# taz.de -- Kochen mit Körnern: Sesam, röste dich!
       
       > Er ist der natürliche Booster für fades Essen: Sesam. Ob süß oder salzig
       > – hier ein paar Ideen, was man mit ihm anstellen kann.
       
 (IMG) Bild: Sesam, angebaut wird er seit Jahrtausenden, heute gibt es unzählige regionale Züchtungen
       
       Dass ich diese Kolumne erst jetzt über Sesam schreibe, wundert mich selbst.
       Schließlich bin ich, dank meiner makrobiotisch lebenden Mutter, mit ihm
       groß und früh süchtig geworden. Bei ihr gab es stets Gomashio, eine aus der
       japanischen und koreanischen Küche bekannte Mischung aus zerstoßenem
       geröstetem Sesam und etwas Meersalz. Doch auch ohne Salz ist Sesam ein
       natürlicher Booster für fades Essen. Er hat einen wunderbar nussigen
       Umami-Geschmack, bei ungeschältem schwarzem Sesam kommt noch eine leichte
       Bitternote obendrauf. (Ach, überhaupt! [1][Wir sollten alle mehr bitter
       essen!])
       
       Im Sesam sind eine Menge ungesättigter Fettsäuren, Mineralstoffe, Vitamine
       wie E, B1, B2 und B6 und alle essenziellen Aminosäuren. Angebaut wird er
       seit Jahrtausenden, heute gibt es unzählige regionale Züchtungen – wir
       nutzen hauptsächlich weißen, das ist der geschälte braune (für mich etwas
       fad), den ungeschälten braunen (kaufen!) und den anspruchsvollen schwarzen
       (auch kaufen!).
       
       Der watscheneinfachste Tipp ist: den Sesam anrösten, bis er duftet und zu
       tanzen anfängt, frisch mörsern und über Gemüse, Kartoffeln, Vollkornreis,
       Rohkostteller und asiatische Gerichte streuen. Wer es kulinarisch etwas
       anspruchsvoller mag, aber keine Zeit zum Kochen hat, sollte eine
       kräftigende Sesamsuppe probieren. Dazu nehme ich eine gute [2][Gemüse- oder
       Hühnerbrühe], mische ein paar EL Tahini (Sesampaste) darunter, etwas
       geröstetes Sesamöl, feingeschnittene Frühlingszwiebel und schmecke alles
       mit Salz und gemahlenem Pfeffer ab. Wer es kräftiger mag, gibt noch Chili
       oder Ingwer feingeschnitten dazu. Koriandergrün fürs Auge und ab in den
       Magen damit.
       
       Energiebällchen oder Pudding 
       
       Aus schwarzem Sesam kann man auch einen Pudding zubereiten. Dazu röste und
       zerstoße ich einige EL Sesam fein. Ich erhitze Kokosmilch (Kuh- oder
       Hafermilch gehen auch) und gebe zwei, drei feingeschnittene entkernte
       Datteln in die Flüssigkeit, bis sie sich aufgelöst haben (sehr trockene
       Datteln vorher in warmem Wasser einweichen). Dann kommt der Sesam hinein,
       als Bindung entweder Chiasamen oder etwas Reisstärke, bis der Pudding
       cremig ist. Mit frischen Kokosraspeln verzieren – oder mit noch etwas mehr
       Sesam.
       
       Kleine Energiebällchen für unterwegs kann man auch gut machen. Dazu nehme
       ich Trockenobst, darunter auf jeden Fall Datteln, in Würfel geschnitten,
       [3][Mandelstifte] und gern andere Nüsse und Kerne, gerösteten Sesam, gebe
       etwas Sesamöl dazu und wälze alles in schwarzem oder braunem geröstetem
       Sesam. Das Ergebnis? Energie pur! Die Kalorien sind aber auch nicht ohne.
       Guten Appetit!
       
       30 Oct 2026
       
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