# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Ukraine klagt weiter über Einschränkungen bei Starshield
       
       > Kyjiw kann nicht bestätigen, dass der Starlink-Dienst wieder
       > funktioniert. 40.000 Tonnen russischer Diesel sind unterwegs in die USA.
       > Russland greift weiter an.
       
 (IMG) Bild: Feuerwehrleute versuchen, nach einem russischen Raketenangriff im Zentrum von Kyjiw einen Brand zu löschen (22.10.2026)
       
       ## Russland und Ukraine tauschen Kriegsgefangene aus
       
       Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Es
       seien jeweils 270 Soldaten an ihre Heimatländer übergeben worden, berichtet
       die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das
       Verteidigungsministerium. (rtr)
       
       ## Erneut Handelsschiff vor Rumänien mutmaßlich von Drohne getroffen
       
       Vor der rumänischen Schwarzmeerküste ist erneut unweit der Grenze zur
       Ukraine ein Handelsschiff mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Ein
       Seemann sei ums Leben gekommen, neun seien gerettet worden, berichteten
       mehrere rumänische Medien unter Berufung auf die für die Rettungsaktionen
       zuständige Schifffahrtsbehörde in der Hafenstadt Constanta. Nach drei
       weiteren vermissten Seeleuten werde gesucht. Das Schiff drohe zu sinken,
       berichtete das Innenministerium in Bukarest. Rumäniens Staatspräsident
       Nicusor Dan bezeichnete den Vorfall als weiteren „Eskalationsversuch
       Russlands“ im Kontext des Angriffskriegs gegen die Ukraine, berichtete die
       rumänische Nachrichtenagentur Mediafax.
       
       Ob eine russische Drohne das Schiff getroffen habe, sagte Dan demnach nicht
       ausdrücklich, gab aber zu verstehen, dass er dies für wahrscheinlich halte.
       Zu dem Unglück kam es 13 Seemeilen von Constanta entfernt im Schwarzen Meer
       und demnach knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer, wie Medien
       unter Berufung auf die Schifffahrtsbehörde berichteten. Die Besatzung des
       Schiffs, das unter der Flagge der Komoren unterwegs war, habe noch einen
       Notruf absetzen können. (dpa)
       
       ## Mutmaßlicher Spion in Untersuchungshaft
       
       Der ‌Bundesgerichtshof hat den ‌in Brandenburg festgenommenen mutmaßlichen
       russischen Spion in Untersuchungshaft genommen. Der Haftbefehl gegen den
       ukrainischen Staatsangehörigen Vadym J. sei in Vollzug gesetzt worden,
       teilte der Generalbundesanwalt am Freitag in Karlsruhe mit. Der
       Beschuldigte steht im dringenden Verdacht, für einen russischen
       Nachrichtendienst militärisch relevante Informationen gesammelt zu haben.
       (rtr)
       
       ## Kreml: Russlands erste Diesellieferung unterwegs in die USA
       
       Russland hat nach dem Dieseldeal mit US-Präsident Donald Trump nach
       Kremlangaben nun den ersten Tanker mit 40.000 Tonnen an Bord auf die Reise
       geschickt. Weitere Lieferungen würden folgen, sagte Kremlsprecher Dmitri
       Peskow in Moskau. Präsident Wladimir Putin hatte den Start am Mittwoch beim
       Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg
       angekündigt. Russland schließt Dieselexporte auch in andere Länder nicht
       aus. Das hängt jedoch von den russischen Raffineriekapazitäten ab.
       „Planmäßig erreichen wir erst gegen Ende des Jahres das volle
       Produktionsvolumen, und dann können auch andere Länder die Mengen erhalten,
       die sie früher erhielten“, hatte der für Energiefragen zuständige
       Vize-Regierungschef Alexander Nowak in dieser Woche erklärt. (dpa)
       
       ## Kreml: Direkte Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine im
       November in Abu Dhabi
       
       Der Kreml hat direkte Verhandlungen zwischen russischen und ukrainischen
       Unterhändlern unter US-Vermittlung für November in den Vereinigten
       Arabischen Emiraten angekündigt. Die Gespräche seien „für die erste
       Novemberhälfte in Abu Dhabi geplant“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am
       Freitag vor Journalisten. Moskau hatte sich nach einem Treffen zwischen
       Kremlchef Wladimir Putin und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff am
       Mittwoch zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Washington und Kiew
       bereiterklärt. (afp)
       
