# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Moskau und Kyjiw stimmen Waffenruhe in Oleschky zu
> Die US-Regierung verkündet eine Feuerpause in der umkämpften Frontstadt.
> First Lady Melanie Trump solll dabei vermittelt haben. Erneut werden
> Gefangene ausgetauscht.
(IMG) Bild: Ein Soldat hilft einem aus russischer Gefangenschaft zurückkehrenden Soldaten während des Kriegsgefangenenaustauschs an einem nicht genannten Ort in der Ukraine
## Ukraine: Starlink arbeitet wieder stabil
Nach über einer Woche mit Einschränkungen funktioniert das
Satellitenkommunikationssystem Starlink in der Ukraine wieder mit normaler
Geschwindigkeit. „Die Überwachungssysteme des Verteidigungsministeriums
registrieren eine Rückkehr zur normalen Geschwindigkeit von Starlink und
seiner Militärversion Starshield“, sagte der ukrainische
Verteidigungsminister Jewhenij Chmara am Samstag vor Reportern in Kyjiw.
„Wir messen eine Geschwindigkeit von über 400 Stundenkilometern. Die
Verbindung ist stabil.“ Die Ukraine ist für ihre Kommunikation auf dem
Schlachtfeld und den Einsatz von Drohnen auf das Satellitennetzwerk
Starlink von Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX angewiesen. (rtr)
## Russland meldete Tote und Verletzte nach Raketenangriff
In Russland sind bei einem ukrainischen Raketenangriff im Gebiet Orjol laut
Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Die Leichen seien aus den
Trümmern eines Werkgebäudes gezogen worden, teilte Gouverneur Andrej
Klytschkow mit. Die Behörden hatten zuvor auch acht Verletzte gemeldet.
Welches Werk Ziel war, wurde nicht offiziell mitgeteilt. Der ukrainische
Generalstab teilte mit, dass ein Rüstungsbetrieb für die Herstellung von
elektronischen Bauteilen für Raketen und Flugzeuge getroffen worden sei.
Die Angaben der Kriegsparteien sind von unabhängiger Seite nicht
unmittelbar überprüfbar. Der Generalstab in Kyjiw berichtete auch, dass ein
Betrieb für die Produktion von Raketentreibstoff in Toljatti im Gebiet
Samara getroffen worden sei. Dort sei es zu einer Explosion und einem Brand
gekommen. (dpa)
## Ausfälle von Strom und Wasser auf von Russland besetzter Krim nach
ukrainischem Angriff
Auf der von Russland besetzten Krim hat es nach einem ukrainischen Angriff
den russischen Behörden zufolge Strom- und Wasserausfälle gegeben. Es seien
Einschränkungen bei der Strom- und Wasserversorgung verhängt worden,
erklärte der von Moskau eingesetzte Chef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, am
Samstag im Onlinedienst Telegram. Aksjonow nannte keine genauen Zahlen zu
den betroffenen Haushalten in dem Gebiet, in dem mehr als 2,5 Millionen
Menschen leben. Die 2014 von Russland annektierte Krim wird regelmäßig von
der Ukraine angegriffen.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf den von Russland besetzten Teil
der nordostukrainischen Region Charkiw wurden nach Angaben der von Moskau
eingesetzten Behörden mindestens drei Menschen getötet. Eine Frau sei zudem
schwer verletzt worden. Bei dem Angriff sei ein Auto in dem Dorf Pisky
anvisiert worden. Ein weiterer ukrainischer Drohnenangriff beschädigte nach
russischen Angaben industrielle Infrastruktur in Togliatti an der Wolga im
Südosten Russlands. Nach einem nächtlichen Angriff auf eine Fabrik in
Orjol, etwa 370 Kilometer südwestlich von Moskau, seien zudem drei Leichen
geborgen worden. Fünf weitere Menschen seien schwer verletzt worden und
befänden sich auf der Intensivstation.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht insgesamt
616 ukrainische Drohnen über mehr als 20 Regionen des Landes abgeschossen
zu haben. Herabfallende Trümmerteile lösten Brände aus und führten den
örtlichen Behörden zufolge zu mehreren Verletzten. Die ukrainische
Luftwaffe teilte ihrerseits mit, Russland habe in der Nacht mindestens 126
Drohnen auf die Ukraine abgefeuert. Davon seien 101 abgeschossen worden. In
der Hauptstadt Kyjiw wurden nach Angaben der Rettungskräfte zwei Menschen
verletzt. (afp)
## Russland meldet Angriff auf ukrainischen Hafen und Frachtschiff
Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben ihre Angriffe auf
die ukrainische Hafeninfrastruktur in der Nacht fortgesetzt. Das
russische Verteidigungsministerium teilt mit, Drohnen hätten den
Schwarzmeerhafen Tschornomorsk und ein Frachtschiff mit Ziel Odessa
angegriffen. (rtr)
