Wohnungskonzerne mit einem Bestand von mehr als 10.000 Wohnungen
vorgehen. Sie planen dabei mit Entschädigungskosten von 16 Milliarden Euro,
was unter dem Verkehrswert der Wohnungen liegen dürfte.
Linken-Chef Luigi Pantisano warf Dobrindt und der gesamten schwarz-roten
Bundesregierung vor, ihnen seien die Aktionäre großer Konzerne wie Vonovia
wichtiger als die Mieterinnen und Mieter in Berlin. „Ein solches Gesetz
wird vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben“, betonte er.
Jetzt müsse sich die Bundes-SPD entscheiden, auf welcher Seite sie stehe:
„auf der Seite der Mietmafia oder der Mieterinnen und Mieter“.
25 Oct 2026
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