       ## Russland: Zwei Tote bei Drohnenangriffen in Luhansk
       
       Bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russisch kontrollierten Region
       Luhansk im Osten des Landes sind nach Angaben des von Moskau eingesetzten
       Gouverneurs Leonid Passetschnik zwei Zivilisten getötet und vier verletzt
       worden. Eine Drohne habe ‌einen Lastwagen getroffen und den Fahrer tödlich
       verletzt, teilt Passetschnik auf Telegram mit. Bei einem weiteren Angriff
       auf ein Auto sei ein Insasse ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur
       Reuters kann die Angaben nicht unabhängig überprüfen. Eine ukrainische
       Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. (rtr)
       
       ## Ukraine: Hunderttausende Menschen ohne Strom
       
       Russland hat mit neuen schweren Angriffen auf die Energieinfrastruktur der
       Ukraine massive Stromausfälle in dem Land ausgelöst. Betroffen sind nach
       Behördenangaben mehr als eine halbe Million Menschen. Das
       Energieministerium in Kyjiw teilte mit, dass nach den Attacken in den
       Gebieten Schytomyr, Wolhynien, Mykolajiw, Poltawa, Chmelnyzkyj und Riwne
       mehr als 500.000 Ukrainer ohne Strom seien. „Die Energieversorger haben
       bereits mit Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten begonnen, soweit es die
       Sicherheitslage zulässt“, teilte das Ministerium mit.
       
       Erschwert würden die Arbeiten allerdings durch die andauernden russischen
       Angriffe. Das Ministerium informierte außerdem über Pläne für stundenweise
       Stromabschaltungen und Leistungsbegrenzungen für die Industrie und
       Unternehmen. „Diese Maßnahmen sind für den stabilen Betrieb des Stromnetzes
       und zur Vermeidung größerer Ausfälle erforderlich“, teilte die Behörde mit.
       (dpa)
       
       ## Ukraine meldet immer noch Einschränkungen bei Kommunikationssystem
       Starshield
       
       Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge immer noch Probleme bei der Nutzung
       des für die Kriegsführung wichtigen militärischen Kommunikationssystems
       Starshield. „Auch heute Vormittag sind noch Fälle von Signalverlust zu
       beobachten“, hieß es am Freitag aus Kreisen des Verteidigungsministeriums.
       Es gebe „keine Bestätigung dafür, dass die Einschränkungen aufgehoben
       wurden“. Die Führung in Kyjiw beklagt seit Tagen eine Drosselung des
       Internet-Kommunikationssystems Starlink und der dazugehörigen Variante
       Starshield. US-Medien hatten unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter
       berichtet, der Tech-Milliardär Elon Musk habe eine Einschränkung des von
       seinem Unternehmen SpaceX zu Verfügung gestellten Dienstes angeordnet.
       
       Musk hingegen erklärte, „alle Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder
       Nutzung“ des Starshield-Systems würden vom US-Militär und letztlich vom
       Präsidenten entschieden. Am Donnerstag erklärte dann US-Präsident Donald
       Trump, dass Starshield wieder „zurück“ sei. „Ich möchte nichts dazu sagen,
       ob ich angerufen habe oder ob jemand anders angerufen hat – das macht
       keinen Unterschied“, antwortete Trump auf Fragen von Journalisten, ob er
       mit Musk gesprochen habe. „Ich schätze, unterm Strich hat er es wieder
       eingeschaltet“, sagte Trump. (afp)
       
       ## Erster russischer Diesel-Tanker auf dem Weg in die USA
       
       Ein mit ‌40.000 Tonnen ‌russischem Diesel beladener Tanker ist auf dem Weg
       nach New York. Dies ging am Freitag aus Schifffahrtsdaten des
       Finanzdienstleisters LSEG hervor. Die Lieferung ist Teil einer Vereinbarung
       zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir
       Putin. Trump hofft mit mehreren Maßnahmen die Dieselpreise vor ‌den
       US-Zwischenwahlen am 3. November zu senken. Dazu gehört auch die Aussetzung
       von Teilen eines neuen Sanktionsgesetzes gegen Russland. Der unter
       maltesischer Flagge fahrende Tanker „Agioi Fanendes“ wurde den
       Schifffahrtsdaten zufolge am 22. Oktober im russischen Ostseehafen Primorsk
       mit schwefelarmem Diesel beladen. Er soll am 7. November in den USA
       eintreffen.
       
