# taz.de -- Hackerangriff auf Berliner Verwaltung: Perso-Kopie von Ute Bonde im Darknet aufgetaucht
       
       > Nach dem Hackerangriff auf Berlins Verwaltung stehen hochsensible Daten
       > im Netz. Der Senat erklärt die Notfalllage für beendet, doch die
       > Aufarbeitung läuft schleppend.
       
 (IMG) Bild: Zurück zum Papier? Auf jeden Fall sicherer als die Server der Senatsverkehrsverwaltung von Ute Bonde (CDU)
       
       Tausende Personen sind wohl vom [1][Hackerangriff auf die Berliner
       Verwaltung] im August betroffen. Nun ist klar: Dazu zählt auch Berlins noch
       amtierende Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU). Laut [2][Recherchen des RBB]
       sind Kopien von Bondes Personalausweis und ihrer digitalen Unterschrift im
       Darknet aufgetaucht.
       
       Demnach sind auch E-Mails ihrer Vorgängerinnen Manja Schreiner (CDU) und
       Bettina Jarasch (Grüne) veröffentlicht worden. Und jenseits der
       Leitungsebene sollen weitere Ausweiskopien und personenbezogene Unterlagen
       von Beschäftigten der betroffenen Verwaltungen kursieren.
       
       Anfang August waren Hacker der Gruppierung „Rhysida“ in die Netze der
       Senatsverwaltungen für Verkehr und Stadtentwicklung eingedrungen und hatten
       etwa 1,4 Millionen Dateien heruntergeladen. Die Angreifer versuchten
       anschließend, die Landesregierung mit dem Datensatz zu erpressen.
       
       Nachdem die sich geweigert hatte, das geforderte Lösegeld von 30 Bitcoins –
       rund zwei Millionen Euro – zu bezahlen, wurde das Paket [3][im Darknet
       veröffentlicht]. Neben personenbezogenen Daten, die Cyberkriminelle für
       Identitätsdiebstahl und weitere Erpressungsversuche nutzen können, enthält
       das Paket auch Informationen über kritische Infrastruktur, etwa
       Notfallpläne.
       
       ## Monatelange Verzögerungen
       
       Bis heute läuft die Aufarbeitung schleppend. Zwar hat der Senat eine
       [4][Anlaufstelle] für Betroffene eingerichtet. Die kommt aber anscheinend
       nicht hinterher.
       
       Etwa berichtet Ex-Verkehrssenatorin Jarasch im RBB, sie sei nur informell
       darüber informiert worden, dass sie betroffen sei – und auch nicht über den
       Umfang. Auf eine offizielle Auskunftsanfrage hin sei ihr mitgeteilt worden,
       dass sich die Bearbeitung wegen der hohen Zahl von Anfragen um Monate
       verzögere. Diese Informationspolitik sei „desaströs“, kritisiert Jarasch.
       
       Von der Anlaufstelle heißt es derweil, Betroffene würden „unverzüglich und
       risikobasiert“ benachrichtigt, „sobald die durch die Untersuchung der
       abgeflossenen Daten gewonnenen Erkenntnisse das zulassen“.
       
       ## US-Firma liefert „Alarmanlage“
       
       Unterdessen hat Berlins Digital-Staatssekretär Florian Hauer vergangene
       Woche das Ende der seit August geltenden Notfalllage ausgerufen. Es könne
       „davon ausgegangen werden, dass die akute Gefahr infolge des Cyberangriffes
       bewältigt ist“, schrieb Hauer an Verwaltung und Bezirke. Gleichwohl sei die
       Bedrohungslage weiterhin angespannt, warnte er.
       
       Deshalb wurde inzwischen ein externer Cybersicherheitsservice eingekauft,
       um mögliche Angriffe auf das Berliner Landesnetz aufzuspüren. Hauer spricht
       von einer „Alarmanlage“. Beauftragt wurde [5][laut Tagesspiegel] das
       US-Unternehmen Crowdstrike, das bereits nach dem Hackerangriff das
       Landesnetz mit einer [6][umstrittenen Software] forensisch untersucht hat.
       
       ## Fatale Kürzungen
       
       Allerdings ist das nur eine Übergangslösung, bis das Land den
       „Einbruchsschutz“ erhöht, wie Hauer sagt. Dafür fehlt seit Jahren das Geld.
       Im Zuge der Sparmaßnahmen kürzte Berlins schwarz-rote Landesregierung Ende
       2024 das Budget für das IT-Dienstleistungszentrum von 32 Millionen auf 18
       Millionen Euro.
       
       Außerdem wurden damals 2 Millionen Euro bei der Eindringungserkennung
       gestrichen – mit fatalen Folgen. Denn 2026 sollte zwar ein System zur
       Erkennung von Cyberangriffen eingeführt werden – die Lizenzen reichten
       jedoch bloß für 5 Prozent aller Geräte in der Senatsbauverwaltung, wie der
       RBB berichtet. Der Hackerangriff im August erfolgte dann über Geräte und
       Systeme, die nicht von der Angriffserkennung erfasst waren.
       
       Beim Thema IT-Sicherheit kommt auf die künftige Landesregierung deshalb
       wohl eine Menge Arbeit zu. Im Sondierungspapier schreiben [7][Linke, Grüne
       und SPD], eine Notlagenerklärung für die IT-Infrastruktur prüfen zu wollen,
       um notwendige Investitionen finanzieren zu können. Darüber hinaus soll mit
       einem Sofortprogramm die „verpflichtende Angriffserkennung für alle
       Dienststellen“ eingeführt werden.
       
       21 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Cyberangriff-auf-Berliner-Verwaltung/!6208741
 (DIR) [2] https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/10/berlin-hackerangriff-verwaltung-darknet-rhysida-daten-senatorin-bonde.html
 (DIR) [3] /Cyberangriff-auf-Berlins-Verwaltung/!6210578
 (DIR) [4] https://www.berlin.de/cyberangriff/informationen-fuer-buergerinnen-und-buerger/
 (DIR) [5] https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-hackerangriff-und-datenleak-berliner-senat-ruft-ende-des-it-notfalls-aus--und-stellt-neue-alarmanlage-scharf-16160882.html
 (DIR) [6] /Berliner-Datenleak/!6211515
 (DIR) [7] /Schwerpunkt-Rot-Gruen-Rot-in-Berlin/!t5473160
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hanno Fleckenstein
       
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