# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Ukraine klagt weiter über Einschränkungen bei Starshield
> Kyjiw kann nicht bestätigen, dass der Starlink-Dienst wieder
> funktioniert. 40.000 Tonnen russischer Diesel sind unterwegs in die USA.
> Russland greift weiter an.
(IMG) Bild: Feuerwehrleute versuchen, nach einem russischen Raketenangriff im Zentrum von Kyjiw einen Brand zu löschen (22.10.2026)
## Russland und Ukraine tauschen Kriegsgefangene aus
Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Es
seien jeweils 270 Soldaten an ihre Heimatländer übergeben worden, berichtet
die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das
Verteidigungsministerium. (rtr)
## Erneut Handelsschiff vor Rumänien mutmaßlich von Drohne getroffen
Vor der rumänischen Schwarzmeerküste ist erneut unweit der Grenze zur
Ukraine ein Handelsschiff mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Ein
Seemann sei ums Leben gekommen, neun seien gerettet worden, berichteten
mehrere rumänische Medien unter Berufung auf die für die Rettungsaktionen
zuständige Schifffahrtsbehörde in der Hafenstadt Constanta. Nach drei
weiteren vermissten Seeleuten werde gesucht. Das Schiff drohe zu sinken,
berichtete das Innenministerium in Bukarest. Rumäniens Staatspräsident
Nicusor Dan bezeichnete den Vorfall als weiteren „Eskalationsversuch
Russlands“ im Kontext des Angriffskriegs gegen die Ukraine, berichtete die
rumänische Nachrichtenagentur Mediafax.
Ob eine russische Drohne das Schiff getroffen habe, sagte Dan demnach nicht
ausdrücklich, gab aber zu verstehen, dass er dies für wahrscheinlich halte.
Zu dem Unglück kam es 13 Seemeilen von Constanta entfernt im Schwarzen Meer
und demnach knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer, wie Medien
unter Berufung auf die Schifffahrtsbehörde berichteten. Die Besatzung des
Schiffs, das unter der Flagge der Komoren unterwegs war, habe noch einen
Notruf absetzen können. (dpa)
## Mutmaßlicher Spion in Untersuchungshaft
Der Bundesgerichtshof hat den in Brandenburg festgenommenen mutmaßlichen
russischen Spion in Untersuchungshaft genommen. Der Haftbefehl gegen den
ukrainischen Staatsangehörigen Vadym J. sei in Vollzug gesetzt worden,
teilte der Generalbundesanwalt am Freitag in Karlsruhe mit. Der
Beschuldigte steht im dringenden Verdacht, für einen russischen
Nachrichtendienst militärisch relevante Informationen gesammelt zu haben.
(rtr)
## Kreml: Russlands erste Diesellieferung unterwegs in die USA
Russland hat nach dem Dieseldeal mit US-Präsident Donald Trump nach
Kremlangaben nun den ersten Tanker mit 40.000 Tonnen an Bord auf die Reise
geschickt. Weitere Lieferungen würden folgen, sagte Kremlsprecher Dmitri
Peskow in Moskau. Präsident Wladimir Putin hatte den Start am Mittwoch beim
Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg
angekündigt. Russland schließt Dieselexporte auch in andere Länder nicht
aus. Das hängt jedoch von den russischen Raffineriekapazitäten ab.