       Russland hatte zugestimmt, ein selbst auferlegtes Exportverbot für Diesel
       aufzuheben, um den Kraftstoff wieder ‌auf die Weltmärkte zu liefern. Trump
       hatte am 9. Oktober angekündigt, dass Russland zunächst 300.000 Tonnen oder
       2,25 Millionen Barrel exportieren werde. ⁠Darauf sollen 500.000 Tonnen im
       November und eine Million Tonnen „unmittelbar danach“ folgen. Der
       stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Nowak erklärte
       vergangene Woche, Russland könne seine Dieselausfuhren bis zum ‌Jahresende
       auf ‌das übliche Volumen von drei bis 3,5 ⁠Millionen Tonnen pro Monat
       steigern. Seit dem Inkrafttreten des vollständigen EU-Embargos gegen
       russische Ölprodukte im Februar 2023 ‌wegen des Krieges in ‌der Ukraine hat
       Russland Diesel hauptsächlich nach Brasilien, in die Türkei sowie in
       afrikanische Länder exportiert. (rtr)
       
       ## Österreich weist vier russische Diplomaten aus
       
       Österreich hat mehrere Diplomaten ausgewiesen, denen es Aktivitäten
       vorwirft, die „mit ihrem Status unvereinbar“ sind. „Auf Grundlage von
       Erkenntnissen der österreichischen Sicherheitsbehörden hat das
       Außenministerium Maßnahmen gegen vier russische Diplomaten in Wien
       ergriffen“, erklärte das Ministerium am Freitag. Drei Diplomaten der
       russischen Botschaft hätten „Tätigkeiten ausgeübt, die mit ihrem
       diplomatischen Status unvereinbar sind“, hieß es in der Erklärung weiter.
       „Sie wurden daher gemäß Artikel 9 des Wiener Übereinkommens über
       diplomatische Beziehungen zu unerwünschten Personen (personae non gratae)
       erklärt“, teilte das Ministerium mit.
       
       Ein Diplomat der Delegation der Russischen Föderation für militärische
       Sicherheit und Rüstungskontrolle bei der Organisation für Sicherheit und
       Zusammenarbeit in Europa (OSZE) habe „ebenfalls Tätigkeiten ausgeübt, die
       mit seinem Status nach dem Amtssitzabkommen unvereinbar sind“, hieß es
       weiter. Auch er sei zur unerwünschten Person erklärt und aufgefordert
       worden, österreichisches Staatsgebiet zu verlassen.
       
       Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 haben mehrere
       europäische Länder russische Diplomaten ausgewiesen. Ungarn verwies nach
       der Wahl des neuen Regierungschefs Peter Magyar zehn russische Diplomaten
       des Landes und begründete dies mit „der Sicherheit und der Souveränität“
       Ungarns. Auch Österreich hatte nach 2022 bereits mehrfach russische
       Diplomaten ausgewiesen, allerdings in kleinerer Zahl als andere Länder. Dem
       neutralen Land wird unter anderem von der Nato vorgeworfen, aufgrund seiner
       laxen Spionagegesetze ausländischen Agenten eine sichere Basis zu bieten.
       (afp)
       
       ## Stromausfall für 500.000 Menschen nach russischen Angriffen
       
       Bei russischen Angriffen auf Energieanlagen in sechs ukrainischen Regionen
       ist in der Nacht für mehr ‌als 500.000 Menschen der Strom ausgefallen. Dies
       erklärt der stellvertretende Energieminister Artem Nekrassow. (rtr)
       
       ## Finnische Firmen helfen Ukraine bei Satelliten-Kommunikation
       
       Die Ukraine wird mit den finnischen Firmen ICEYE und Nokia an einer eigenen
       unabhängigen Satelliten-Kommunikation arbeiten. Das ukrainische
       Verteidigungsministerium und die Unternehmen unterzeichneten eine
       Absichtserklärung bei einem Besuch des finnischen Ministerpräsidenten
       Petteri Orpo in Kyjiw. Details und ein Zeitplan wurden nicht genannt. Doch
       die Einigung kommt vor dem Hintergrund des Konflikts der Ukraine mit den
       USA wegen Satellitendaten und -Internet. „Wir haben vereinbart, finnische
       Satellitenkapazitäten stärker zu nutzen. Das ist wichtig für unsere
       Verteidigung und die Widerstandsfähigkeit der Ukraine“, erklärte Präsident
       Wolodymyr Selenskyj. (dpa)
       