## Waffenruhe um Frontstadt Oleschky – Zeichen aus Moskau?
Nach der [1][Pendeldiplomatie von US-Unterhändler Steve Witkoff] kommt
wieder etwas Bewegung in die Friedensbemühungen im Ukrainekrieg. Russland
und die Ukraine bestätigten nach einer entsprechenden US-Ankündigung eine
lokal begrenzte Waffenruhe in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt
Oleschky ab Dienstag. Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow
sagte dem Verteidigungsministerium zufolge, im Rahmen einer humanitären
Operation im Bereich von Oleschky würden die russischen Streitkräfte das
Feuer in der Richtung Cherson dann einstellen. Auch Kyjiw stimmte einer
Waffenruhe zu. Die beiden Seiten teilten mit, die Waffenruhe solle am
Dienstag ab 2.00 Uhr MEZ gelten. Wie lange sie dauern soll, war zunächst
nicht bekannt.
Das Büro von US-First-Lady Melania Trump erklärte, die Präsidentengattin
habe „erfolgreich eine Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine
bewirkt, die auf die Stadt Oleschky begrenzt ist“. Diese solle ab dem
kommenden Donnerstag gelten. Melania Trump bezeichnete Oleschky als eine
Stadt „am Rande einer Katastrophe“. Ohne ihren persönlichen Einsatz bei der
russischen und ukrainischen Führung hätte keine Chance bestanden, den
Menschen zu helfen. US-Präsident Donald Trump lobte die Initiative seiner
Frau. „Sie will Kinder retten“, sagte er vor Reportern im Weißen Haus.
Der Kyjiwer Generalstab kündigte in sozialen Medien an, die ukrainischen
Streitkräfte würden alles tun, um den Einwohnern Oleschkys zu helfen und
die Sicherheit und Rettung ihrer Mitbürger zu gewährleisten. Laut dem
ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez soll gemäß der
Vereinbarung eine Waffenruhe gewährleistet werden. Zudem sollen humanitäre
Hilfsgüter nach Oleschky geliefert werden. Die seit Monaten abgeriegelte
Kleinstadt liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am
Ufer des Dnipro. Die Stadt ist von der Versorgung abgeschnitten. Nach
ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2.000 Menschen fest.
Hilfsorganisationen beklagen seit langem die prekäre humanitäre Lage. Die
Gebietshauptstadt Cherson ist in ukrainischer Hand und nur neun Kilometer
entfernt. Dazwischen verläuft die Front.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der staatlichen russischen
Nachrichtenagentur Tass zufolge, die Evakuierung werde mindestens einige
Tage dauern. Wer wolle, könne Oleschky verlassen. Der Fraktionsvorsitzende
der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David
Arachamija, erklärte auf der Plattform Telegram, in Kürze werde eine
Operation zur „Entsperrung“ von Oleschky beginnen. Das Ziel sei die
Schaffung eines dauerhaften humanitären Korridors für eine sichere
Evakuierung der Zivilbevölkerung und die Lieferung von Hilfsgütern. (afp,
dpa)
## Putin zeigt sich verhandlungsbereit – Dreiergespräche geplant
Nach einem Gespräch mit US-Unterhändler Witkoff hatte sich Kremlchef
Wladimir Putin zuletzt bereit gezeigt, die Kontakte mit Vertretern der USA
und der Ukraine wiederaufzunehmen. Kremlsprecher Peskow bestätigte, dass
für Mitte November ein Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten
vorbereitet werde. Als möglicher Zeitraum für ein Dreiertreffen in Abu
Dhabi wurde ein Termin ab dem 10. November genannt.