„Planmäßig erreichen wir erst gegen Ende des Jahres das volle
Produktionsvolumen, und dann können auch andere Länder die Mengen erhalten,
die sie früher erhielten“, hatte der für Energiefragen zuständige
Vize-Regierungschef Alexander Nowak in dieser Woche erklärt. (dpa)
## Kreml: Direkte Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine im
November in Abu Dhabi
Der Kreml hat direkte Verhandlungen zwischen russischen und ukrainischen
Unterhändlern unter US-Vermittlung für November in den Vereinigten
Arabischen Emiraten angekündigt. Die Gespräche seien „für die erste
Novemberhälfte in Abu Dhabi geplant“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am
Freitag vor Journalisten. Moskau hatte sich nach einem Treffen zwischen
Kremlchef Wladimir Putin und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff am
Mittwoch zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Washington und Kiew
bereiterklärt. (afp)
## Russland: Zwei Tote bei Drohnenangriffen in Luhansk
Bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russisch kontrollierten Region
Luhansk im Osten des Landes sind nach Angaben des von Moskau eingesetzten
Gouverneurs Leonid Passetschnik zwei Zivilisten getötet und vier verletzt
worden. Eine Drohne habe einen Lastwagen getroffen und den Fahrer tödlich
verletzt, teilt Passetschnik auf Telegram mit. Bei einem weiteren Angriff
auf ein Auto sei ein Insasse ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur
Reuters kann die Angaben nicht unabhängig überprüfen. Eine ukrainische
Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. (rtr)
## Ukraine: Hunderttausende Menschen ohne Strom
Russland hat mit neuen schweren Angriffen auf die Energieinfrastruktur der
Ukraine massive Stromausfälle in dem Land ausgelöst. Betroffen sind nach
Behördenangaben mehr als eine halbe Million Menschen. Das
Energieministerium in Kyjiw teilte mit, dass nach den Attacken in den
Gebieten Schytomyr, Wolhynien, Mykolajiw, Poltawa, Chmelnyzkyj und Riwne
mehr als 500.000 Ukrainer ohne Strom seien. „Die Energieversorger haben
bereits mit Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten begonnen, soweit es die
Sicherheitslage zulässt“, teilte das Ministerium mit.
Erschwert würden die Arbeiten allerdings durch die andauernden russischen
Angriffe. Das Ministerium informierte außerdem über Pläne für stundenweise
Stromabschaltungen und Leistungsbegrenzungen für die Industrie und
Unternehmen. „Diese Maßnahmen sind für den stabilen Betrieb des Stromnetzes
und zur Vermeidung größerer Ausfälle erforderlich“, teilte die Behörde mit.
(dpa)
## Ukraine meldet immer noch Einschränkungen bei Kommunikationssystem
Starshield
Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge immer noch Probleme bei der Nutzung
des für die Kriegsführung wichtigen militärischen Kommunikationssystems
Starshield. „Auch heute Vormittag sind noch Fälle von Signalverlust zu
beobachten“, hieß es am Freitag aus Kreisen des Verteidigungsministeriums.
Es gebe „keine Bestätigung dafür, dass die Einschränkungen aufgehoben
wurden“. Die Führung in Kyjiw beklagt seit Tagen eine Drosselung des
Internet-Kommunikationssystems Starlink und der dazugehörigen Variante
Starshield. US-Medien hatten unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter
berichtet, der Tech-Milliardär Elon Musk habe eine Einschränkung des von
seinem Unternehmen SpaceX zu Verfügung gestellten Dienstes angeordnet.
Musk hingegen erklärte, „alle Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder
Nutzung“ des Starshield-Systems würden vom US-Militär und letztlich vom
Präsidenten entschieden. Am Donnerstag erklärte dann US-Präsident Donald
Trump, dass Starshield wieder „zurück“ sei. „Ich möchte nichts dazu sagen,
ob ich angerufen habe oder ob jemand anders angerufen hat – das macht
keinen Unterschied“, antwortete Trump auf Fragen von Journalisten, ob er
mit Musk gesprochen habe. „Ich schätze, unterm Strich hat er es wieder
eingeschaltet“, sagte Trump. (afp)
## Erster russischer Diesel-Tanker auf dem Weg in die USA
Ein mit 40.000 Tonnen russischem Diesel beladener Tanker ist auf dem Weg
nach New York. Dies ging am Freitag aus Schifffahrtsdaten des
Finanzdienstleisters LSEG hervor. Die Lieferung ist Teil einer Vereinbarung
zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir
Putin. Trump hofft mit mehreren Maßnahmen die Dieselpreise vor den
US-Zwischenwahlen am 3. November zu senken. Dazu gehört auch die Aussetzung
von Teilen eines neuen Sanktionsgesetzes gegen Russland. Der unter
maltesischer Flagge fahrende Tanker „Agioi Fanendes“ wurde den
Schifffahrtsdaten zufolge am 22. Oktober im russischen Ostseehafen Primorsk
mit schwefelarmem Diesel beladen. Er soll am 7. November in den USA
eintreffen.