       ## US-Senatoren kritisieren Starlink-Drosselung
       
       US-Senatoren fordern Aufklärung darüber, warum der Satelliteninternetdienst
       Starlink des Raumfahrtunternehmens SpaceX für die ukrainischen Streitkräfte
       zeitweise eingeschränkt wurde. Der demokratische Senator Richard Blumenthal
       leitete eine Untersuchung dazu ein. Durch die Einschränkungen der Dienste
       Starlink und Starshield sei die Ukraine russischen Raketenangriffen stärker
       ausgesetzt gewesen, die ihre Streitkräfte nicht schnell genug hätten
       abwehren können, schrieb Blumenthal in einem Brief an SpaceX-Gründer Elon
       Musk und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth.
       
       „Unabhängig davon, ob die Änderung vom Weißen Haus, vom
       Verteidigungsministerium oder von SpaceX angeordnet wurde, wirft der
       Vorfall dringende Fragen auf“, schrieb Blumenthal. Der republikanische
       Senator Thom Tillis forderte [1][die Verantwortlichen auf, sich zu melden].
       Andernfalls müsse die Angelegenheit geklärt werden, schrieb er auf der
       Plattform X. Die Einschränkungen hatten laut einem Bericht des Wall Street
       Journal den Einsatz ukrainischer Truppen an der Front beeinträchtigt. Zudem
       sei die Ukraine dadurch stärker russischen, düsengetriebenen Shahed-Drohnen
       ausgesetzt gewesen, die Geschwindigkeiten von mehr als 400 Kilometern pro
       Stunde erreichen. (ap)
       
       ## Trump: Ukraine verfügt wieder über Satelliten-Internetdienst Starlink
       
       Die Ukraine verfügt nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wieder über
       den vom US-Unternehmen SpaceX bereitgestellten Satelliten-Internetdienst
       Starlink, der im Krieg gegen Russland von entscheidender Bedeutung ist und
       zuletzt mutmaßlich gedrosselt wurde. Er gehe davon aus, dass SpaceX-Chef
       Elon Musk den Dienst „wieder eingeschaltet hat“, sagte Trump am Donnerstag
       in Washington. Auf die Fragen von Journalisten, ob er mit Musk gesprochen
       habe, antwortete Trump: „Ich möchte nichts dazu sagen, ob ich angerufen
       habe oder ob jemand anders angerufen hat – das macht keinen Unterschied.“
       
       Die Führung in Kyjiw beklagt seit Tagen eine Drosselung von Starlink und
       der dazugehörigen Variante Starshield. Die Dienste spielen eine wichtige
       Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front und
       sind auch für die Steuerung von Drohnen sowie deren Abwehr wichtig. Das
       Wall Street Journal hatte am Dienstag berichtet, SpaceX-Chef Elon Musk habe
       die Einschränkung von Starshield für die Ukraine angeordnet. Der
       Hightech-Milliardär habe die Geschwindigkeit begrenzt, mit der ukrainische
       Geräte eine Verbindung zu dem System herstellen können, was unter anderem
       dazu geführt habe, dass ukrainische Drohnen teilweise funktionsunfähig
       geworden seien. Musk hatte hingegen erklärt, „alle Beschränkungen bei
       Geschwindigkeit oder Nutzung“ des Starshield-Systems würden vom US-Militär
       und letztlich vom Präsidenten entschieden. Dies wurde von
       Verteidigungsminister Pete Hegseth und auch von Trump zurückgewiesen. (afp)
       
       ## „Financial Times“: Ukraine will Getreide-Zollkontrollen nach Polen
       verlegen
       
       Die Ukraine verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge mit Polen und ‌der
       Slowakei über die Verlegung von Zollkontrollen für Getreidetransporte ins
       Landesinnere der beiden EU-Staaten. Damit sollten russische Drohnenangriffe
       auf Lastwagen an der Grenze verhindert werden, berichtet die Financial
       Times unter Berufung auf Insider. Das ukrainische Außenministerium erklärt
       demnach, man ‌habe bereits gemeinsame Grenzkontrollpunkte mit Moldau
       eingerichtet und wolle diese Initiative nun auf andere ⁠Nachbarländer
       ausweiten. Ministeriumssprecher Heorhij Tychyj sagt der FT, der Schritt sei
       durch ein „neues Sicherheitsumfeld“ bedingt, in dem ‌Russland gezielt
       ‌versuche, die ukrainischen ⁠Grenzen anzugreifen. Die Regierung in Kyjiw
       wolle so schnell wie ‌möglich ein Abkommen ‌mit Polen abschließen.
       Stellungnahmen aus Warschau und Bratislava sind zunächst nicht ‌bekannt.
       (rtr)
       