Witkoff hatte sich [2][nach Gesprächen mit Selenskyj und Europäern mit
Putin in St. Petersburg getroffen]. Wie bald auch EU-Vertreter an
Gesprächen zwischen den beiden Kriegsparteien teilnehmen könnten, bleibt
ungewiss. Russland sieht nach eigenen Angaben bei Verhandlungen über ein
Ende des Ukraine-Kriegs erst in einer späteren Phase eine Rolle für die
Europäer. Zunächst werde wieder im Dreierformat Russland, USA und Ukraine
gesprochen, sagte Kremlsprecher Peskow laut Tass. (dpa)
## 270 gegen 270: Moskau und Kyjiw tauschen Gefangene aus
Unterdessen tauschten die Ukraine und Russland jeweils 270 Kriegsgefangene
aus. „270 unserer Leute sind zu Hause“, schrieb der ukrainische Präsident
Selenskyj auf der Plattform X. Zu den Freigelassenen zählten seinen Angaben
nach Soldaten der Streitkräfte, der Nationalgarde und anderer Einheiten
sowie neun Zivilisten. Viele seien seit 2022 in russischer Gefangenschaft
gewesen. Der Austausch fand wie zuletzt üblich an einem Grenzübergang
zwischen Belarus und der Ukraine statt. 270 russische Soldaten seien in
Empfang genommen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Sie sollten in Russland medizinisch und psychologisch betreut werden. Die
Verhandlungen zum Gefangenentausch und der Rückgabe toter Soldaten sind
einer der wenigen funktionierenden Gesprächsfäden zwischen den
Kriegsparteien. (dpa)
## Kyjiw: Starlink bleibt weiter gedrosselt
Das [3][Starlink-Satelliteninternet in der Ukraine] läuft entgegen einer
Ankündigung von US-Präsident Donald Trump nach Kyjiwer Angaben indes weiter
gedrosselt. Es gebe noch immer Geschwindigkeitsbeschränkungen, sagte der
ukrainische Präsident Selenskyj in einer Videoschalte mit dem Thinktank
Hudson Institute. Er sprach dabei von Starlink und Starshield. Letzteres
ist ein gesondertes Produkt von SpaceX, das auf der Starlink-Technologie
basiert, aber für staatliche und militärische Anwendungen ausgelegt ist.
Trump hatte am Donnerstag in Washington gesagt, SpaceX-Gründer Elon Musk
habe die Drosselung aufgehoben. Am Freitag erklärte er dann vor
Journalisten, dass er nicht mit Musk gesprochen habe. „Ich habe gehört, das
Problem sei behoben, aber falls nicht, werde ich mit ihm sprechen“, sagte
Trump. Das ukrainische Militär leidet seit vergangener Woche darunter, dass
Flugobjekte bei einer Geschwindigkeit von mehr als 160 Kilometern in der
Stunde ihre Verbindung zu den Starlink-Satelliten verlieren. Dies trifft
Drohnenflüge zur Abwehr schneller russischer Jetdrohnen wie eigene
ukrainische Angriffe. Von Musk und der US-Regierung gab es widersprüchliche
Angaben, warum das Satelliteninternet Starlink langsamer läuft. Politisch
setzen die USA die Ukraine derzeit unter Druck, um sie kompromissbereiter
gegenüber dem Angreifer Russland zu machen. (dpa)
## CDU-Außenpolitiker: „Trump steht aktuell auf der Seite Russlands“
US-Präsident Donald Trump hat sich im Ukraine-Krieg nach Ansicht des
CDU-Außenpolitikers Norbert Röttgen auf die Seite des russischen
Staatschefs Wladimir Putin gestellt. Trump wolle „den Konflikt mit einem
Deal beenden, für den er zu weitgehenden Konzessionen bereit ist“, sagte
der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem Kölner
Stadt-Anzeiger (Samstagsausgabe).