Russland hatte zugestimmt, ein selbst auferlegtes Exportverbot für Diesel
aufzuheben, um den Kraftstoff wieder auf die Weltmärkte zu liefern. Trump
hatte am 9. Oktober angekündigt, dass Russland zunächst 300.000 Tonnen oder
2,25 Millionen Barrel exportieren werde. Darauf sollen 500.000 Tonnen im
November und eine Million Tonnen „unmittelbar danach“ folgen. Der
stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Nowak erklärte
vergangene Woche, Russland könne seine Dieselausfuhren bis zum Jahresende
auf das übliche Volumen von drei bis 3,5 Millionen Tonnen pro Monat
steigern. Seit dem Inkrafttreten des vollständigen EU-Embargos gegen
russische Ölprodukte im Februar 2023 wegen des Krieges in der Ukraine hat
Russland Diesel hauptsächlich nach Brasilien, in die Türkei sowie in
afrikanische Länder exportiert. (rtr)
## Österreich weist vier russische Diplomaten aus
Österreich hat mehrere Diplomaten ausgewiesen, denen es Aktivitäten
vorwirft, die „mit ihrem Status unvereinbar“ sind. „Auf Grundlage von
Erkenntnissen der österreichischen Sicherheitsbehörden hat das
Außenministerium Maßnahmen gegen vier russische Diplomaten in Wien
ergriffen“, erklärte das Ministerium am Freitag. Drei Diplomaten der
russischen Botschaft hätten „Tätigkeiten ausgeübt, die mit ihrem
diplomatischen Status unvereinbar sind“, hieß es in der Erklärung weiter.
„Sie wurden daher gemäß Artikel 9 des Wiener Übereinkommens über
diplomatische Beziehungen zu unerwünschten Personen (personae non gratae)
erklärt“, teilte das Ministerium mit.
Ein Diplomat der Delegation der Russischen Föderation für militärische
Sicherheit und Rüstungskontrolle bei der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (OSZE) habe „ebenfalls Tätigkeiten ausgeübt, die
mit seinem Status nach dem Amtssitzabkommen unvereinbar sind“, hieß es
weiter. Auch er sei zur unerwünschten Person erklärt und aufgefordert
worden, österreichisches Staatsgebiet zu verlassen.
Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 haben mehrere
europäische Länder russische Diplomaten ausgewiesen. Ungarn verwies nach
der Wahl des neuen Regierungschefs Peter Magyar zehn russische Diplomaten
des Landes und begründete dies mit „der Sicherheit und der Souveränität“
Ungarns. Auch Österreich hatte nach 2022 bereits mehrfach russische
Diplomaten ausgewiesen, allerdings in kleinerer Zahl als andere Länder. Dem
neutralen Land wird unter anderem von der Nato vorgeworfen, aufgrund seiner
laxen Spionagegesetze ausländischen Agenten eine sichere Basis zu bieten.
(afp)
## Stromausfall für 500.000 Menschen nach russischen Angriffen
Bei russischen Angriffen auf Energieanlagen in sechs ukrainischen Regionen
ist in der Nacht für mehr als 500.000 Menschen der Strom ausgefallen. Dies
erklärt der stellvertretende Energieminister Artem Nekrassow. (rtr)
## Finnische Firmen helfen Ukraine bei Satelliten-Kommunikation
Die Ukraine wird mit den finnischen Firmen ICEYE und Nokia an einer eigenen
unabhängigen Satelliten-Kommunikation arbeiten. Das ukrainische
Verteidigungsministerium und die Unternehmen unterzeichneten eine
Absichtserklärung bei einem Besuch des finnischen Ministerpräsidenten
Petteri Orpo in Kyjiw. Details und ein Zeitplan wurden nicht genannt. Doch
die Einigung kommt vor dem Hintergrund des Konflikts der Ukraine mit den
USA wegen Satellitendaten und -Internet. „Wir haben vereinbart, finnische
Satellitenkapazitäten stärker zu nutzen. Das ist wichtig für unsere
Verteidigung und die Widerstandsfähigkeit der Ukraine“, erklärte Präsident
Wolodymyr Selenskyj. (dpa)
## US-Senatoren kritisieren Starlink-Drosselung
US-Senatoren fordern Aufklärung darüber, warum der Satelliteninternetdienst
Starlink des Raumfahrtunternehmens SpaceX für die ukrainischen Streitkräfte
zeitweise eingeschränkt wurde. Der demokratische Senator Richard Blumenthal
leitete eine Untersuchung dazu ein. Durch die Einschränkungen der Dienste
Starlink und Starshield sei die Ukraine russischen Raketenangriffen stärker
ausgesetzt gewesen, die ihre Streitkräfte nicht schnell genug hätten
abwehren können, schrieb Blumenthal in einem Brief an SpaceX-Gründer Elon
Musk und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth.