       ## Wadephul nimmt an Außenministertreffen in Istanbul teil
       
       Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wird am Freitag nach Angaben aus
       Berliner Regierungsreisen zu einem Außenministertreffen in der türkischen
       Metropole Istanbul erwartet. Wadephul will dabei nach Angaben aus dem
       türkischen Außenministerium mit seinen Kollegen aus Großbritannien und
       Frankreich sowie mit den Außenministern der Türkei, Saudi-Arabiens,
       Pakistans und Ägyptens über die regionale Sicherheit beraten.
       
       Bei dem Treffen solle es um die „Palästina-Frage, die Situation in der
       Straße von Hormus, die Entwicklungen im Jemen und die Suche nach einem Ende
       des Ukrainekriegs“ gehen, hieß es aus dem türkischen Außenministerium. Es
       ist demnach das erste Treffen im sogenannten R4+E3-Format. Das E3-Format
       aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich wurde vor mehr als 20 Jahren
       im Rahmen der Atomverhandlungen mit Iran eingerichtet. Die R4-Staaten
       Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten schlossen sich in diesem Jahr
       als Reaktion auf den Iran-Krieg zu einer engeren sicherheitspolitischen
       Abstimmung zusammen. (afp)
       
       ## Putin: Sind bereit zu Gesprächen mit USA und Ukraine
       
       [2][Nach einem Gespräch mit US-Unterhändler Steve Witkoff über ein Ende des
       Ukrainekriegs] zeigt sich Kremlchef Wladimir Putin verhandlungsbereit. „Wir
       haben vereinbart, dass wir bereit sind, unsere dreiseitigen Kontakte wieder
       aufzunehmen“, sagte Putin dem kremlnahen Korrespondenten des
       Staatsfernsehens, Pawel Sarubin, mit Blick auf frühere Gespräche mit US-
       und ukrainischen Vertretern. Das Ziel dieser Verhandlungen werde die
       Erörterung der Frage der Gewährleistung von Sicherheit der Ukraine und
       Russlands nach dem Abschluss eines Friedensabkommens sein, sagte Putin nun.
       Es gehe um eine „endgültige Variante“, nicht um eine vorübergehende infolge
       einer Einstellung der Kampfhandlungen. Damit erteilte der Kremlchef einer
       Waffenruhe erneut eine Absage.
       
       Witkoff habe gesagt, dass bei Gesprächen über die künftige Sicherheit der
       Ukraine und Russlands auch über die europäische Sicherheit gesprochen
       werden müsse, sagte Putin. Grundsätzlich sei er damit einverstanden. „Wir
       werden sehen, wie sich die Situation in den nächsten Tagen entwickelt.“
       Putin, der 2022 die Invasion in die Ukraine befohlen hatte, warf dem
       Nachbarland mehrfach vor, den Krieg zu wollen, und behauptete, Russland
       wolle ihn nicht. Putin sprach dem Nachbarland mit Blick auf die russisch
       besetzten Gebiete in der Ostukraine erneut seine territoriale Integrität
       ab. „Meine Haltung zu dieser Angelegenheit ist erst mal, dass das nicht ihr
       Gebiet ist, sondern Gebiet des historischen Russlands.“ (dpa)
       
       ## Ukraine: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen
       
       Bei einem russischen Angriff sind drei Menschen im Südosten der Ukraine ums
       Leben gekommen. Der Angriff habe ein Privathaus in Saporischschja
       getroffen, teilte die Militärverwaltung mit. Ein Mann (37) und zwei Frauen
       (38, 69) kamen demnach ums Leben. Zur Art der Attacke machten die Behörden
       zunächst keine Angaben. Ebenfalls infolge eines Einschlags in ein Wohnhaus
       wurden in dem [3][westlich von Kyjiw] gelegenen Gebiet Schytomyr neun
       Menschen verletzt, wie der Chef der Militärverwaltung der Region, Witalij
       Bunetschko, bei Telegram schrieb. Darunter seien zwei Minderjährige. Zwei
       Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. Russland setzte demnach
       eine Drohne ein. (dpa)
       
