# taz.de -- Öl, Kohle, Gas und ihre Folgen: An der Hitze in Europa starben im Sommer 50.000 Menschen
       
       > Noch nie gab es so viele Hitzetote in Europa wie 2026. Eine britische
       > Analyse zeigt: Die Folgen des menschengemachten Klimawandels werden
       > deutlicher.
       
 (IMG) Bild: In Westeuropa lagen die Sommertemperaturen im Schnitt 2,9 Grad Celsius über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020
       
       dpa | Der Hitzesommer 2026 kostete nach Schätzung britischer
       Wissenschaftler in europäischen Städten etwa 50.000 Menschen das Leben –
       mehr als je zuvor. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Todesfälle [1][führen
       die Forscher direkt auf den von Menschen verursachten Klimawandel zurück.]
       
       Untersucht wurden die Daten aus gut 850 urbanen Zentren in der EU,
       Großbritannien, Norwegen und der Schweiz, in denen etwa 40 Prozent der
       Bevölkerung der genannten Länder leben. Zum Vergleich: Für das Jahr 2022
       wird in dieser Region von etwa 29.000 Hitzetoten ausgegangen. Der Anteil
       der Todesfälle, die dem Klimawandel zugerechnet wird, lag demnach damals
       noch bei 59 Prozent.
       
       Die Wissenschaftler vom Imperial College London und der London School of
       Hygiene & Tropical Medicine entwickelten eine Methode zum Berechnen von
       Hitzetoten aus historischen Daten seit dem Jahr 2000 und verglichen sie mit
       tatsächlich gemeldeten Statistiken. Mit derselben Methode ermittelten sie
       dann eine hypothetische Zahl der Hitzetoten ohne die Effekte des
       anthropogenen Klimawandels. Aus der Differenz ergibt sich die
       Übersterblichkeit der durch Treibhausgasemissionen verursachten Erwärmung.
       
       Besonders drastisch wirkte sich den Forschern zufolge der Juni 2026 aus.
       Demnach entfiel fast ein Drittel aller Todesfälle durch Hitze auf den
       Zeitraum vom 17. Juni bis 1. Juli. Damals lagen die Temperaturen im Schnitt
       fünf Grad über dem Mittel der Vergleichszeiträume in den Jahren 1991 bis
       2020.
       
       ## Wissenschaftler fordern mehr Anpassung ans neue Klima
       
       „Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass der Sommer 2026 der
       schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen war, was die hitzebedingte
       Sterblichkeit in weiten Teilen Europas angeht“, sagte Clair Barnes,
       Forscherin für Extremwetter und Klimawandel am Imperial College. „Hinter
       diesen Statistiken stecken echte Menschen, die ihr Leben verloren haben,
       und Familien, die um sie trauern“, so die Forscherin weiter.
       
       Den Wissenschaftlern zufolge starben nicht nur ältere Menschen an den
       Folgen der Hitze. Schätzungsweise 6.000 der 50.000 Hitzetoten seien unter
       65 Jahre alt gewesen, betonten sie.
       
       [2][„Es wird immer deutlicher, dass unsere Städte schlecht an die
       steigenden Temperaturen angepasst sind], und es ist entscheidend, dass wir
       unsere Anpassungsbemühungen verstärken“, betonte der Epidemiologe Pierre
       Masselot von der London School of Hygiene & Tropical Medicine. „Das
       bedeutet, die Städte durch mehr Grünflächen und weniger Umweltverschmutzung
       zu kühlen und die Bevölkerung medizinisch zu versorgen.“
       
       23 Oct 2026
       
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