„Unabhängig davon, ob die Änderung vom Weißen Haus, vom
Verteidigungsministerium oder von SpaceX angeordnet wurde, wirft der
Vorfall dringende Fragen auf“, schrieb Blumenthal. Der republikanische
Senator Thom Tillis forderte [1][die Verantwortlichen auf, sich zu melden].
Andernfalls müsse die Angelegenheit geklärt werden, schrieb er auf der
Plattform X. Die Einschränkungen hatten laut einem Bericht des Wall Street
Journal den Einsatz ukrainischer Truppen an der Front beeinträchtigt. Zudem
sei die Ukraine dadurch stärker russischen, düsengetriebenen Shahed-Drohnen
ausgesetzt gewesen, die Geschwindigkeiten von mehr als 400 Kilometern pro
Stunde erreichen. (ap)
## Trump: Ukraine verfügt wieder über Satelliten-Internetdienst Starlink
Die Ukraine verfügt nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wieder über
den vom US-Unternehmen SpaceX bereitgestellten Satelliten-Internetdienst
Starlink, der im Krieg gegen Russland von entscheidender Bedeutung ist und
zuletzt mutmaßlich gedrosselt wurde. Er gehe davon aus, dass SpaceX-Chef
Elon Musk den Dienst „wieder eingeschaltet hat“, sagte Trump am Donnerstag
in Washington. Auf die Fragen von Journalisten, ob er mit Musk gesprochen
habe, antwortete Trump: „Ich möchte nichts dazu sagen, ob ich angerufen
habe oder ob jemand anders angerufen hat – das macht keinen Unterschied.“
Die Führung in Kyjiw beklagt seit Tagen eine Drosselung von Starlink und
der dazugehörigen Variante Starshield. Die Dienste spielen eine wichtige
Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front und
sind auch für die Steuerung von Drohnen sowie deren Abwehr wichtig. Das
Wall Street Journal hatte am Dienstag berichtet, SpaceX-Chef Elon Musk habe
die Einschränkung von Starshield für die Ukraine angeordnet. Der
Hightech-Milliardär habe die Geschwindigkeit begrenzt, mit der ukrainische
Geräte eine Verbindung zu dem System herstellen können, was unter anderem
dazu geführt habe, dass ukrainische Drohnen teilweise funktionsunfähig
geworden seien. Musk hatte hingegen erklärt, „alle Beschränkungen bei
Geschwindigkeit oder Nutzung“ des Starshield-Systems würden vom US-Militär
und letztlich vom Präsidenten entschieden. Dies wurde von
Verteidigungsminister Pete Hegseth und auch von Trump zurückgewiesen. (afp)
## „Financial Times“: Ukraine will Getreide-Zollkontrollen nach Polen
verlegen
Die Ukraine verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge mit Polen und der
Slowakei über die Verlegung von Zollkontrollen für Getreidetransporte ins
Landesinnere der beiden EU-Staaten. Damit sollten russische Drohnenangriffe
auf Lastwagen an der Grenze verhindert werden, berichtet die Financial
Times unter Berufung auf Insider. Das ukrainische Außenministerium erklärt
demnach, man habe bereits gemeinsame Grenzkontrollpunkte mit Moldau
eingerichtet und wolle diese Initiative nun auf andere Nachbarländer
ausweiten. Ministeriumssprecher Heorhij Tychyj sagt der FT, der Schritt sei
durch ein „neues Sicherheitsumfeld“ bedingt, in dem Russland gezielt
versuche, die ukrainischen Grenzen anzugreifen. Die Regierung in Kyjiw
wolle so schnell wie möglich ein Abkommen mit Polen abschließen.