       ## Selenskyj: Nichts Persönliches zwischen Trump und mir
       
       Angesichts des verstärkten Drucks der USA auf sein Land warnt der
       ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj US-Präsident Donald Trump vor
       weiteren Zugeständnissen an Russland. „Meine Haltung zu Putin ist sehr
       klar. Ich denke, wenn wir die Sanktionen aufheben, machen wir ihn stärker“,
       sagte Selenskyj in einem Interview des US-Senders CNN. Er fügte hinzu: „Es
       ist nichts Persönliches zwischen mir und Präsident Trump, und natürlich bin
       ich gegen jede Aufhebung von Sanktionen.“
       
       Die Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine haben sich in den
       vergangenen Wochen stark verschlechtert. Selenskyj hatte gesagt, Trump
       befinde sich „auf der falschen Seite der Geschichte“, nachdem dieser mit
       Kremlchef Wladimir Putin einen Diesel-Deal geschlossen und Sanktionen gegen
       Russland aufgehoben hatte. Zudem gab es Berichte über eine von
       SpaceX-Gründer Elon Musk angeordnete Drosselung des für die ukrainische
       Armee sehr wichtigen Satelliteninternets Starlink. (dpa)
       
       ## Dänemark kauft erstmals weitreichende Präzisionsraketen
       
       Dänemark schafft sich erstmals weitreichende Präzisionsraketen an. Das
       Nato-Mitglied vereinbarte den Kauf der in Deutschland produzierten
       „Anthem“-Raketen des US-Rüstungskonzerns Covenant sowie von „Joint Strike
       Missiles“ des norwegischen Herstellers Kongsberg für seine F-35-Kampfjets,
       wie die Regierung mitteilt. Die neuen Systeme sollen im Falle eines
       Angriffs Schläge „hinter den feindlichen Linien“ ermöglichen, erklärt
       Verteidigungsminister Jeppe Bruus. Die russische Botschaft in Kopenhagen
       verurteilt den Schritt und warnt vor „unvermeidlichen katastrophalen
       Folgen“. Kopenhagen gebe sich der gefährlichen Illusion hin, dass der
       Erwerb von Offensivwaffen die Sicherheit des Landes stärke. Bruus nannte
       weder die Anzahl der bestellten Raketen noch den Kaufpreis. (rtr)
       
       ## Familien mit Kindern müssen Städte im Donbass verlassen
       
       Wegen ständiger russischer Angriffe haben die ukrainischen Behörden die
       Evakuierung von Familien mit Kindern aus den Städten Slowjansk und
       Kramatorsk im Osten angeordnet. „Die Sicherheitslage wird stetig
       schlechter“, schrieb der Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin,
       auf Telegram. „Die Russen greifen Kramatorsk und Slowjansk täglich an und
       beschießen Wohnviertel, zivile Verkehrsmittel und Orte, an denen sich
       Menschen aufhalten.“
       
       Mit Kindern dort zu bleiben, sei ein nicht zu rechtfertigendes Risiko,
       erklärte Filaschkin. Er machte keine Angaben, wie viele Menschen von der
       Evakuierung betroffen sind. Spezielle Einheiten von Polizei und
       Katastrophenschutz sollten die Familien aus den Städten bringen. Danach
       werde ihre Weiterreise in sichere Regionen der Ukraine organisiert.
       
       Ukrainische Truppen verteidigen die strategisch wichtigen Städte im letzten
       Teil des Industriereviers Donbass, der nicht von Russland besetzt sind.
       Slowjansk und Kramatorsk werden aber fast pausenlos mit Fliegerbomben,
       Drohnen und Artillerie angegriffen. Es gibt schwere Zerstörungen. Die
       vollständige Eroberung des Gebietes Donezk ist für Moskau ein wichtiges
       Kriegsziel. (dpa)
       
       23 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Sieben Tote nach russischem Beschuss
       
       Trotz neuer diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Krieges geht der
       gegenseitige Beschuss weiter. Trump verteidigt Aufschub neuer
       Russland-Sanktionen.
       
 (DIR) Drohnentraining in der Ukraine: Die Front hält stand – aber Ukrainer fürchten um ihre Städte
       
       Vor dem Hintergrund der Gespräche zwischen Wladimir Putin und Steve Witkoff
       befürchten Ukrainer noch heftigere Angriffe auf ihre Großstädte.