# taz.de -- Wärmepumpe schlägt Gasheizung: Klimafreundliches Heizen ist günstiger als fossiles
> Auch für ältere unsanierte Häuser lohnt sich der Einbau einer Wärmepumpe.
> Sie ist billiger als eine Gasheizung, zeigt eine Studie im Auftrag des
> WWF.
(IMG) Bild: Montage einer Wärmepumpe: Klimafreundliches Heizen ist auch in älteren Häusern möglich und günstig
Auch in unsanierten Häusern ist der Einbau einer Wärmepumpe langfristig
deutlich günstiger als der einer Gasheizung. Zu diesem Ergebnis kommt ein
Studie des Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag des Naturschutzsbunds
WWF. Weil die staatliche Förderung für Wärmepumpen in den kommenden Jahren
schrittweise sinken wird, zahlt sich eine rasche Installation aus, zeigen
die Berechnungen. Verbraucherschützer:innen fordern, dass der Staat
gerade Haushalte mit niedrigen Einkommen finanziell besser unterstützt,
damit auch sie zügig auf eine klimafreundliche Heizung umsteigen können.
Der Hintergrund: Gesetzlich ist festgelegt, dass Deutschland bis 2045
klimaneutral sein muss. Spätestens dann müssen Häuser klimafreundlich
beheizt werden. Die Ampelregierung hatte deshalb den Einbau von Gas- und
Ölheizungen ab einem bestimmten Zeitpunkt verboten und eine Förderung für
klimafreundliche Wärmepumpen eingeführt. Das Verbot hat die schwarz-rote
Regierung gekippt und stattdessen für Gasheizungen eine Quote für grüne
Brennstoffe eingeführt, die nach und nach Öl und Gas beigemischt werden
müssen. [1][Woher die erforderlichen Mengen für die Biobrennstoffe kommen
sollen, ist bislang unklar.]
Der Staat fördert die Anschaffung einer Wärmepumpe weiterhin. Aber
Wärmepumpen seien kein Selbstläufer, sagte Sebastian Breer, Gebäudeexperte
des WWF, bei der Vorstellung der Studie am Dienstag vor
Journalist:innen „Zwar werden viele Wärmepumpen verkauft, aber noch
immer auch viele andere Heizungen.“ Im vergangenen Jahr wurden rund 290.000
Wärmepumpen in Deutschland verkauft, aber immerhin auch mehr als 220.000
neue Gasheizungen.
Der Kauf einer Gasheizung ist deutlich günstiger als der einer Wärmepumpe.
[2][Langfristig ist eine Wärmepumpe trotzdem billiger, weil die
Betriebskosten sehr viel niedriger sind, zeigen die Berechnungen.] „Eine
Wärmepumpe hat immer einen wirtschaftlichen Vorteil“, sagte Dominik Rau von
Prognos. Die Kosten für Gas werden in den kommenden Jahren stark steigen.
Verantwortlich dafür sind unter anderem die neuen Vorgaben der
schwarz-roten Bundesregierung, denn die vorgeschriebene Beimischung grüner
Brennstoffe zu Gas verteuert den Betrieb stark. Steigende Netzentgelte und
der CO2-Preis sorgen ebenfalls für höhere Kosten.
## Förderung für Wärmepumpen sinkt
Vielfach wird behauptet, Wärmepumpen seien in älteren Gebäuden nicht
sinnvoll, weil ohne Sanierung zu viel Wärme verloren gehe. Dabei lohnt sich
eine Wärmepumpe durchaus auch für unsanierte Häuser, wie die Zahlen der
Prognos-Berechnungen zeigen. Wird im Oktober 2026 in ein Einfamilienhaus
mit der Energieeffizienzklasse F, das zwischen 1958 und 1968 gebaut wurde,
eine Wärmepumpe eingebaut, belaufen sich die Gesamtkosten fürs Heizen auf
einen Zeitraum von 15 Jahren gesehen voraussichtlich auf 56.815 Euro. Bei
einer Gasheizung wären es 61.118 Euro.
Die Anschaffungskosten von 34.000 Euro für die Wärmepumpe einschließlich
der möglichen staatlichen Zuschüsse sowie 14.500 Euro für den Kauf eines
Gaskessels sind hier einberechnet. Für Haushalte mit einem Jahresverdienst
unter 30.000 Euro gibt es einen zusätzlichen Zuschuss, den sogenannten
Einkommensbonus. Für sie sind die Heizkosten mit 47.295 Euro den
Berechnungen zufolge noch niedriger. Ist eine Solaranlage vorhanden, drückt
das die Heizkosten nochmals erheblich.
Bei einem Einbau erst im August 2029 ist der Vorsprung der Wärmepumpe
allerdings geringer, [3][weil die Förderung bis dahin erheblich sinkt.] Die
staatlichen Zuschüsse sind dann zwischen 4.600 Euro bis 5.380 Euro
niedriger, je nach Förderanspruch. „Schnelligkeit zahlt sich jetzt aus“,
sagte Rau.
## Politischer Zielkonflikt
Doch hier gibt es einen politischen Zielkonflikt, so Lorena Jonas vom
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Einerseits fördert der Staat
gerade Haushalte mit niedrigen Einkommen, sagte sie. Andererseits seien
durch das Sinken der Förderung gerade jene benachteiligt, die nicht sofort
investieren können – also Haushalte mit wenig Geld. Der Einbau einer
Wärmepumpe muss zu 100 Prozent vorfinanziert werden, die staatlichen
Zuschüsse fließen erst nach der Installation. „Das ist für Haushalte mit
wenig Einkommen ein Riesenproblem“, betonte sie. Wenigstens für jene, die
bei der Förderung Anspruch auf den Einkommensbonus haben, sollte die
Vorfinanzierung wegfallen, forderte sie.
Ohnehin ist die Finanzierung trotz der Zuschüsse für viele schwierig, sagte
Jonas. Der Staat müsse an dieser Stelle nachbessern. Zwar gewähre er
durchaus günstige Kredite. „Aber das wird von den Hausbanken nicht
durchgereicht“, berichtete sie. Der Staat sollte zum Beispiel über seine
Förderbank KfW den Zugang zu günstigen Krediten besser ermöglichen oder
Ausfallbürgschaften anbieten, um die Finanzierungskosten zu senken.
20 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Heizen-mit-Oel-und-Gas/!6221508
(DIR) [2] https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klima/261014-WWF-Hammer-Heizungs-Deal-3.pdf
(DIR) [3] /Zuschuesse-fuer-Waermepumpen-und-Co/!6194126
## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
## TAGS
(DIR) Wärmepumpe
(DIR) Gas
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) WWF
(DIR) Heizung
(DIR) Wärmewende
(DIR) GNS
(DIR) Reden wir darüber
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Verbraucherschützer über Gasheizungen: „Als Mieter:in ist man in einer schwachen Position“
Die Heizperiode beginnt – und die Gasspeicher sind auf einem Tiefstand.
Verbraucherschützer Florian Munder erklärt, was das für Betroffene heißt.
(DIR) Wärmewende in Hamburg: Habecks Geist weht durch Hamburg
In Deutschland können weiter Gas- und Ölheizungen verbaut werden. In ganz
Deutschland? Nein. Das alte Heizungsgesetz könnte in Hamburg fortleben.
(DIR) Gebäudemodernisierungsgesetz: Bundestag beschließt neues Heizungsgesetz
Der Bundestag hat die Novelle des umstrittenen Gesetzes beschlossen.
Fossile Heizungen bleiben vorerst erlaubt, auch der Bundesrat gibt grünes
Licht.