Stellungnahmen aus Warschau und Bratislava sind zunächst nicht bekannt.
(rtr)
## Wadephul nimmt an Außenministertreffen in Istanbul teil
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wird am Freitag nach Angaben aus
Berliner Regierungsreisen zu einem Außenministertreffen in der türkischen
Metropole Istanbul erwartet. Wadephul will dabei nach Angaben aus dem
türkischen Außenministerium mit seinen Kollegen aus Großbritannien und
Frankreich sowie mit den Außenministern der Türkei, Saudi-Arabiens,
Pakistans und Ägyptens über die regionale Sicherheit beraten.
Bei dem Treffen solle es um die „Palästina-Frage, die Situation in der
Straße von Hormus, die Entwicklungen im Jemen und die Suche nach einem Ende
des Ukrainekriegs“ gehen, hieß es aus dem türkischen Außenministerium. Es
ist demnach das erste Treffen im sogenannten R4+E3-Format. Das E3-Format
aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich wurde vor mehr als 20 Jahren
im Rahmen der Atomverhandlungen mit Iran eingerichtet. Die R4-Staaten
Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten schlossen sich in diesem Jahr
als Reaktion auf den Iran-Krieg zu einer engeren sicherheitspolitischen
Abstimmung zusammen. (afp)
## Putin: Sind bereit zu Gesprächen mit USA und Ukraine
[2][Nach einem Gespräch mit US-Unterhändler Steve Witkoff über ein Ende des
Ukrainekriegs] zeigt sich Kremlchef Wladimir Putin verhandlungsbereit. „Wir
haben vereinbart, dass wir bereit sind, unsere dreiseitigen Kontakte wieder
aufzunehmen“, sagte Putin dem kremlnahen Korrespondenten des
Staatsfernsehens, Pawel Sarubin, mit Blick auf frühere Gespräche mit US-
und ukrainischen Vertretern. Das Ziel dieser Verhandlungen werde die
Erörterung der Frage der Gewährleistung von Sicherheit der Ukraine und
Russlands nach dem Abschluss eines Friedensabkommens sein, sagte Putin nun.
Es gehe um eine „endgültige Variante“, nicht um eine vorübergehende infolge
einer Einstellung der Kampfhandlungen. Damit erteilte der Kremlchef einer
Waffenruhe erneut eine Absage.
Witkoff habe gesagt, dass bei Gesprächen über die künftige Sicherheit der
Ukraine und Russlands auch über die europäische Sicherheit gesprochen
werden müsse, sagte Putin. Grundsätzlich sei er damit einverstanden. „Wir
werden sehen, wie sich die Situation in den nächsten Tagen entwickelt.“
Putin, der 2022 die Invasion in die Ukraine befohlen hatte, warf dem
Nachbarland mehrfach vor, den Krieg zu wollen, und behauptete, Russland
wolle ihn nicht. Putin sprach dem Nachbarland mit Blick auf die russisch
besetzten Gebiete in der Ostukraine erneut seine territoriale Integrität
ab. „Meine Haltung zu dieser Angelegenheit ist erst mal, dass das nicht ihr
Gebiet ist, sondern Gebiet des historischen Russlands.“ (dpa)
## Ukraine: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen
Bei einem russischen Angriff sind drei Menschen im Südosten der Ukraine ums
Leben gekommen. Der Angriff habe ein Privathaus in Saporischschja
getroffen, teilte die Militärverwaltung mit. Ein Mann (37) und zwei Frauen
(38, 69) kamen demnach ums Leben. Zur Art der Attacke machten die Behörden
zunächst keine Angaben. Ebenfalls infolge eines Einschlags in ein Wohnhaus
wurden in dem [3][westlich von Kyjiw] gelegenen Gebiet Schytomyr neun
Menschen verletzt, wie der Chef der Militärverwaltung der Region, Witalij