Der US-Präsident seit dafür bereit, „Druck auf die Ukraine auszuüben, die
er als die schwächere und von ihm abhängigere Seite identifiziert hat. In
der Konsequenz handelt er gegen die Interessen der Ukraine und der Europäer
und steht damit aktuell auf der Seite Russlands – das muss man leider so
sagen“, sagte Röttgen. (afp)
## Trump: Großbritannien offen für Erschließung von Ölfeldern in der
Nordsee
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben mit dem britischen
Premierminister Andy Burnham über die Erschließung von Öl in der Nordsee
gesprochen. „Sie erschließen das Nordseeöl“, sagte Trump am Freitag vor
Reportern im Weißen Haus. „Ich habe sie zwei Jahre lang dazu gedrängt… Andy
bringt es auf die Reihe.“
Das Büro von Burnham teilte zudem mit, die beiden Politiker seien sich
einig gewesen, dass die Genehmigung für das Gasfeld Jackdaw in der Nordsee
„erhebliche Vorteile“ für Großbritannien bringe. Trump hatte die
Genehmigung bereits am Mittwoch gelobt. Burnham hat seinem Büro zufolge
auch die Ölausbeutung vor den Falklandinseln, die Bedeutung des
Starlink-Satellitennetzwerks für die Ukraine und die Unterstützung
Großbritanniens für Saudi-Arabien angesprochen. (rtr)
## Britischer Premier Burnham dringt bei Trump auf Starlink-Zugang für
Ukraine
Der britische Premierminister Andy Burnham hat sich bei US-Präsident Donald
Trump für einen uneingeschränkten Zugang der Ukraine zum Satellitensystem
Starlink eingesetzt. In einem Telefonat am Freitag habe Burnham die
Bedeutung eines „vollen Zugangs“ zu dem System betont, damit sich die
Ukraine weiterhin gegen den russischen Angriffskrieg verteidigen könne,
teilte das Büro des Regierungschefs in der Londoner Downing Street mit.
Burnham habe zugleich Trumps Bemühungen gewürdigt, den russischen
Präsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen, hieß es
weiter. (afp)
24 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Ukraine-als-Ziel-russischer-Humanisten/!6223794
(DIR) [2] /-Nachrichten-im-Ukraine-Krieg-/!6223092
(DIR) [3] /-Nachrichten-im-Ukraine-Krieg-/!6223995
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Melania Trump
(DIR) Wladimir Putin
(DIR) Steve Witkoff
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Störungen bei Starlink: Der Donald, der Elon und die Frage der Schuld
Elon Musks satellitenbasiertes Internet Starlink kann von der Ukraine
derzeit nur in gedrosselter Geschwindigkeit im Krieg genutzt werden. Na
sowas?
(DIR) 1.703 Tage Krieg in der Ukraine: Drohnensurren in der Stille der Natur
Bei einer Rafting-Tour im Gebiet Poltawa lernt unsere Autorin ganz neue
Seiten der Ukraine kennen. Und zahlreiche zivilgesellschaftliche
Initiativen.
(DIR) +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Ukraine klagt weiter über Einschränkungen bei Starshield
Kyjiw kann nicht bestätigen, dass der Starlink-Dienst wieder funktioniert.
40.000 Tonnen russischer Diesel sind unterwegs in die USA. Russland greift
weiter an.