Bunetschko, bei Telegram schrieb. Darunter seien zwei Minderjährige. Zwei
Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. Russland setzte demnach
eine Drohne ein. (dpa)
## Selenskyj: Nichts Persönliches zwischen Trump und mir
Angesichts des verstärkten Drucks der USA auf sein Land warnt der
ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj US-Präsident Donald Trump vor
weiteren Zugeständnissen an Russland. „Meine Haltung zu Putin ist sehr
klar. Ich denke, wenn wir die Sanktionen aufheben, machen wir ihn stärker“,
sagte Selenskyj in einem Interview des US-Senders CNN. Er fügte hinzu: „Es
ist nichts Persönliches zwischen mir und Präsident Trump, und natürlich bin
ich gegen jede Aufhebung von Sanktionen.“
Die Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine haben sich in den
vergangenen Wochen stark verschlechtert. Selenskyj hatte gesagt, Trump
befinde sich „auf der falschen Seite der Geschichte“, nachdem dieser mit
Kremlchef Wladimir Putin einen Diesel-Deal geschlossen und Sanktionen gegen
Russland aufgehoben hatte. Zudem gab es Berichte über eine von
SpaceX-Gründer Elon Musk angeordnete Drosselung des für die ukrainische
Armee sehr wichtigen Satelliteninternets Starlink. (dpa)
## Dänemark kauft erstmals weitreichende Präzisionsraketen
Dänemark schafft sich erstmals weitreichende Präzisionsraketen an. Das
Nato-Mitglied vereinbarte den Kauf der in Deutschland produzierten
„Anthem“-Raketen des US-Rüstungskonzerns Covenant sowie von „Joint Strike
Missiles“ des norwegischen Herstellers Kongsberg für seine F-35-Kampfjets,
wie die Regierung mitteilt. Die neuen Systeme sollen im Falle eines
Angriffs Schläge „hinter den feindlichen Linien“ ermöglichen, erklärt
Verteidigungsminister Jeppe Bruus. Die russische Botschaft in Kopenhagen
verurteilt den Schritt und warnt vor „unvermeidlichen katastrophalen
Folgen“. Kopenhagen gebe sich der gefährlichen Illusion hin, dass der
Erwerb von Offensivwaffen die Sicherheit des Landes stärke. Bruus nannte
weder die Anzahl der bestellten Raketen noch den Kaufpreis. (rtr)
## Familien mit Kindern müssen Städte im Donbass verlassen
Wegen ständiger russischer Angriffe haben die ukrainischen Behörden die
Evakuierung von Familien mit Kindern aus den Städten Slowjansk und
Kramatorsk im Osten angeordnet. „Die Sicherheitslage wird stetig
schlechter“, schrieb der Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin,
auf Telegram. „Die Russen greifen Kramatorsk und Slowjansk täglich an und
beschießen Wohnviertel, zivile Verkehrsmittel und Orte, an denen sich
Menschen aufhalten.“
Mit Kindern dort zu bleiben, sei ein nicht zu rechtfertigendes Risiko,
erklärte Filaschkin. Er machte keine Angaben, wie viele Menschen von der
Evakuierung betroffen sind. Spezielle Einheiten von Polizei und
Katastrophenschutz sollten die Familien aus den Städten bringen. Danach
werde ihre Weiterreise in sichere Regionen der Ukraine organisiert.
Ukrainische Truppen verteidigen die strategisch wichtigen Städte im letzten
Teil des Industriereviers Donbass, der nicht von Russland besetzt sind.
Slowjansk und Kramatorsk werden aber fast pausenlos mit Fliegerbomben,
Drohnen und Artillerie angegriffen. Es gibt schwere Zerstörungen. Die
vollständige Eroberung des Gebietes Donezk ist für Moskau ein wichtiges
Kriegsziel. (dpa)
23 Oct 2026
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